iPOC - Integrierte Proteinchips für die Point-of-Care Diagnostik - Potsdam (2006-2011)

Das InnoProfile-Vorhaben

Die Verfügbarkeit von schnellen, preiswerten und kleinen Messinstrumenten, die in direkter Nähe   des Patienten den aktuellen Gesundheitsstatus anzeigen können, ist der Wunsch eines jeden Arztes - ob in   der Klinik, in der Arztpraxis oder am Unfallort. Auch im Rahmen der Patientenselbstkontrolle zuhause oder unterwegs finden solche Testgeräte immer stärkeren Zuspruch. Eins der prominentesten Beispiele für diese Art von Geräten sind die Blutzuckermessgeräte, die in jeder Apotheke zu erhalten sind. Im Gegensatz dazu sind bisher nur wenige gute Tests auf dem Markt, die die genaue Bestimmung von mehreren Proteinen des Patienten vor Ort zulassen. In diesem Bereich besteht z.B. in Bezug auf die Einschätzung von Diabetes- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein hohes Marktpotenzial.

Zur Unterstützung von diagnostisch ausgerichteten kleinen mittelständischen Firmen in der Region Berlin/ Brandenburg wurde am 01.08.2006 die InnoProfile-Nachwuchsforschungsgruppe "Integrierte Proteinchips für die Point-of-Care Diagnostik- iPOC" an der Universität Potsdam eingerichtet. Die Beantragung der Gruppe geht auf eine gemeinsame Initiative des Zentrums für Advanced Protein Technologies (Universität Potsdam) und des Kompetenznetzes BioHyTec zurück.

Die neun Mitarbeiter starke Gruppe, die über fünf Jahre mit insgesamt 2,5 Millionen Euro gefördert wird, hat das Ziel, an Kernproblemen bei der Entwicklung von sehr kleinen und schnellen Proteinchips zu arbeiten. Die Nachwuchsgruppe ist auf dem Campus Potsdam-Golm angesiedelt und kann auf langjährige Erfahrungen der Universität Potsdam auf den Gebieten der Bioanalytik (Prof. F. Scheller), Chiptechnologie (Prof. F. Bier), Lasertechnik (Prof. H.-G. Löhmannsröben) und Molekularbiologie (Prof. M. Steup, Prof. B. Müller-Röber) aufbauen. Unterstützt wird die Nachwuchsgruppe durch die beteiligten Firmen aus der Region, die beteiligte Franz-Volhard-Klinik in Berlin-Buch und die auf dem Campus Golm ansässigen Max-Planck- und Fraunhofer-Institute.

Die Ziele

Es soll eine Plattformtechnologie für kleine und schnelle Proteinchips entwickelt werden, die später in Handgeräten Einsatz finden könnten.

Da für eine Anwendung in der Point-of-Care Diagnostik die Durchführung der Analyse sehr einfach gestaltet sein muss, besteht ein Ziel darin, alle Analyseschritte in einem Chip zu integrieren. So kann die Patientenprobe direkt und ohne aufwendige Vorbehandlung appliziert werden. Neue Prinziplösungen zur schnellen optischen und elektrochemischen Signalgenerierung und zur Parallelisierung in miniaturisierten Mikrofluidiksystemen sollen erarbeitet werden. Als analyterkennende Komponente werden zunächst Antikörper zur Anwendung kommen. Unterstützt wird die Proteinchipentwicklung durch neue molekularbiologische Verfahren der Proteinherstellung. Die Chips sollen bis zu zehn Proteine in sehr geringen Blutmengen (≤ 1µl) und in kurzer Zeit analysieren können. In Zusammenarbeit mit den beteiligten Firmen sollen zunächst Lösungen für integrierte Proteinchips für die Diagnose von Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entwickelt werden.

Die thematischen Schwerpunkte

  • Optische und elektrochemische Signaltransduktion
  • Parallelisierung/Immobilisierung
  • Miniaturisierung/Integration
  • Proteinexpression/Bindergenerierung

Die Partner

  • FILT Lungen- und Thoraxdiagnostik GmbH, Berlin
  • BST Bio Sensor Technologie GmbH, Berlin
  • Celltrend GmbH, Luckenwalde
  • In.vent Diagnostica GmbH, Hennigsdorf
  • Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik, Golm
  • Franz-Volhard-Klinik, Berlin    

Kontakt

Dr. habil. Axel Warsinke
iPOC Nachwuchsgruppe
c/o Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT
Am Mühlenberg 13
14776 Potsdam-Golm
Tel.: 0331 58187-561
E-Mail: warsinke[at]uni-potsdam.de