RCGips – Gipsrecycling als Chance für den Südharz – Nordhausen

Das WIR!-Bündnis

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Zurzeit werden etwa 55 Prozent der in der Industrie benötigten Gips-Mengen durch die Verwendung von Rauchgasentschwefelungsanlagengips (REA-Gips) gedeckt. Durch die Abkehr von fossilen Brennstoffen werden die verfügbaren Mengen an REA-Gips in Zukunft deutlich sinken. Dies muss durch den verstärkten Abbau von Naturgips kompensiert werden, sofern keine Alternativen gefunden werden. So ist das Bündnis bestrebt, ein Gesamtkonzept für das Recycling von calciumsulfathaltigen Stoffströmen zu erarbeiten.

Die Ziele

Im Rahmen der Energiewende wird die Verfügbarkeit von Gips aus der Rauchgasentschwefelung sinken. Eine Alternative findet sich in der Rückkehr zum verstärkten Abbau von Naturgips.

Um die Reduzierung der Verfügbarkeit  dieses wichtigen Rohstoffes teilweise zu kompensieren, hat sich das Bündnis zum Ziel gesetzt, vorhandene Potentiale im Innovationsfeld „Gipsrecycling“  in der Region Südharz zu heben und damit einen effektiven Beitrag zur Schonung von Naturgipsreserven zu leisten: Im Innovationsfeld „Gipsrecycling“ stehen die Sammlung und Rückführung von gipshaltigen Stoffströmen (sowohl Halden- als auch Abbruchmaterial), die individuelle Aufbereitung dieser calciumsulfathaltigen Stoffströme und die Generierung von Produkten auf Recyclinggips-Basis im Mittelpunkt. Es soll die Rückführungsquote von Gipsbaustoffen und deren Recyclingfähigkeit erhöht, die Recyclinggips-Qualität nach der Aufbereitung verbessert und die Vermarktung von Recyclinggips-Baustoffen gesteigert werden. Für eine langfristige Wirkung ist es zudem notwendig, dass ein intensiver Austausch mit der Gipsindustrie, Interessenvereinigungen der Region und Naturschutzorganisationen stattfindet.

Die Region

Die größten und bedeutendsten Sulfatlagerstätten in Deutschland gibt es im Südharzer Zechstein, der sich wie ein schmales Band auf maximal 7 km Breite und etwa 60 km Länge von Bad Lauterberg in Niedersachsen bis nach Sangerhausen in Sachsen-Anhalt erstreckt. Charakteristisch  sind hier Rohstoffe von grundsätzlich hoher Qualität – mit Reinheitsgraden größer als 90 Prozent Gipsgehalt – weshalb der Harz ein bevorzugtes Abbaugebiet für Gips ist.
Gerade Thüringen nimmt beim Gipsabbau eine bedeutende Rolle innerhalb Deutschlands ein. Insbesondere die Bauwirtschaft ist auf die Versorgung mit gipshaltigen Rohstoffen im hohen Maße angewiesen.
Die Hauptakteure des Projektes befinden sich innerhalb eines Radius von 30 km: die Firma CASEA GmbH mit Sitz in Ellrich und die Hochschule Nordhausen (HSN). Da die Bauhaus-Universität Weimar (BUW) bereits langjährige Erfahrung im Bereich der Baustoffforschung vorweist, wurde die Forschungskompetenz durch die Integration dieses nicht in der Region ansässigen Partners gestärkt. 

Die Partner

Als Koordinator des Bündnisses übernimmt die HSN die organisatorische, methodische und strategische Leitung des Projektes. Im Verbund mit der BUW und der Casea GmbH werden die Teilvorhaben „Rückführung“, „Aufbereitung“ und „Verwertung“ bearbeitet. Die BUW und die HSN verfügen über langjährige Erfahrung und starke Forschungskompetenz im Bereich der Aufbereitung und Baustoffforschung. Zudem ist das Lehrgebiet des Logistikmanagements der HSN ein kompetenter Ansprechpartner für die Rückführungsprozesse. Für die Verwertung stellt die Casea GmbH einen fachkundigen Partner dar, da sie bereits seit 2014 Recycling-Gips verarbeitet. Außerdem stellt die Casea GmbH einen Knotenpunkt zur gipsverarbeitenden Industrie dar, welches für eine wirtschaftliche Nachhaltigkeit unabdingbar ist.

Kontakt

HS Nordhausen
Prof. Dr. Jürgen Poerschke
Weinberghof 4
99734 Nordhausen
Tel.: +49 (0)3631 420-402
E-Mail: juergen.poerschke[at]hs-nordhausen.de

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