PlasmaPlusBio - Greifswald

Thema

Das Innovationsforum bringt FuE-Einrichtungen und Unternehmen der Bio- und Plasmatechnologie in Mecklenburg-Vorpommern zusammen mit dem Ziel, interdisziplinär neue Märkte zu erschließen.

Die Plasmatechnologie entwickelt sich zu einer Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Innovative Plasmaverfahren finden Anwendung in der Biotechnologie und Medizintechnik.
Plasmen bestehen aus gasförmiger Materie und unterscheiden sich in ihren Eigenschaften deutlich von Festkörpern, Flüssigkeiten und Gasen. Sie besitzen eine enorme Reaktionsfähigkeit, die es erlaubt, Materialien mit völlig neuen (maßgeschneiderten) Eigenschaften herzustellen. Damit findet die Plasmatechnologie Anwendung als Querschnittstechnologie in vielen Industriebereichen.

Ein besonders großes Entwicklungs- und Marktpotenzial wird dem Sektor der Lebenswissenschaften inklusive Medizintechnik und Pharmakologie zugesprochen. Spezielle Plasmaverfahren können z. B. die Eigenschaften und Lebensdauer von Implantaten wie Prothesen und Stents erheblich verbessern bzw. verlängern.

Das Innovationsforum „PlasmaPlusBio“ hat das Ziel, die regionalen Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft in dem interdisziplinären Bereich zwischen Plasmatechnologie und modernen Lebenswissenschaften gezielt zusammenzuführen. Gemeinsam sollen Erfolg versprechende Innovationsfelder im Hinblick auf wirtschaftliche Potenziale analysiert werden.

Initiatoren des Innovationsforums „PlasmaPlusBio“sind die Technologiezentrum Fördergesellschaft mbH Vorpommern, das INP Greifswald und das BioTechnikum Greifswald.

Ziele

  • Gründung und Etablierung eines überregionalen und internationalen Netzwerks zur Plasmatechnologie in den modernen Lebenswissenschaften
  • Bewertung von Marktpotenzialen und Geschäftsaussichten
  • Förderung des Technologietransfers
  • Entwicklung und Umsetzung forschungs- und anwendungsorientierter Projekte
  • Vertiefung von Kooperationen regionaler Firmen und wissenschaftlicher Einrichtungen des Landes
  • Stärkung von bestehenden Unternehmen und Erfolg versprechender Spin-offs mit den Schwerpunkten Bio- und Plasmatechnologie

Wissen

In vielen Industrie- und Technologiebranchen stellen Niedertemperatur-Plasmen für die technische Anwendung unentbehrliche Werkzeuge dar. Das trifft in jüngster Zeit auch vermehrt auf die Biotechnologie und Biomedizintechnik zu.

Anwendungsfelder hierfür sind:

  • Oberflächenmodifizierte Implantate und Medizinprodukte
  • Vergütete Kunststoff-Einwegartikel für die Pharmaforschung und Zellkulturen
  • Vervollkommnen von Heil- und Hilfsmitteln sowie Diagnostika bei pharmazeutischen Produkten

Darunter sind beispielhaft zu nennen: die Entkeimung bzw. Sterilisation von Oberflächen, die Oberflächenbehandlung zur Verbesserung der Biokompatibilität (z. B. für Zellkulturgefäße, Biosensoren und Implantate), die Plasmareinigung, die Zellmodifikation, die funktionelle Beschichtung zur Einstellung von Antifouling- oder Mikrofluidik-Eigenschaften. Auch Lab-on-a-Chip/ HTS-Systeme, künstliche Gewebe oder die Zahnheilkunde können von der Plasmatechnologie profitieren.

PlasmaPlusBio sorgt für nachhaltige wirtschaftliche Effekte in den beiden forschungsintensiven Entwicklungsfeldern. Damit bildet sich eine international sichtbare Entwicklungsplattform für neue innovative Produkte der Bio- und Plasmatechnologiebranche.

Die Region

Die enge Verknüpfung von Wirtschaft und Wissenschaft hat in Mecklenburg-Vorpommern Tradition. Die beiden Universitäten Rostock und Greifswald gehören zu den ältesten Hochschulen Europas. Innovative neue Wissenschaftsfelder der Bio- und Plasmatechnologie und der Gesundheitswirtschaft bilden wesentliche Entwicklungsschwerpunkte des Bundeslandes neben den traditionellen Wirtschaftszweigen wie der Landwirtschaft und der maritimen Industrie.

Um die Universitätsstandorte sind leistungsfähige Forschungseinrichtungen und mittelständische Unternehmen entstanden, die sich mit der Anwendung moderner Bio- und Plasmatechnologien und der praxisnahen Umsetzung neuartiger technologischer Entwicklungen in den verschiedensten Bereichen befassen. Die Forschungs- und Wirtschaftsregion Rostock - Greifswald bietet in ihrer Struktur optimale Voraussetzungen zur weiteren Entwicklung und Umsetzung von innovativen Lösungen auf dem Gebiet der Bio- und Plasmatechnologie.

Kontakt

Projektkoordination Dr. Wolfgang Schielke
Technologiezentrum Fördergesellschaft mbH Vorpommern
Brandteichstraße 20
17489 Greifswald
Tel.: (0 38 34) 550 106
Fax: (0 38 34) 550 111
E-Mail: schielke[at]technologiezentrum.de


Innovationsforum am 01. und 02.02.2006 in Greifswald.
Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern.