Im Blickpunkt

Leipziger Wissenschaftler unter kalifornischer Sonne - InnoProfil Logistik-Service-Bus veranstaltet internationalen Workshop in San Francisco

Statt Eis und Schnee erwarteten die Teilnehmer des 2. Internationalen Logistik-Workshops Sonne und frühlingshafte Temperaturen in der nordkalifornischen Stadt. Der Workshop war Teil der 8. Internationalen Konferenz für Service-orientierte Computertechnologien (ICSOC 2010). 20 Teilnehmer aus ganz Europa, den USA und Asien diskutierten rund um aktuelle Informationstechnologien in der Logistik. Co-Organisator und Moderator der Veranstaltung war Dr. André Ludwig, Nachwuchsgruppenleiter des Logistik-Service-Bus-Projekts aus Leipzig.

Rolf Kluge vom Logistik-Service-Bus-Projekt der Universität Leipzig präsentiert in San Francisco die Arbeitsergebnisse seines Teams.

Schon heute leben sechs Milliarden Menschen auf der Erde und die Weltbevölkerung wird weiter wachsen, vor allem außerhalb Europas. Der Bedarf an Gütern steigt und damit auch der Transport. Die Organisation der Lieferung von Gütern gewinnt auf der ganzen Welt immer mehr an Bedeutung. Innovative Informationssysteme zur Steuerung von hoch komplexen Logistikprozessen sind gefragt. Im Hinblick auf die stärkere Orientierung am Kunden und dessen Informationsbedürfnissen wird die transparente Informationsversorgung immer wichtiger. Außerdem kann durch neue Software-Technologien die Effizienz der Transportketten immens erhöht werden. Echtzeitdaten wie der aktuelle Standort einer Lieferung, Temperatur- oder Luftfeuchtedaten spielen bei der Überwachung und Rückverfolgung von Lieferketten eine entscheidende Rolle. Sie führen häufig dazu, dass Transportmittel und -wege dynamisch angepasst werden müssen.

Sämtliche logistischen Aktivitäten vom Herkunfts- bis zum Zielort zu organisieren, ist deshalb nicht einfach. An dem Prozess sind verschiedene Firmen beteiligt, die meist unterschiedliche Technologien nutzen. Um diese technischen Hindernisse zu überwinden, müssen neue anpassungsfähige Datenverarbeitungssysteme entwickelt werden.

Für geschlossene logistische Systeme sind die unterstützenden IT-Systeme mittlerweile gut entwickelt. Bei Logistiksystemen mit häufigem Wechsel der involvierten Unternehmen fehlen solche Technologien. Die Teilnehmer des Workshops in San Francisco beschäftigten sich deshalb mit den Möglichkeiten Service-orientierter Datenverarbeitung zur Lösung von Koordinationsproblemen in offenen logistischen Systemen und Lieferketten. Unter anderem ging es um folgende Fragen: Wie können Service-orientierte Technologien für die Beschreibung und Modellierung logistischer Systeme genutzt werden? Wie lassen sich die logistischen Datenverarbeitungssysteme in eine Service-orientierte Architektur übersetzen? Wie kann das Verhalten eines Logistiksystems möglichst schon zur Planungszeit vorsimuliert werden? Wie lassen sich die Effizienz und Effektivität solcher logistischen Systeme messen?

In einem Einführungsvortrag stellte Dr. André Ludwig den Teilnehmern des Workshops zunächst die vielseitigen Problemstellungen zu IT-Systemen für die Logistik dar. Im Anschluss präsentierte er die Projektergebnisse des Logistik-Service-Bus-Projekts zur Lösung dieser Probleme. Außerdem wurden die Arbeitsergebnisse unterschiedlicher internationaler Forschungseinrichtungen diskutiert.

 

Weitere Informationen zum InnoProfil "Logistik-Service-Bus" finden Sie hier.


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