Zentrum für Innovationskompetenz ICCAS in Leipzig am 12.12.2005 offiziell eröffnet

Im Beisein von rund 100 Gästen wurde das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Innovationsinitiative „Unternehmen Region“ geförderte Zentrum für Innovationskompetenz ICCAS am 12. Dezember 2005 offiziell eröffnet. Mit rund 10 Mio. Euro unterstützt das BMBF die weltweit einmalige Zusammenarbeit von Herz-, Neuro- und Hals-, Nasen-, Ohren-Chirurgen mit Ingenieuren und Technikern an der Universität Leipzig. Eine internationale Spitzenmannschaft aus zwei Nachwuchsgruppenleitern, 15 wissenschaftlichen Mitarbeitern und 30 studentischen Hilfskräften arbeitet daran, computergestützte Operationen noch sicherer zu machen.

Zunächst werden die Wissenschaftler Arbeitsabläufe und Prozesse im OP analysieren und sichtbar machen. Es geht darum zu dokumentieren, wer wann, wie und mit wem zusammenarbeitet. Die Forscher suchen nach Gemeinsamkeiten bei den einzelnen Arbeitsgängen von unterschiedlichen Operationen. Ziel ist es, neue Unterstützungssysteme für Chirurgen zu entwickeln. Dabei steht erstmals nicht die Entwicklung neuer technischer Lösungen im Zentrum der ICCAS-Forschungsarbeit, sondern die Arbeit der Chirurgen. Die neuen technischen Geräte sollen sich an den Bedürfnissen der Ärzte im OP orientieren. Ein erstes Projekt innerhalb von ICCAS ist schon erfolgreich gelaufen: Zusammen mit Münchner Wissenschaftlern haben die Leipziger ein Operationsinstrument für Nasennebenhöhlenoperationen - eine Art Sauger - entwickelt. Durch die exakte Definition des Operationsfeldes werden Chirurgen vor Fehlern bewahrt. Sobald der vorher definierte Bereich, der gesundes Gewebe umfasst, überschritten wird, schaltet sich das Instrument ab.

Dr. Gero Strauß demonstriert das bei ICCAS entwickelte Instrument für Nasennebenhöhlenoperationen (Foto: Universität Leipzig) 
Hans-Peter Hiepe vom BMBF: „ICCAS soll sich zum Kompetenzzentrum für computer- und robotergestützte Chirurgie entwickeln. Wir verfolgen mit dem Programm „Zentren für Innovationskompetenz“ ein ehrgeiziges Ziel: exzellente Forschung aufzubauen und internationale Wissenschaftler in die Neuen Ländern zu ziehen. Dabei ist uns auch der strategisch-wirtschaftliche Aspekt wichtig: die Zentren sollen ähnlich wie ein Industrieunternehmen geführt werden und den Bogen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schlagen.“