Bioraffinerien und Biobasierte industrielle Produkte - Teltow

Thema

Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe wird in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen. Bioraffinerien haben das Potenzial, zu einer Schlüsseltechnologie für die Umwandlung von Biomasse in innovative Produkte zu werden.

Die Umstellung von fossilen Rohstoffen auf biologische Rohstoffe ist eine der größten Herausforderungen der nächsten 50 Jahre. Gewinnen werden die Volkswirtschaften, die rechtzeitig Alternativen zur fossil-basierten Ökonomie entwickeln und Technologien zur Nutzung von biologischen Rohstoffen befördern.

Für eine nachhaltige Stoffwirtschaft mit den drei Säulen Bioenergie, Biokraftstoffe und Biobasierte Produkte ist vor allem die Biomasse eine Alternative. Biomasse ist eine sich ständig erneuernde Chemie- und Pharmaziefabrik und ein vielseitiger Roh- und Werkstoff. Dazu ist sie auch in Deutschland ausreichend vorhanden. Die Umwandlung dieses Werkstoffes in Endprodukte wie Chemikalien, Biopolymere und Gebrauchsgüter verlangt jedoch grundsätzlich neue Basistechnologien. Solche komplexen Technologien werden Bioraffinerien genannt.

Es gibt bereits zahlreiche Biomasse-Aktivitäten und Technologien. An Hand einer konkreten Beispielregion sollen Kompetenzen gebündelt und das für eine volkswirtschaftlich relevante Etablierung von Bioraffinerien und Folgetechnologien notwendige Zusammenspiel von Industrie, Land- und Forstwirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung initiiert werden.

Ziele

Ziel des Bioraffinerie-Verbundes ist es, in den nächsten fünf bis zehn Jahren mindestens einen marktrelevanten und regional- bzw. landeswirtschaftlich messbaren, industriellen Produktionsverbund Bioraffinerie, vom Biomasseproduzenten bis zum Finalprodukt-Produzenten zu etablieren. Das Innovationsforum soll dazu die Weichen stellen. Unter anderem durch:
  • Informationsaustausch zu aktuellen internationalen, nationalen und regionalen industriellen und industrienahen Biomasse-Aktivitäten
  • Präsentation von Innovationen und Vermittlung von Kontakten
  • Verständigung auf F&E-Ziele, Demonstrationsprojekte sowie Umsetzungsziele und Märkte
  • Bildung von Interessenverbünden unter dem Dach einer Bioraffinerie-Beispielregion.


 

Wissen

Bioraffinerien haben im Kern das Ziel, die Effizienz und Logik von Erdölraffinerien, der chemischen und stoffwandelnden Folgeindustrie sowie die bewährte Verknüpfung solcher mit den kleinen und mittelständischen Zwischen- und Finalprodukten auf die Biomasse zu übertragen. Die Region verfügt über das hierfür notwendige Know-how, insbesondere mit der Forschungs- und Entwicklungskompetenz auf den Gebieten
  • Bioraffinerie-Systeme
  • Biotechnologie
  • Chemie
  • Materialien
  • Landbewirtschaftung.

 

Die Region

Der Bioraffinerieverbund Mitte-Ost ist geprägt durch die drei Ballungsräume Potsdam/Berlin, Halle/Leipzig und Dresden. Neben einer leistungsfähigen Großindustrie und einer ausgereiften Wissenschaftslandschaft finden sich hier innovative kleine und mittelständische Unternehmen sowie Einrichtungen der Land- und Forstwirtschaft und der Neulandbewirtschaftung (Braunkohlefolgelandschaft). Alleinstellungsmerkmal der Region ist, dass seit Jahren forschungs- und entwicklungsseitig am Zukunftsthema der industriellen stofflichen Verwertung nachwachsender Rohstoffe gearbeitet wird. Unter dem Leitthema „Biobasierte industrielle Produkte und Bioraffinerien“ haben einige Institute, wie das Forschungsinstitut Bioaktive Polymersysteme e.V. (Biopos) Teltow-Seehof, im Verbund mit Instituten der Fraunhofer-Gesellschaft und der chemischen Großindustrie weltweite Aufmerksamkeit erlangt.



Kontakt

Prof. Dr. habil. Birgit Kamm
Forschungsinstitut Bioaktive Polymersysteme e.V.
Kantstr. 55
14513 Teltow
Tel.: (0 33 28) 33 22-10
Fax: (0 33 28) 33 22-11
E-Mail: kamm[at]biopos.de
Internet: www.biopos.de


Innovationsforum am 02. und 03.11.2005 in Potsdam.
Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg.