Innovationsforum "Polymilchsäure" in Teterow

Die Herstellung von Polymilchsäure (PLA) aus nachwachsenden Rohstoffen bietet eine doppelte Chance - sie schafft eine Alternative zu herkömmlichen Kunststoffen und sie öffnet traditionell landwirtschaftlich geprägten Regionen den Zugang zu neuen Absatzmärkten. Zu einem vom BMBF geförderten Innovationsforum kamen jetzt Vertreter von Wissenschaft, Landwirtschaft, Industrie und Verwaltung in Teterow in Mecklenburg-Vorpommern zusammen.

Was in den USA bereits erfolgreich praktiziert wird, befindet sich in Deutschland erst in den Anfängen: die Nutzung stärkehaltiger Pflanzen wie Roggen, Mais oder Zuckerrüben für die Herstellung von Polymilchsäure, kurz PLA. Die Eigenschaften von Polymilchsäure ermöglichen den Einsatz für unterschiedliche Anwendungen - als technischer Kunststoff ebenso wie als umweltfreundlicher Massenkunststoff, z.B. als Verpackungsmaterial oder als Kinderspielzeug. Dr. Hartmut Pflaum vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT: „Bei steigenden Ölpreisen bietet Polymilchsäure eine Alternative auf heimischer Rohstoffbasis. PLA ist kohlendioxidneutral und wird umweltverträglich auf biologische Weise abgebaut.“

PLA als Chance für die Region nutzen
Im Rahmen von Fachvorträgen und Arbeitsgruppen befassten sich die Teilnehmer des Innovationsforums mit den unterschiedlichen Aspekten der Wertschöpfungskette - vom Rohstoff bis zum Produkt PLA. Dabei wurde sowohl das Interesse der verarbeitenden Industrie deutlich, PLA aus der Region Teterow zu beziehen, als auch der Wille der Akteure vor Ort, die hierfür notwendigen Strukturen gemeinsam auf- bzw. auszubauen.

Netzwerk zur weiteren Erschließung der Technologie
Das vom Fraunhofer-Institut UMSICHT und von interessierten Unternehmen getragene Kompetenznetzwerk PLANET soll nun die weitere Erschließung der PLA-Technologie in der Region voranbringen. In einem nächsten Schritt plant die Stadt Teterow die Einrichtung einer Demonstrationsanlage zur Herstellung von PLA.