IGAMED - Intelligente Gassensoren in der Analytik und Medizin - Schwerin

Thema

Geruch ist ein zuverlässiger Krankheitsindikator. Intelligente Gassensoren können Krankheiten effizienter als Laborverfahren aufspüren.

Noch vor einigen Jahrhunderten spielte der Geruch bei der Diagnose von Erkrankungen eine zentrale Rolle. Durch die Einführung aufwendiger chemisch-analytischer Laborverfahren geriet diese Sinneswahrnehmung zunehmend in den Hintergrund. Untersuchungen weisen jedoch daraufhin, dass es gasförmige Substanzen gibt, die bei bestimmten Krankheitsbildern auftreten. Wenn es gelingen würde, diese Substanzen in Online-Messverfahren durch die Einführung neuer Produkte und Prozesse zuverlässig zu detektieren, könnten die Mediziner erheblich entlastet werden.

Bei der Entwicklung von neuen Produkten im Medizinsektor spielen Sensoren zur Analyse und Diagnostik eine wichtige Rolle. Intelligente Gassensoren können  Verbindungen, z. B. im Atemgas, schnell und unkompliziert erfassen. Mit einem entsprechenden Probenahmeverfahren und einer Auswertungssoftware können sie zeit- und kostensparend vor Ort im Bereich der Erstdiagnostik eingesetzt werden. Deutschland ist im Bereich der Sensortechnik weltweit führend, wodurch entsprechende Kompetenzen vorhanden sind. Durch die Knüpfung von regionalen und überregionalen Kontakten aus den Bereichen Sensorik und Medizintechnik sowie unter Einbeziehung möglicher Anwender kann der Innovationsprozess in der Medizintechnik durch die Ausschöpfung der Potenziale forciert werden.

Ziele

Ziel des Innovationsforums ist es, das Know-how der vielen kleinen und mittleren Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Gebiet der Sensortechnik und Mustererkennung zu bündeln, um neue Produkte für die Medizintechnik zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

Um dieses Ziel zu erreichen, soll durch die Einbeziehung potenzieller Anwender der Bedarf für Sensortechnologien im medizinischen und analytischen Bereich ermittelt werden. Im Anschluss sollen im Rahmen des Innovationsforums Strategien für zukünftige Entwicklungsrichtungen erarbeitet und durch die Initiierung und Vertiefung von Kooperationen in Netzwerken umgesetzt werden. Durch die Bildung interregionaler Allianzen wird den Beteiligten der Kontakt zu nationalen und internationalen Partnern erleichtert bzw. ermöglicht. Die Zielsetzungen lauten im Einzelnen:

  • Herausarbeitung der Bedeutung und des Bedarfes von Sensorik in der Medizin und Analytik
  • Ermittlung und Präsentation des aktuellen Entwicklungsstandes im Bereich der Sensortechnik
  • Ableitung neuer Produkte, Nutzung neuer Technologien (Erschließung der Innovationspotenziale und -kompetenzen)
  • Bildung interdisziplinärer Kooperationen zur Entwicklung neuer Produkte und Verfahren
  • Bekanntmachung des in der Region vorhandenen Wirtschafts- und Forschungspotenzials

Wissen

Sensoren stellen die Schnittstelle zwischen der Umwelt und dem elektronischen Medium dar. Mittels einer geeigneten Probenahme registrieren sie die relevanten Eigenschaften bzw. Zustände und wandeln diese in elektrische Signale um. Diese Signale können dann nutzbar gemacht werden.

Besondere Fortschritte konnten durch den  Einsatz neuer innovativer Sensoren in den Bereichen der chemischen Analytik (Gas-Sensor-Arrays, elektronische Nasen) und der medizinischen Diagnostik bzw. Therapie erzielt werden.

Neben weiteren Entwicklungen und Optimierungen bei den Sensormaterialien sind insbesondere Innovationen durch die Verbindung von Datenauswertungsverfahren mit Sensorelementen zu intelligenten und busfähigen Sensoren möglich und zu erwarten. Durch diese Kopplung können neue oder verbesserte Funktionalitäten (Erhöhung der Nachweisgrenze und der Selektivität, Verbesserung Signal-/Rauschabstand, Miniaturisierung, Kostenreduktion) realisiert werden.

Kompetenzen im Bereich der Atemgasdiagnostik, der Herstellung von Gassensoren und der Integration dieser in Messgeräten liegen in Mecklenburg-Vorpommern vor. Mit der Kenntnis der Zielsubstanzen lassen sich Gassensorsysteme produzieren, um schnell diejenigen Atemgasbestandteile zu identifizieren, welche auf Krankheitsbilder hinweisen. Die Gassensorsysteme können mit einer entsprechenden Auswertungssoftware zeit- und kostensparend vor Ort im Bereich der nicht-invasiven Erstdiagnostik
eingesetzt werden.

Kontakt

AIRSENSE Analytics GmbH
Dr.-Ing. Andreas Walte
Hagenower Str. 73
19061 Schwerin
Tel.: (0385)3993-280
Fax: (0385)3993-281
E-Mail: info[at]airsense.com
Internet: http://www.airsense.com/
weitere Infos zum Projekt: http://www.igamed.org/


Innovationsforum am 31. Mai / 01. Juni 2007 in Schwerin.
Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern.