Im Blickpunkt

Nanotechnologien für energieeffiziente Sensorsysteme - erstes Statusmeeting des Chemnitzer Kompetenznetzwerks Nanosystemintegration

120 Besucher aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik kamen zu der Veranstaltung an der Technischen Universität Chemnitz. Mit zehn Fachvorträgen und 26 Postern präsentierte sich das Kompetenznetzwerk für Nanosystemintegration nanett. Am selben Tag fand am Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme ENAS in Chemnitz auch die Hauptversammlung von nanett statt. Dort wurde über die inhaltliche und strategische Ausrichtung des Netzwerkes diskutiert.

Professor Thomas Geßner, Sprecher des Kompetenznetzwerkes Nanosystemintegration, eröffnet das erste Statusmeeting in Chemnitz.

Zum Auftakt des Meetings präsentierte der Sprecher des Netzwerks, Direktor des Zentrums für Mikrotechnologien an der TU Chemnitz und Leiter des Fraunhofer ENAS Professor Thomas Geßner, die Visionen und die Struktur des Kompetenznetzwerks. Er erläuterte zunächst, was Nanosystemintegration bedeutet. Bekannte und neue Effekte nanoskaliger Elementen sollen in einem Werkstoff, einem Chip, einer Baugruppe oder einem größeren System technisch genutzt werden. Ein Ziel, dass sowohl der Prorektor für Forschung der TU Chemnitz, als auch Vertreter des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in ihren Grußworten befürworteten. Professor Frank Bier vom Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT erläuterte in einem Vortrag über die molekulare Integration für autonome Biosensoren erste Fortschritte des Kompetenznetzwerks Taschentuchlabor. Das Projekt wird ebenfalls im Rahmen von Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern gefördert.

In den Bereichen der Mikroelektronik und Halbleitertechnik soll die Entwicklung von der ständigen Verkleinerung, dem so genannten Moorsche Effekt, weitergeführt werden. Statt "More Moore" heißt das Motto nun "More than Moore". Das bedeutet, unterschiedliche Technologien und Funktionen in einem Bauteil zu integrieren. Diese Strategie bietet die Möglichkeit, hochwertige Technologien in Deutschland und Europa zu entwickeln und der Wirtschaft nutzbar zu machen. So könnten intelligente, miniaturisierte Subsysteme hergestellt werden, die ihre eigene, unabhängige Funktionalität besitzen. Diese sogenannten Smart Systems werden künftig in der Lage sein, komplexe Situationen zu erfassen. Sie können Entscheidungen treffen, mit der Umwelt interagieren, sie arbeiten energieautonom und vernetzt. Im Vordergrund steht die Multifunktionalität.

Smart Systems sind für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt, dem Automobilbau, der Sicherheitstechnik, dem Maschinenbau und der Medizintechnik relevant. Die deutsche Industrie ist derzeit führend bei der Herstellung und Entwicklung solcher kleinen intelligenten Systeme. Um diesen Wettbewerbsvorteil zu verteidigen, ist es in Zukunft notwendig, die Systeme durch interdisziplinäre Forschung und Entwicklung sowie den Einsatz von Nanotechnologien kleiner, intelligenter, leistungsfähiger und damit auch kostengünstiger zu machen. Genau das sind die Ziele des Chemnitzer Kompetenznetzwerks.

Wie sie diesen Zielen näher kommen wollen, präsentierten die Partner des Netzwerks auf dem Statusmeeting. Einige der vorgestellten Forschungsarbeiten waren zum Beispiel leitfähige Kohlenstoffnanoröhrchen und Polymer Nanokomposite als Funktionsmaterialien oder mikroelektromechanische Systeme, die in eine bipolare Halbleitertechnologie integriert sind. Die Projekte kombinieren material- und naturwissenschaftliche Forschung mit Ingenieurtechnik.

Alle neun Forschungseinrichtungen, die nun unter der Federführung der Technischen Universität Chemnitz und des Fraunhofer ENAS auf dem Gebiet der Nanosystemintegration zusammenarbeiten, waren auf dem gemeinsamen Meeting präsent. Zu den Netzwerkpartnern gehören zwei Hochschulen, drei Fraunhofer-Institute, drei Leibniz-Institute und ein Helmholtz Zentrum. Mit ihren Arbeiten wollen sie in den nächsten fünf Jahren ihre internationale Sichtbarkeit steigern sowie kleine und mittelständische Unternehmen in der Region stärken.



Weitere Informationen zur Spitzenforschung-und-Innovation-Initiative "Kompetenznetzwerk für Nanosystemintegration" erhalten Sie hier. Hier erhalten Sie Informationen zur Spitzenforschung-und-Innovation-Initiative "Das Taschentuchlabor". 


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