C3 gewinnt den Deutschen Zukunftspreis 2016

Die Initiatoren des Zwanzig20-Konsortiums „C3“ sind mit dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten ausgezeichnet worden. Manfred Curbach, Chokri Cherif und Peter Offermann wurden für ihre wegweisenden Forschungen zum Thema Carbonbeton geehrt.

Rostfreier, leichter und flexibler Carbonbeton statt korrosionsanfälligen, schweren Stahlbetons – mit dieser bahnbrechenden Idee haben Manfred Curbach, Chokri Cherif und Peter Offermann von der TU Dresden den Deutschen Zukunftspreis 2016 gewonnen. Am 30. November überreichte Bundespräsident Joachim Gauck den Wissenschaftlern der TU Dresden in Berlin den wichtigsten deutschen Technik- und Innovationspreis.

Drei Zukunftspreis-Träger auf der Carbonbeton-Bank: Peter Offermann, Manfred Curbach und Chokri Cherif (v.l.n.r. - Foto: Deutscher Zukunftspreis - Ansgar Pudenz)
Drei Zukunftspreis-Träger auf der Carbonbeton-Bank: Peter Offermann, Manfred Curbach und Chokri Cherif (v.l.n.r.)
Foto: Deutscher Zukunftspreis - Ansgar Pudenz

 

Mit Zwanzig20 Grenzen überschreiten

„Wir haben es geschafft, Beteiligte unterschiedlichster Branchen und Disziplinen an einen Tisch zu bekommen“, sagte Preisträger Manfred Curbach im Vorfeld der Verleihung dem „Unternehmen Region“-Magazin. „Dazu gehören das Baugewerbe, aber eben auch Forscher und Unternehmen aus solchen Industrie- und Wissensbereichen wie Chemie, Maschinenbau, Ingenieurwesen, Elektrotechnik, Organisations- und Kommunikationsmanagement. Diese Form von Grenzüberschreitung war nur im Rahmen von Zwanzig20 möglich.“

Dünner, flexibler und fester als Stahlbeton: Carbonbeton eröffnet völlig neue Möglichkeiten. (Foto: BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch)
Dünner, flexibler und fester als Stahlbeton: Carbonbeton eröffnet völlig neue Möglichkeiten.
Foto: BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch

Die drei Preisträger haben in den vergangenen Jahrzehnten den Verbundwerkstoff Carbonbeton von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung entwickelt. In den vergangenen Jahren haben sie mit dem vom Bundes- forschungsministerium geförderten Zwanzig20-Konsortium „C3 – Carbon Concrete Composite“ das größten Forschungs- und Anwendungsnetzwerk in der deutschen Baubranche geknüpft. Ab 2020 – wenn alle technologischen und genehmigungsrechlichen Hürden genommen sind – soll Carbonbeton seinen Weg in die Praxis finden und den derzeit noch dominierenden Stahlbeton schrittweise ersetzen.

Vierter Zukunftspreis für Unternehmen Region

Carbon rostet nicht und braucht daher viel weniger schützenden Beton. Im Vergleich zu seinem Pendant aus Stahlbeton wirkt der Carbonbeton-Träger (links) fast zierlich. (Foto: BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch)
Carbon rostet nicht und braucht daher viel weniger schützenden Beton. Im Vergleich zu seinem Pendant aus Stahlbeton wirkt der Carbonbeton-Träger (links) fast zierlich.
Foto: BMBF/Unternehmen Region/Thilo Schoch
Bereits zum vierten Mal binnen sechs Jahren geht der wichtigste deutsche Innovationspreis damit an ein Team mit Unternehmen-Region-Hintergrund. Im Jahr 2011 gewann das Dresdner Team um Karl Leo mit ihren organischen Halbleitern; wichtige Grundlagen wurden in der InnoProfile-Initiative „Organische p-i-n-Bauelemente“ gelegt.
 

Den Deutschen Zukunftspreis 2013 gewann unter anderem Stefan Nolte vom Zentrum für Innovationskompetenz „ultra optics“ in Jena; er hatte Ultrakurzpulslaser für die industrielle Massenfertigung ertüchtigt. Im Jahr 2014 schließlich sicherte sich ein Forscherteam um Katrin Petersen den begehrten Preis; das Projekt „Lebensmittelzutaten aus Lupinen“ basierte auf dem Wachstumskern „PlantsProFood“.


Im Film „Neues Bauen mit Carbonbeton“ erfahren Sie mehr über das Mega-Projekt C3.