"Im Osten viel Neues!" - Die Innovationswoche Ost in Berlin

Vom 8. bis 11. November veranstaltete das Bundesministerium für Bildung und Forschung in Berlin die Innovationswoche Ost, die unter dem Motto "Im Osten viel Neues!" renommierte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zur Diskussion über die Innovationspolitik für die Neuen Länder zusammenbrachte.

Bundesforschungsministerin Annette Schavan eröffnete die Veranstaltung am 8. November mit einer Ministerkonferenz, auf der sie mit den Wissenschafts- und Wirtschaftsministern der Neuen Länder Leitlinien für die künftige Innovationspolitik in Ostdeutschland entwickelte. Ergebnis der Gespräche ist ein Memorandum, das als Grundlage für die künftige Innovationspolitik dienen soll. "In diesem Papier definieren Bund und Neue Länder erstmalig gemeinsam die Schwerpunkte ihrer Technologiepolitik", sagte Schavan nach dem Treffen. "Wir ziehen an einem Strang, um Ostdeutschland durch die Steigerung der wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit nach vorn zu bringen."

 Die Minister bei der Pressekonferenz.

 Zu Besuch bei MAHREG (v.l.n.r.): Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt, Ministerin Schavan, Uve Jacubke, MAHREG und MinR Hans-Peter Hiepe, BMBF.

 Die Ministerin im Gespräch mit Dipl.-Ing. Andreas Unger am Stand des IAW 2010 e. V.  Beim 3-D-Erlebnis im Kino der InnoRegio
Barrierefreie Modellregion aus Thüringen.

Am Abend des 8. November begann der offizielle Teil der Innovationswoche Ost mit verschiedenen Beiträgen zu dem Thema "Wir brauchen das Neue - Innovation ist der Schlüssel für den Erfolg".

 "Licht und Schatten weisen den Weg nach vorn!" so der Titel des Vortrags von Dr. Klaus von Dohnanyi.

 Prof. Dr. Johanna Wanka, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Brandenburg referierte über die "Innovationspolitik in den Neuen Ländern am Beispiel Brandenburg".

 

Prof. Dr. Dr. h. c. Reinhard Hüttl, BTU Cottbus und Vize-Präsident acatech bekräftigte "Ohne Innovation kein nachhaltiges Wachstum".


Am 9. November folgten drei Podiumsdiskussionen, bei denen Chancen und Perspektiven für die Neuen Länder sowie neue Ansätze der Exzellenzsicherung und Innovationsförderung von Experten erörtert und gemeinsam mit dem Publikum diskutiert wurden. Vertreter. Im ersten Teil befassten sich die Podiumsteilnehmer mit Exzellenz- und Nachwuchssicherung, der zweite Teil der Veranstaltung beleuchtete die Problematik der Innovation zwischen Idee und Markt und in der dritten Podiumsrunde wurden Status quo, Ziel, Perspektiven und Grenzen des Aufbau Ost diskutiert.

 "Wir müssen Exzellenz fordern und fördern!" - mit diesem Thema eröffnete MinR Hans-Peter Hiepe die Veranstaltung.

 Dem Thema der Nachwuchs- und Exzellenzsicherung "Exzellenz bewegt (und sichert Nachwuchs)!" widmeten sich auch Prof. Dr. rer. Rainer Künzel, Prof. Dr. Jürgen Popp, Hans-Peter Tuliszka, Prof. Dr. Michael Baumann und Moderator Dieter Wonka (v.l.n.r.).

 Dr. Hans-Peter Klös, Guido Schulte, Prof. Dr. Kathrin Möslein, Dr. Tilo Messer und Dieter Wonka (v.l.n.r.) erörterten die Chancen und Perspektiven für die Neuen Länder im Rahmen des Themas "Neu allein genügt nicht - Innovations zwischen Idee und Markt".  "Blühende Landschaften oder einzelne Leuchtürme: Was kann eine Förderung wirklich leisten?" Moderiert von Wolfgang Kenntemich, MDR (rechts außen) diskutierten Alexander von Witzleben, Dr. Joachim Ragnitz, Prof. Dr. Rolf Kreibich, Prof. Dr. Karl-Heinz Hirschmann und Prof. Dr. Helmut Seitz (v.l.n.r.) diese Frage.

Am 10. November führte Leo Busch, n-tv, das Publikum durch das Programm, das alle Sinne ansprach und zum Zuhören und Zusehen einlud. Der weltweit bekannte Violinmeister Prof. Gratchia Arutunjan führte das Ergebnis einer langjährigen Forschungstätigkeit von Dr. Friedrich Blutner vom Wachstumskern intonato vor: Den perfekten Klang einer neu entwickelten Geige, die mit traditionellen Geigen wie Stradivari nicht nur mithalten kann, sondern diese noch übertrifft. In den letzten Wochen hat Dr. Blutner enorme Fortschritte erzielt, die hier zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Prof. Arutunjan spielte dasselbe Stück auf einer traditionellen Geige und zum Vergleich auf der neuen. In einem Doppelkonzert mit einer Schülerin und neuem und altem Instrument begeisterte er das Publikum außerdem mit einem Stück von Bach. Hieran anknüpfend präsentiert Dr. Gerd Heinz die akustische Kamera, die Schallbilder von Musik sichtbar machen kann. Der Erfinder der akustischen Kamera präsentierte in einem kleinen Film Klangbilder zu einem Stück von Prof. Arutunjan und Duettpartnerin.

Ein akustisches Erlebnis ganz anderer Art war der anschließende Vortrag von Prof. Dr. Stephan Jansen, Präsident der Zeppelin Universität in Friedrichshafen. In seinem Vortrag "Die einzige Möglichkeit der Erfindung ist die Erfindung des Unmöglichen!" führte er das Publikum auf eine anspruchsvolle und unterhaltsame Reise durch die Innovationsforschung. Er näherte sich hierbei dem Phänomen Innovation aus kulturwissenschaftlicher Perspektive über die von ihm formulierten "Paradoxien der Innovation".

Zum Abschluss wurde es noch einmal musikalisch: Tänzer führten zu den Klängen des Dresdner Duos "Tango Amoratado" den traditionellen argentinischen Tanz vor. Typisches Instrument des Tango Argentino ist das Bandoneon, das im Erzgebirge, u. a. im InnoRegio-Netzwerk Musicon Valley, produziert und von dort u. a. auch nach Argentinien exportiert wird.

 Leo Busch, n-tv, führte durch das Programm.

 Staatssekretär Thomas Rachel bei seiner Rede zur Abschlussveranstaltung der Innovationswoche.
 Prof. Dr. Stephan Jansen, Präsident der Zeppelin Universität in Friedrichshafen überraschte mit einem kulturwissenschaftlichen Vortrag.

 Violinmeister Prof. Gratchia Arutunjan mit der neu entwickelten intonato-Geige.  Prof. Arutunjan im Duett mit Violinistin Agnes Reuter.
 Tango Amoratado - Das Dresdner Duo mit Klavier und Bandoneon aus dem Vogtland.  Tango Argentino - Die argentinischen Tänzer zeigten ihr Können zu den Klängen der Dresdner Musiker.

Neues zu sehen gab es außerdem auf der begleitenden Ausstellung, auf der Initiativen der Unternehmen-Region-Familie Ausschnitte ihrer Arbeit präsentierten. In den Räumen der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom konnten interessierte Besucher Exponate und Forschungsergebnisse aus verschiedensten Bereichen hautnah erleben. Die Ausstellung, die bis zum 11. November geöffnet war, dokumentierte eindrucksvoll Innovationen aus Ostdeutschland.

 Andrea Weber am Stand von InnoRegio InnoMed aus Magdeburg.  Dr. Robert Möller, Prof. Dr. Jürgen Popp und Mario Krause von der Jenaer BioChip-Initiative (JBCI).
 Markus Gündel und Szilvia Balint vom Wachstumskern intonato aus dem Erzgebirge.  Das Team des ZIK OncoRay aus Dresden.