Innovationsforum "PlasmaPlusBio" in Greifswald

Die regionalen Stärken Mecklenburg-Vorpommerns auf den Gebieten Plasmatechnologie und Lebenswissenschaften bündeln – mit diesem Ziel trafen sich am 1. und 2. Februar rund 100 Vertreter von Unternehmen und Forschungseinrichtungen zum Innovationsforum PlasmaPlusBio in Greifswald. Die Initiatoren – das Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik e.V. (INP), das Technologiezentrum Fördergesellschaft mbH Vorpommern (TZV) und das BioTechnikum Greifswald GmbH – wollen auf dem Gebiet der Plasmatechnologie neue Märkte für den Nordosten erschließen.

„Wir wollen den Begriff ‚Plasmatechnologie’ unter die Menschen bringen!“, so Prof. Klaus-Dieter Weltmann, Direktor des Instituts für Niedertemperatur-Plasmaphysik. Tatsächlich ist die Anwendungsvielfalt von Plasmatechnik enorm, aber in der breiten Bevölkerung bisher weitgehend unbekannt. Plasmen sind eine gasförmige Materie mit hervorragender Reaktionsfähigkeit, die es ermöglicht, Materialien mit neuen Eigenschaften herzustellen. In der Medizintechnik können Plasmaverfahren beispielsweise die Eigenschaften von Implantaten und Stents deutlich verbessern. Ein weiteres großes Anwendungsgebiet liegt in der Kunststoffverarbeitung. So kann etwa keine Kunststoffverpackung bedruckt werden, ohne mittels Plasmatechnik zuvor modifiziert zu werden. Auch in der Fahrzeugindustrie werden Kunststoffe per Plasmaverfahren für Lackier- und Klebeprozesse vorbereitet.

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit in Greifswald steht die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren im Bereich Lebenswissenschaften. So will z.B. das INP gemeinsam mit der Riemser Arzneimittel AG per Plasmaverfahren Arznei- und Kosmetikverpackungen sterilisieren, um auf Konservierungsstoffe, verzichten zu können – diese lösen bislang häufig Unverträglichkeiten aus. Das auf dem Innovationsforum vorgestellte gemeinsame Forschungsprojekt klingt viel versprechend für die Region Vorpommern. „Wir wollen unsere Nischen stärken in strategischer Entwicklung“ beschreibt Dr. Dagmar Braun, von der Riemser Arzneimittel AG ihre Intention mit dem INP zusammenzuarbeiten.

Hans-Peter Hiepe, Referatsleiter BMBF, bei seinem Grußwort vor den Teilnehmern des Innovationsforums

„Das Innovationsforum PlasmaPlusBio soll Vertreter verschiedener Fachrichtungen miteinander in Kontakt bringen und eine weiter führende Zusammenarbeit anstoßen“, erläutert Hans-Peter Hiepe, Referatsleiter im BMBF. „Denn hier gibt es technologische Potenziale, die ein Alleinstellungsmerkmal markieren und es wert sind, gehört zu werden.“

„Plasmatechnologie und Life Science ist nur ein Anfang, wir wollen weitermachen“, so Prof. Weltmann. Als deutliches Signal für die Zukunft haben in Greifswald sieben Teilnehmer einen Letter of Intent zur gemeinsamen Forschung und Entwicklung geschlossen. Firmen wie DOT GmbH medical implant solutions Rostock, Cortronik Rostock, Riemser Arzneimittel GmbH wollen diesen Weg gemeinsam mit dem INP Greifswald, dem IIB Rostock und dem TZV sowie dem BioTechnikum Greifswald gehen.

Präsentation des Instituts für Niedertemperatur-Plasmaphysik (INP)