Stoffwandlung in Gase - Freiberg

Thema

Die effektivere Nutzung fossiler Energieträger und der Einsatz erneuerbarer Energien werden immer notwendiger - und somit die Weiterentwicklung von Vergasungstechnologien immer interessanter. Die Region Freiberg hat eine lange Tradition und eine besondere Konzentration von Kompetenzen im Bereich der Energieerzeugung, -speicherung und -anwendung. Die am Standort verfügbaren halbtechnischen Versuchsanlagen für Vergasungsprozesse bieten weltweit einmalige Voraussetzungen für eine effektive Technologie- und Apparateentwicklung. Den derzeitig erreichten Kompetenzvorsprung auf diesem Gebiet gilt es weiter zu entwickeln und dadurch neue Geschäftsfelder und Märkte durch tragfähige Verfahren, Produktlinien und marktfähige Produkte zu erschließen.

Die Vergasung ist derzeit eine der wichtigsten Schlüsseltechnologien für die Energie- und Rohstoffwirtschaft. Die Vergasungstechnik komplettieren Anlagen zur Aufbereitung der Einsatzstoff, zur Bereitstellung der Vergasungsmittel, zur Reinigung der Abluft und des Abwassers und zur Verwertung des Brenngases oder des Synthesegases.

Vorteile der Vergasung gegenüber der Verbrennung liegen in der hohen Brennstoff- und Produktflexibilität. Vergasungsprozesse können bei der Nutzung fossiler Energieträger, dem Einsatz von Biomasse, der Bereitstellung umweltfreundlicher Kraftstoffe und der Rohstoffgewinnung bei Recycling wesentlich zur Verringerung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes beitragen. Das Innovationsforum greift vier thematische Schwerpunkte auf:

  • Vergasung von Abfällen
  • Vergasung von Biomasse in zentralen Anlagen
  • Vergasung von Biomasse in dezentralen Anlagen
  • Vergasung von Kohle

Arbeitsgruppen setzen sich mit den Entwicklungen auf diesen Gebieten intensiv auseinander und leiten weiteren FuE Bedarf mit dem Ziel ab, die forschungsseitige Zusammenarbeit zwischen den Universitäten und den Unternehmen künftig zu intensivieren und einen Meinungsaustausch in nationalen und internationalen Fachkreisen anzuregen.

Ziele

Das Innovationsforum "Stoffwandlung in Gase im Bereich der Energieverfahrenstechnik" will die in Sachsen vorliegenden Erfahrungen in Forschungseinrichtungen und Unternehmen auf diesem Gebiet bündeln, Synergien erschließen und zu einer langfristigen und erfolgreichen Zusammenarbeit führen. Mit der Gründung des Deutschen Zentrums für Vergasungstechnik an der TU Bergakademie gab es 2005 dazu den ersten Schritt. Künftig soll die gesamte Wertschöpfungskette, angefangen bei FuE bis zur Anlagenerstellung einschließlich der dazu notwendigen Peripherie, eingebunden werden. Dazu gilt es, das im Aufbau befindliche Netzwerk zu stärken und durch Einbindung weiterer Partner eine kontinuierliche Arbeit zu sichern und weiter zu entwickeln.

Die wesentlichen Ziele des Freiberger Innovationsforums sind:

  • Überregionale Verbreitung der regionalen Kompetenzen auf dem Gebiet der Vergasungstechnik
  • Aus- und Aufbau eines interdisziplinären Netzwerkes, das entlang der Wertschöpfungskette arbeitet und die innovative Technologieentwicklung befördert
  • Informationsaustausch zwischen Technologieanbietern und potentiellen Nutzern
  • Herausarbeitung und Umsetzung von FuE-Projekten

Wissen

Die Region Freiberg hat sich in der Vergangenheit zum deutschen und internationalen Zentrum für Vergasungstechnologien entwickelt. Der Grundstein dafür wurde mit dem Staatlichen Braunkohlenforschungsinstitut bereits 1921 gelegt, mit der Gründung des Deutschen Brennstoffinstituts entstand dann 1956 eine weltweit einzigartige Großforschungsstätte auf diesem Gebiet.
Ohne die Leistungen bekannter sächsischer Wissenschaftler wäre die ostdeutsche Braunkohleindustrie mit den damals weltweit modernsten Veredelungstechnologien nicht denkbar gewesen:

  • Braunkohlenhochtemperatur (BHT)-Verkokung nach Rammler und Bilkenroth
  • Festbett-Druckvergasung von PKM/Leipzig
  • Lurgi-Spülgasschwelung
  •  die Großröhrentrocknung und der
  • GSP-Flugstromvergasung

Mit dem unternehmerischen Engagement der ansässigen KMU, von Shell AG und SIEMENS AG sowie durch die intensive Zusammenarbeit mit Unternehmen wie DaimlerChrysler, Lurgi, RWE, Vattenfall oder VW gewinnt die Freiberger Region auf diesem wichtigen Technologiegebiet ihre führende Position zurück.

Das Innovationsforum führt die auf dem Gebiet der Vergasung tätigen europäischen Fachleute zusammen, um die Ergebnisse der Arbeitsgruppen vorzustellen und zu diskutieren. In Auswertung der Ergebnisse ergibt sich eine Schärfung des Profils, eine Intensivierung von FuE zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen und eine Verbreiterung der Mitgliederbasis für das Deutsche Zentrum für Vergasungstechnik. 

Die Region

Freiberg hat auf dem Gebiet der Vergasungstechnik eine unikale Forschungsinfrastruktur und weltweit agierende Unternehmen vorzuweisen. Insbesondere zu nennen sind die TU Bergakademie Freiberg mit dem Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurswesen und dessen Hochdruckvergasungsforschung sowie den Pilot- und Demonstrationsanlagen zur Flugstromvergasung der SIEMENS Fuel Gasification Technology GmbH und der CHOREN Industries GmbH.

Zur Zeit errichtet die CHOREN Industries GmbH in Freiberg die weltweit erste Betriebsanlage für SunDiesel (Biokraftstoff der 2. Generation). Die SIEMENS Fuel Gasification Technology GmbH plant derzeit eine 500 MW-Flugstromvergasung für Kohle in Spreetal. Ausgehend von den jahrzehntelangen Erfahrungen der Kohlevergasung entstand hier ein einmaliges Know how auf den Gebieten Vergasung von Kohle, Biomasse und Abfall sowie der Produktion von BTL- uns GTL-Kraftstoffen.

Dieses Know How und die aktuellen Aktivitäten auf diesem Fachgebiet sollen mit Hilfe des Innovationsforums im Deutschen Zentrum für Vergasungstechnik gebündelt, und zur Profilierung der Region weiterentwickelt werden.  

Kontakt

Stefan Grunig
Freiberger Interessengemeinschaft der
Recycling- und Entsorgungsbetriebe e.V.
Silberhofstr. 84
09599 Freiberg
Tel.: 03731/727 56
Fax: 03731/727 57
E-Mail: info[at]dhc-freiberg.de
Internet: http://www.fire-ev.de/; www.gizef.de

Innovationsforum am 2./3. November 2006 in Freiberg.
Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen.