BMBF-Förderung ist gute Düngung für die InnoPlanta-Initiative

Das Statusseminar der Initiative InnoPlanta am 19.10.2006 in Gatersleben hielt fest, dass der InnoRegio-Wettbewerb der Startschuss für eine Biotechnologie-Offensive in Sachsen-Anhalt gewesen ist.

„Mit der Auszeichnung der Innoplanta-Initiative im Innoregio-Wettbewerb des BMBF konnte dieses Netzwerk im Harzvorland maßgeblich Einfluss auf die Pflanzenbiotechnologie in Sachsen-Anhalt und ganz Deutschland nehmen.“ Dieses Fazit zog Dr. Uwe Schrader, Vorstandsvorsitzender des Innoplanta e.V., beim Statusseminar am 19. Oktober in Gatersleben bei Quedlinburg.

Das Bundesforschungsministerium fördert die Initiative im Zeitraum 2003-2006 mit etwa 20 Millionen Euro. 50 Prozent der Gelder gingen an Unternehmen dieser Region, die als Partner gemeinsam mit Wissenschaftlern der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ) Quedlinburg, des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) Gatersleben sowie der Martin-Luther-Universität Halle/Saale an Innovationen in der Pflanzenbiotechnologie arbeiten.  Bereits 34 der insgesamt 38 vom BMBF geförderten Forschungsprojekte konnten bis jetzt abgeschlossen werden. Mit einem Volumen von 12,5 Millionen Euro nahm die molekulargenetische Forschung die meisten Gelder in Anspruch.

Mehr als 100 neue Arbeitsplätze konnten im Innoplanta-Netzwerk geschaffen werden.

Ein Einsatz, der sich lohnt: Im Umfeld der Innoplanta-Initiative wurden bis jetzt drei Unternehmen neu gegründet. Zwei wichtige Unternehmen der Pflanzenbiotechnologie siedeln sich im neu entstehenden Biopark Gatersleben an. Mehr als 100 neue Arbeitsplätze konnten im Innoplanta-Netzwerk geschaffen werden, 130 neue Produkte und Verfahren wurden entwickelt, 70 Forschungskooperationen entstanden. 89 Mitglieder arbeiten zurzeit im Innoplanta-Netzwerk mit. Dr. Uwe Schrader: „Die InnoRegio-Förderung hat besonders unseren kleinen und mittelständischen Unternehmen geholfen, ihre Situation zu stabilisieren. Mit dem Auslaufen der BMBF-Förderung am Jahresende stehen wir jetzt vor der Herausforderung, die zahlreichen Forschungsergebnisse so rasch wie möglich in marktgerechte Produkte zum Beispiel für die Landwirtschaft und die chemische Industrie zu überführen. Die hier vorhandenen Marktpotenziale dürfen nicht an unserer Region vorbeigehen. Der im Innoplanta-Netzwerk heute vorhandene Wissensvorsprung muss jetzt genutzt werden.“

Diesem Ziel dient auch die „Arbeitsgemeinschaft innovative Landwirte“, die unter dem Dach des Innoplanta e.V. neu gegründet wurde. Hier sollen Landwirte, die an den Möglichkeiten der Pflanzenbiotechnologie interessiert sind, eine Plattform für Kompetenz, Diskussion und Meinungsäußerung finden. Neuestes Innoplanta-Projekt ist das „Grüne Labor Gatersleben“. Am 1. November  öffnet es seine Türen für Schüler, Lehrer und Eltern, um sie auf anschauliche Weise mit den Ursprüngen, der Gegenwart und den künftigen Möglichkeiten der grünen Biotechnologie bekannt zu machen.

Prof. Dr. Ulrich Wobus, geschäftsführender Direktor des IPK, unterstrich die Notwendigkeit von Freilandversuchen als wesentlichen Bestandteil der biotechnologischen Forschung: „Zur Entwicklung zum Beispiel verbesserten Saatgutes brauchen wir diese Möglichkeit.“

In die Schlagzeilen geraten war der Innoplanta e.V. vor allem durch die Freilandversuche mit gentechnisch verändertem Mais. Die Versuche waren, bezogen auf die Resistenz gegen den schädlichen Maiszünsler, erfolgreich. Der dafür entwickelte Bt-Mais ist inzwischen offiziell zum Anbau zugelassen. Noch in diesem Jahr erwartet Ulrich Wobus die Genehmigung für einen Freilandversuch mit gentechnisch verändertem Weizen, der mehr pflanzliche Qualität und einen höheren Ertrag verspricht: „Für den Erfolg unserer Arbeit ist die Zulassung dieser Freisetzungen die Nagelprobe. Damit entscheidet sich, ob die Pflanzenbiotechnologie die Harzregion weiter und stärker prägen wird.“

Weitere Forschungsarbeiten im Rahmen der Innoplanta-Initiative befassen sich beispielsweise mit der Züchtung und Optimierung des Anbaus von Basilikum, Oregano, Thymian und Bohnenkraut im Harzvorland zur Gewinnung von pflanzlichen Rohstoffen für die Pharmazie und die Ernährungswirtschaft. Darüber hinaus wird Lupinenmehl als Ersatz für Sojamehl erprobt. Außerdem konnte die bisher umfangreichste Genkartierung der Zuckerrübe erstellt werden.