Biopolymere für die Papierindustrie - Groß Lüsewitz

Thema

Auf dem weltweiten Prüfstand für moderne Technologien können neue Produktionsverfahren und innovative Produkte nur bestehen, wenn sie kostengünstig und ressourcenschonend mit minimalem Energieaufwand erzeugt werden und sich am Ende ihrer Lebensdauer problemlos in den natürlichen Stoffkreislauf der Natur zurückführen lassen.

Die Notwendigkeit zur Verbesserung der Nachhaltigkeit von Produktionen hat für nachwachsende Rohstoffe, insbesondere aufgrund ihres oft hohen Gehaltes an Biopolymeren zu intensiven Applikationsbemühungen im Non-Food Bereich geführt. Mit dem Innovationsforum «Biopolymere aus Getreidemehl für die papierverarbeitende- und veredelnde Industrie» soll eine Innovations- und Informationsplattform geschaffen werden, bei der sich Fachleute aus verschiedenen Branchen mit den Kompetenzfeldern Züchtungsforschung und Züchtung, Rohstoffaufarbeitung, Technologieentwicklung sowie der Stärkeverarbeitung und -veredelung einbringen. Im Ergebnis dieses Innovationsforums sollen die Chancen, Risiken und Trends für eine erfolgreiche Etablierung neuer Technologien und Produkte in der Papierverarbeitung und -veredelung aufgezeigt werden.

Die Bündelung der Ressourcen und die Koordinierung der gemeinsamen FuE-Aktivitäten sollen im Ergebnis mittelfristig das nachhaltige Wachstum der Unternehmen unterstützen und neue Absatzmärkte erschließen.

Ziele

  • Bildung von Expertengruppen, die relevante Fragestellungen der Züchtungsforschung und Züchtung von Getreide, Rohstoffaufarbeitung, Technologieplanung und -entwicklung sowie Produkt- und Anwendungsentwicklung diskutieren und beraten
  • Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den kleinen und mittelständischen Unternehmen und den Forschungseinrichtungen
  • Entwicklung eines Fließschemas zum Stand der Arbeiten sowie der Defizite entlang der Wertschöpfungskette und Realisierung einer Strategie zur Vernetzung der
    Projektpartner
  • Identifizierung interdisziplinärer FuE-Vorhaben zur effektiven Umsetzung von innovativen Produkten unter Ausnutzung aufeinander abgestimmter Wertschöpfungsketten

Wissen

Die Technologie der trockenchemischen Direktmodifizierung ermöglicht erstmals durch eine Derivatisierung des Getreidemehls Eigenschaftsänderungen des stärkehaltigen Rohstoffs wie die gezielte Beeinflussung des Viskositätsverhaltens, der Löslichkeit, der Geliertemperatur. Dieses Verfahren gestattet die unmittelbare Verwendung von Mühlenprodukten unter Einbeziehung aller enthaltenen Getreideinhaltsstoffe. Neben der wesentlich intensiveren Rohstoffnutzung stellt die Produktion von trockenchemisch derivatisierten Getreidemehlen gegenüber konventionellen Stärkeprodukten einen beträchtlichen Umweltvorteil dar, der sich durch die Verwendung ökologisch angebauter Getreidearten auf Grenzstandorten deutlich erweitern lässt. Aufgrund geringer Ansprüche an Klima und Boden eignet sich neben Weizen und Triticale der Einsatz von Roggen als natürliche low-input Kultur.

Chancen für die Region
Das Innovationsnetzwerk soll eine langfristige Perspektive für die Nutzung der in großem Umfang zur Verfügung stehenden Flächen in Mecklenburg-Vorpommern und durch die leistungsfähigen Agrarbetriebe schaffen. Besonders die großen einheitlichen Partien bieten die Möglichkeit zur Gewinnung von landwirtschaftlichen Rohstoffen mit neuartigen Verwertungseigenschaften für die getreideverarbeitende Industrie und schaffen Möglichkeiten der Industrialisierung. Diesen Umstand gilt es in Zukunft in vollem Umfang zu nutzen.

Die Region

Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Agrarwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern zu sichern, sind innovative Ideen für neue Produkte und Dienstleistungen sowie deren Umsetzung gefragt. In den Unternehmen und in der Forschungslandschaft Mecklenburg-Vorpommerns ist ein großes Potenzial an Know-how vorhanden. Mecklenburg-Vorpommern hat sich durch jahrelange Züchtungsforschung und Züchtung von Stärkepflanzen in den wissenschaftlichen Forschungseinrichtungen und privaten Saatzuchtunternehmen des Landes eine anerkannte Kompetenz auf dem Gebiet der Stärkepflanzenzüchtung aufgebaut. Am Standort Groß Lüsewitz wird seit über 50 Jahren Züchtungsforschung betrieben. Heute befinden sich hier die Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) mit den Instituten für landwirtschaftliche Kulturen (ILK) und abiotische Stresstoleranz (IST), die Genbank  für Kartoffeln des Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), die Nordring-Kartoffelzucht- und Vermehrungs-GmbH (NORIKA) und das in 2004 eröffnete AgroBioTechnikum. Damit verfügt der Standort über wesentliche Voraussetzungen, um die führende Rolle der modernen Pflanzenzüchtung weiter auszubauen.

Kontakt

Dipl. Ing. agr. Katrin Petersen
BioCon Valley GmbH
Technolgiezentrum Warnemünde
Friedrich-Barnewitz-Straße 8
18119 Rostock
Tel.: (0381) 51 96 49 57
E-Mail: kp[at]bcv.org


Innovationsforum am 10./11.Oktober 2006 in Groß Lüsewitz.
Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern.