FunGene - Funktionelle Genomforschung - Greifswald

Das Zentrum für Innovationskompetenz

ZIK-FunGene ist im Jahre 2004 mit dem Ziel gegründet worden, die Proteomexpertise von der Mikrobiologie in die medizinische Fakultät zu übertragen. In der Vor-ZIK-Ära gab es nur begrenzte Expertisen in Transcriptomics (Studie der mRNA-Expression einer Zelle zu bestimmten Zeitpunkten) und in Imaging-Verfahren (bildgebende Verfahren). Diese Expertisen wurden durch die beiden Nachwuchsgruppen zur Verfügung gestellt. Gerade die Toponomics (Imaging) ist für den Nachweis der Lokalisation der Proteine von großer Bedeutung. Eine weitere Facette der Funktionellen Genomforschung, die Metabolomics, fehlte im Jahre 2004 komplett. Aus diesem Grund wurde zusätzlich eine Nachwuchsgruppe Metabolomics gegründet. Mit ZIK-FunGene ist ein interfakultäres Forschungszentrum aufgebaut worden, das international mehr und mehr sichtbar wird und die Universität verändert hat. Höhepunkt dieser Entwicklung war die Gründung eines interfakultären Zentrums für Funktionelle Genomforschung im Jahre 2006, das Wissenschaftler der medizinischen Fakultät, Mikrobiologen und Genetiker unter einem Dach zusammenführte.
 

Die Ziele

Eine strategische Zielrichtung des Zentrums besteht darin, mikrobiologische und medizinische Fragestellungen zusammenzuführen, um den fakultätsübergreifenden und fakultätsverbindenden Netzwerkcharakter auszubauen. Mit der Pathogenomics (Untersuchung der Sequenzen, Strukturen und Funktionen der Genome von pathogenen Mikroorganismen) ist ein verbindendes Feld gefunden worden, mit dem Erreger auf der einen und dem menschlichen Wirt auf der anderen Seite. Insgesamt soll die Proteomexpertise genutzt werden, um zentrale Fragen der molekularen Medizin in einer neuen Dimension beantworten zu können. Dabei kann auf eines der modernsten Zentren für Proteomics in Europa zurückgegriffen werden.

Die thematischen Schwerpunkte (2004 bis 2010)

Der Forschungsfokus in der ersten Förderphase umfasst drei Hauptfelder (Kernbereich A, B und C): In der mikrobiologischen Arbeitsgruppe (Kernbereich A) steht ein systembiologischer Ansatz im Fokus, der unter Einsatz der Proteomanalyse zu einem umfassenden Verständnis der Physiologie bakterieller Wachstumsprozesse führen soll. Der Kernbereich B hat bakterielle Infektionsprozesse (Wechselwirkung zwischen pathogenen Bakterien und Mensch) im Blickpunkt. Die Erkenntnisse aus der funktionellen Genomanalyse werden genutzt, um bakterielle Infektionskrankheiten besser verstehen und bekämpfen zu können. Damit wird eine solide Brücke zwischen Mikrobiologie und Medizin und eine inhaltliche Klammer zwischen den Kernbereichen A und C errichtet. Die dritte Säule beschäftigt sich mit der funktionellen Genomanalyse in der molekularen Medizin (Kernbereich C). Mit Hilfe der Proteomanalyse werden krankheitsrelevante Proteine in Seren und Gewebeproben identifiziert. Dabei ist die Verbindung von „Community Medicine“ und funktioneller Genomforschung in Greifswald einmalig und ermöglicht, die gefundenen Kandidatenproteine in einer Fall-Kontroll-Studie mit Probanden einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe zu validieren.

Die thematischen Schwerpunkte (2011 bis 2016)

Die drei Kernbereiche von ZIK-FunGene: Mikrobiologie, Pathogenomics und Molekulare Medizin werden im kommenden Jahrzehnt erhalten bleiben. Die vielfältigen Synergieeffekte zwischen den Kernbereichen sollen genutzt werden, um die internationale Ausstrahlung des Zentrums weiter zu stärken: Aus Kernbereich A hat sich eine Technologietransferstruktur (COAST-FunGene) entwickelt, Kernbereich B soll zum Europäischen Zentrum für Pathoproteomics ausgebaut werden und Kernbereich C wird die Proteomexpertise für die „Personalized Proteomics“ im GANI_MED-Verbund vorhalten. Dabei sollen die technischen Vorausetzungen für die Entdeckung und Validierung von Biomarkern in Körperflüssigkeiten (Serum, Speichel, Urin) geschaffen werden.

Die Partner

  • Prof. Dr. Uwe Völker, Interfakultäres Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung - Sprecher
  • Prof. Dr. Michael Hecker, Institut für Mikrobiologie - Stellvertreter
  • Prof. Dr. Kathrin Riedel, Institut für Mikrobiologie
  • Dr. Georg Homuth, Interfakultäres Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung
  • Dr. Frank Schmidt, Interfakultäres Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung

Kontakt

Professor Dr. Uwe Völker
Universitätsmedizin Greifswald
Interfakultäres Institut für Genetik und Funktionelle Genomforschung
Friedrich-Ludwig-Jahn-Str. 15A
17475 Greifswald
Tel.: 3834-865870
Fax: 3834-86795871
E-Mail: voelker[at]uni-greifswald.de
http://www.medizin.uni-greifswald.de/fungene/


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