IGAMED - Intelligente Gassensoren in der Analytik und Medizin

Krankheiten erkennen durch die Analyse der ausgeatmeten Luft: Der Patient bläst in ein Gerät hinein und muss sich schmerzhaften und aufwändigen Untersuchungen an seinem Körper zunächst nicht unterziehen. Was sich so vielversprechend anhört, ist eine medizinische Methode, deren Entwicklung noch in den Anfängen steckt, aber gute Aussichten auf Erfolg hat.

Das Schweriner Unternehmen Airsense Analytics hat in den vergangenen Monaten verschiedene Workshops zu diesem Thema organisiert und nun im Rahmen des Innovationsforums "IGAMED - Intelligente Gassensoren in der Analytik und Medizin" Ingenieure, Mediziner und Naturwissenschaftler zusammengeführt.

Der Initiator von IGAMED, Dr. Andreas Walte, will mit Unterstützung des Technologie-Beratungs-Instituts (TBI) Schwerin die Technik der Gassensorik in der Region Mecklenburg-Vorpommern weiterentwickeln, herstellen und verkaufen. Gefördert wird dieses Vorhaben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Innovationsinitiative Unternehmen Region mit 80.000 Euro.

„Startimpuls“, wie Manfred Hempe vom Projektträger DLR diese Investition des Bundes bezeichnet. „Gerade in Mecklenburg-Vorpommern ruhen viele verborgene Schätze. Potenzial ist reichlich vorhanden“.

 Dr. Andreas Walte, Initiator von IGAMED, im Gespräch. 
Quelle: TGZ e.V. Schwerin/Wismar
 Manfred Hempe (DLR) auf dem Innovationsforum in Schwerin.

Führende Experten auf diesem Gebiet sitzen beispielsweise in der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie an der Universität Rostock. Dort führt der Mediziner Dr. J. Schubert Atemgasanalysen durch und konnte feststellen, dass etwa bei Entzündungen in den Atemwegen ein höherer Anteil von NO (Stickstoffmonoxyd) gemessen wird als bei gesunden Menschen.

Prof. H. Magnussen vom Krankenhaus Großhansdorf hat an seiner Klinik bereits ein Gerät zur NO-Messung entwickelt, dass dort vor allem bei Asthma-Kranken zum Einsatz kommt. Das Gerät misst den NO-Gehalt der ausgeatmeten Luft des Patienten durch einfaches Hineinblasen. Der innerhalb weniger Minuten gemessene Wert gibt dann Aufschluss über den Grad der Entzündung. Diese Methode ersetzt eine Sputumanalyse, die sehr aufwändig ist. Das NO-Messgerät mit seinen rund 3000 Euro Anschaffungskosten und Messungskosten von ca. 13 Euro pro Anwendung ist effizienter. Innerhalb eines Jahres haben sich 60 % aller Lungenärzte von dieser nichtinvasiven Methode überzeugen lassen.

Trotz einiger solcher Erfolge stellt Dr. Andreas Walte fest: „Richtig etabliert hat sich die Technik der 'elektronischen Nasen' noch nicht.“ Doch es gibt Experten vor Ort, es gibt Sensorenhersteller, wie die Firma Envitec in Wismar und die Dräger AG in Rostock, und es gibt Gerätehersteller wie Airsense Analytics. Im Anschluss an das Innovationsforum soll nun eine interne Marktstudie folgen, doch „das wollen wir nicht alleine, sondern mit Partnern machen“ so Walte. Die Gespräche hierzu sollen in den kommenden vier Wochen geführt werden.

Potenzielle Partner oder Interessierte können Informationen zum Innovationsforum und zu den Workshops auf der Internetseite www.airsense.com abrufen.