Im Blickpunkt

Greifswald soll zur "Pilgerstätte" der Plasmamedizin werden

Das Greifswalder Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) "plasmatis" hat sein eigenes Gebäude auf dem Gelände des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie e. V. (INP) bezogen. Zur feierlichen Einweihung des Neubaus erschienen Vertreter des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), des Landesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur, der Rektor der Universität Greifswald und der Oberbürgermeister. Das 3,3 Millionen Euro teure Forschungszentrum wird jeweils zur Hälfte von Bund und Land finanziert.

Das vom BMBF geförderte ZIK plasmatis betreibt seit Dezember 2009 Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Plasmamedizin. Durch die Zusammenarbeit des ebenfalls vom BMBF geförderten "Campus PlasmaMed" aus dem Programm Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern sollen die Ergebnisse von plasmatis in die Praxis der angewandten Plasmamedizin überführt werden. Beide Initiativen "betreiben nun interdisziplinäre Forschung unter einem Dach, was das Besondere des Forschungsstandortes ausmacht", betont Professor Klaus-Dieter Weltmann, Direktor des INP. Auch der Campus PlasmaMed hat Labore und Büros im neuen plasmatis-Gebäude bezogen.

Weltmann würdigt die durch das Programm Unternehmen Region möglich gewordenen "besten Bedingungen und Chancen für die jungen Wissenschaftler von plasmatis" und sprach gleichsam von ihrer "Verpflichtung", denn, "wenn man viel bekommt, muss man auch gute Ergebnisse bringen", so Weltmann. Zusammen mit den Nachwuchsforschungsgruppenleitern Dr. Kai Masur und Dr. Stephan Reuter strebt er im Bereich Plasmamedizin an, "die europäische Führerschaft zu übernehmen".

Dieser Vision hat Professor Wolf-Dieter Lukas, Abteilungsleiter im BMBF, in seinem Grußwort Nachdruck verliehen: "Wir wollen die besondere Größe und Ausstrahlung dieses Forschungsstandortes sehen. Die Anderen sollen sich auf uns beziehen, dies hier soll eine Pilgerstätte der Plasmamedizin für das In- und Ausland werden."  Ende September wird die 3. Internationale Konferenz für Plasmamedizin in Greifswald stattfinden, nachdem sie bisher nur in den USA war. Dieses Ereignis wird "wesentlich zur internationalen Bedeutung beitragen", sagte Lukas.

plasmatis und Campus PlasmaMed sind beides Kooperationen mit der Universität Greifswald. Beteiligt an den Projekten sind die Medizinische und die Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät. Gemeinsam wird physikalisches Plasma in Bezug auf die medizinische Wundheilung erforscht. Der Rektor der Ernst-Moritz-Arndt-Universität, Professor Rainer Westermann, nannte die "Ausrichtung des INP auf die Universität richtig und gut".

Beim anschließenden Rundgang durch die Labore und Büros konnten sich alle Besucher von der hervorragenden Ausstattung der Räume überzeugen. Den beiden Nachwuchsforschungsgruppenleitern Reuter und Masur stehen mir ihren jeweils fünf Mitarbeitern physikalische und mikrobiologische Labore und Büros mit einer Gesamtfläche von 500 Quadratmetern zur Verfügung. Der Bau verbindet das bisherige INP mit dem benachbarten Biotechnikum und schafft mit seinen Übergängen eine Fortsetzung der bisherigen engen Zusammenarbeit.



Weitere Informationen zum ZIK plasmatis erhalten Sie hier. Hier stellen wir Ihnen Informationen zur Spitzenforschung-und-Innovation-Initiative Campus PlasmaMed zur Verfügung.


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