Innovationsforum "Kunststoffverarbeitung" in Schkopau

Das Interesse war groß: Am 25. und 26. Januar lud Polykum e.V. zum Innovationsforum "Kunststoffverarbeitung" ein, zu dem sich rund 220 Teilnehmer in Schkopau trafen.

Kunststoffverarbeitung im Großraum Halle-Merseburg – der industrielle Kern des so genannten Chemiedreiecks Schkopau-Buna-Leuna wächst. Nicht zuletzt durch die Ansiedlungen der Europa-Zentrale von Dow Chemical und der ELF-Raffinerie konnten sich hier zahlreiche Mittelständler, die sich mit Herstellung und Verarbeitung von Kunststoffen befassen, erfolgreich etablieren.

Der Polykum e.V. arbeitet vor diesem Hintergrund an einem Netzwerk, dass Konzerne und Mittelständler zusammenbringen, Kontakte zu Wissenschaftlern befördern und vor allem die Ländergrenzen zu Sachsen und Thüringen in dieser Branche überwinden soll. Höhepunkt der Aktivitäten des Vereins 2005 war die Inbetriebnahme des Fraunhofer Pilotanlagenzentrums für Polymersynthese in Schkopau. Die Gründung des Kunststoff-Kompetenzzentrums auf dem Campus der Fachhochschule Merseburg steht in diesem Jahr bevor.

Am 25. und 26. Januar 2006 lud Polykum e.V. zum Innovationsforum "Kunststoffverarbeitung" ein, zu dem sich rund 220 Teilnehmer in Schkopau trafen. Zum einen, um die fachliche Qualität der Region kennen zu lernen und zum anderen, um den regionalen Akteuren den Kontakt zu Unternehmern und Wissenschaftlern aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und Finnland zu ermöglichen. Zwei Drittel der insgesamt 120 teilnehmenden Unternehmen stammten aus Mitteldeutschland, ein Drittel reiste aus anderen Regionen Deutschlands und Europas an.

Hans-Peter Hiepe, Referatsleiter BMBF, begrüßte die Teilnehmer des Innovationsforums

Das Innovationsforum war nach erster Einschätzung des BMBF und der Landesregierung Sachsen-Anhalt ein besonders gutes Beispiel, wie Unternehmer und Wissenschaftler im Osten ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen können und müssen. Es ist davon auszugehen, dass sich die Akteure der Branche in dieser Region künftig für weitere Förderangebote aus "Unternehmen Region" qualifizieren möchten. Aber auch für Existenzgründer ist der Bereich Kunststoffverarbeitung außerordentlich interessant, da anfangs oft nur kleine Investitionen nötig sind. Neueinsteigern steht außerdem das Polykum-Netzwerk als Partner zur Seite.

Im Chemiedreieck sind zurzeit ca. 200 Firmen mit 24.000 Mitarbeitern in der Herstellung und Verarbeitung von Kunststoffen tätig. Das Wachstum der Kunststoffverarbeitung belief sich 2005 in den neuen Ländern auf ca. 7 Prozent, in Deutschland insgesamt auf 2,9 Prozent. Die realistische Zukunft der Kunststoffverarbeitung in Deutschland besteht ausschließlich in der Herstellung und Verarbeitung von sehr anspruchsvollen Kunststoffen, die z.B. im Automobilbau, im Maschinenbau und Flugzeugbau und in der Unterhaltungselektronik eingesetzt werden. Massenware in Deutschland zu produzieren ist nicht mehr möglich.