
"Das neue Gebäude wird ideale Bedingungen für die Umsetzung des weltweit einzigartigen Forschungskonzepts von SEPTOMICS bieten, in dem sich interdisziplinäre Arbeitsgruppen ausschließlich der Sepsisforschung widmen." Mit diesen Worten startete Prof. Dr. Konrad Reinhart, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena und Sprecher des ZIK, die feierliche Grundsteinlegung auf dem Beutenbergcampus in Jena. Dabei waren auch der Rektor der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Prof. Dr. Klaus Dicke sowie Prof. Dr. Thomas Deufel, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
Unter dem prüfenden Blick von Staatssekretär Professor Thomas Deufel (links) füllt Professor Konrad Reinhart, Sprecher von SEPTOMICS, die Kassette für den Grundstein.
Eine Flasche Spätburgunder aus einer besonders pilzresistenten Rebe vom Jenzig Berg in Jena, Broschüren von SEPTOMICS und eine aktuelle Tageszeitung versenkte Professor Konrad Reinhart in der Grundstein-Kassette. Um die Flasche Rotwein sei es zwar schade, meinte Professor Thomas Deufel, half aber dennoch beim Einmauern des Grundsteines. Für den symbolischen Akt hatten die Herren gerade noch einen Platz gefunden, denn das neue Forschungshaus ist schon bald fertig. "Der Bau lief so zügig und termintreu, dass wir mit der Grundsteinlegung kaum hinterher gekommen sind", so der Dekan und wissenschaftliche Vorstand des Universitätsklinikums Jena, Professor Klaus Benndorf. Das ZIK sei eine außergewöhnliche interdisziplinäre Allianz, betonte Benndorf. Konrad Reinhart und seine Kollegen hätten es geschafft, dass Jena zur Forschungshauptstadt in Sachen Sepsis geworden sei. Seine Kollegen, das sind vor allem Prof. Dr. Axel Brakhage, Direktor des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V. - HKI und Prof. Dr. Eberhard Straube, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie am Uniklinikum Jena. Sie wohnten der Grundsteinlegung ebenfalls bei.
SEPTOMICS ist eine gemeinsame Initiative des Universitätsklinikums und der Uni Jena und des HKI. Durch die Verknüpfung modernster Grundlagenforschung in der Mikro- und Infektionsbiologie sowie exzellenter klinischer Expertise wollen die Wissenschaftler künftig neue Methoden zur Diagnose und Therapie von Sepsis entwickeln. "144 Menschen sterben in Deutschland täglich an Sepsis", mahnte Professor Reinhart, der gerade von einem Symposium in New York zurückgekehrt war, auf dem eine globale Sepsis-Allianz gegründet wurde. Er hoffe, dass es keine Dekade dauern wird, bis die Sepsis-Diagnose den Standard der heutigen Kardiologie erreicht hat, sagte Reinhart. SEPTOMICS will dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen.
Der Forschungsneubau wird zunächst zwei Nachwuchsforschungsgruppen und die Geschäftsstelle des ZIK beherbergen. Die beiden Arbeitsgruppen untersuchen zum einen, wie aus harmlosen Besiedlungspilzen im menschlichen Körper aggressive Sepsiserreger werden und wie eine Pilzsepsis frühzeitig erkannt werden kann. Zum anderen wollen die jungen Wissenschaftler herausfinden, was die zellulären Reaktionen des Patienten auf bakterielle Sepsiserreger sind und welche neuen diagnostischen und therapeutischen Ansätze sich daraus ergeben. Zum ersten Mal werden diese bisher getrennten Forschungsbereiche bei SEPTOMICS ergänzend bearbeitet. Die beiden Nachwuchsgruppen kooperieren eng mit der Paul-Martini-Gruppe für klinische Sepsisforschung am Uniklinikum, die Patientenproben bereitstellt und Ergebnisse in klinischen Studien überprüft. In naher Zukunft ist eine dritte Arbeitsgruppe für Bioinformatik geplant, die die gewonnenen Daten auswerten soll. In dem neuen Gebäude sind bereits Büros für die Bioinformatiker vorgesehen.
Auf den insgesamt 700 Quadratmetern Nutzfläche entstehen molekular- und zellbiologische Laborräume, in denen Experimente mit Infektionserregern durchgeführt werden können. Außerdem werden den Forschern hier modernste Geräte zur Verfügung stehen. Dazu gehören ein konfokales Laserscanning-Mikroskop, ein In-vivo-Imaging-System, ein Multiplex-Analysegerät und ein Durchflusszytometer.
Insgesamt 5,4 Millionen Euro stehen vom Land Thüringen und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung für die Ausstattung und den Bau des Gebäudes zur Verfügung. Ende 2011 wollen die SEPTOMICS-Wissenschaftler ihr neues Haus beziehen.
Weitere Informationen zum Zentrum für Innovationskompetenz SEPTOMICS finden Sie hier.
(URL: http://www.unternehmen-region.de/de/3006.php)