Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien Ilmenau: Fünf Jahre erfolgreiche Forschung an "Zwergen"

Happy Birthday ZMN! Am 30. Mai 2007 feierte das Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien (ZMN) sein fünfjähriges Bestehen. Als fakultätsübergreifende Forschungseinrichtung der TU Ilmenau startete es im März 2002.

Das ZMN vereint seitdem neun Fachgebiete - von der Elektro- und Informationstechnik über den Maschinenbau bis hin zur Mathematik und den Naturwissenschaften - unter seinem Dach und bietet herausragenden Projekten wie dem Zentrum für Innovationskompetenz MacroNano ein Zuhause.

Nach den Glückwünschen von Prof. Klaus Augsburg, Prorektor für Wissenschaft der TU Ilmenau, nahm Gastdozent Prof. Dr. Jörg Peter Kotthaus die Zuhörer im Audimax mit auf eine Reise in die Welt der Winzlinge. Der Sprecher des Centers for Nano Sience München betonte: „Nanowissenschaften heißt interdisziplinär forschen zwischen Mikroelektronik, Physik, Chemie, Biologie“. Kotthaus warb für „das tägliche wissenschaftliche Abenteuer und für Spaß an unkonventioneller Arbeit“. Die meisten Forschungsergebnisse seien das Resultat von spielerischer Neugier. Dafür brauche man neugierige und motivierte junge Wissenschaftler, sagte er in Richtung der Studentinnen und Studenten.

Prof. Dr. Jörg Peter Kotthaus, Sprecher des Centers for Nano Science München, bei seiner Rede. Das Team von ZMN/MacroNano: Dr. Herwig Döllefeld, Dr. Andreas Schober, Prof. Oliver Ambacher, Dr. Thomas Friedrich und Dr. Jens Müller (v.l.n.r.).

Im Anschluss stellten ZMN-Direktor Prof. Oliver Ambacher und Geschäftsführer Dr. Herwig Döllefeld die einzelnen Arbeitsbereiche und Projekte innerhalb des ZMN vor. Eines der bedeutendsten ist sicherlich das 2005 eingeworbene Zentrum für Innovationskompetenz MacroNano. Gefördert vom BMBF arbeiten hier für fünf Jahre die Nachwuchsforschergruppe „Funktionalisierte Peripherik“ unter Leitung von Jens Müller sowie die Nachwuchsforschergruppe „Mikrofluidik und Biosensorik“, geführt von Dr. Andreas Schober, unter anderem an innovativen elektronischen Bauteilen für die Hochfrequenztechnik.

Auf der Hannovermesse stellten sie in diesem Jahr als eines der ersten konkreten Ergebnisse ihrer Forschungen einen Miniatur-Klettverschluss vor. Mit Hilfe von ein bis zwei Millionen Nanonadeln pro Quadratmillimeter werden zwei Bauteile - ähnlich dem Prinzip eines Klettverschlusses - verbunden und können auch wieder voneinander gelöst werden. Erzeugt wird die feine Struktur aus Siliziumnadeln durch Aufrauen der Oberfläche des Bauelements. Zu diesem Zweck wird das Silizium mit geladenen Teilchen so lange bombardiert, bis lange, spitze Nadeln entstehen. Gegeneinander gedrückt, verkeilen sich die Nadeln ineinander und geben den Bauteilen festen Halt. Aufgrund der Ähnlichkeit zu einer Rasenstruktur sprechen die Wissenschaftler auch von Siliziumgras. Auf einem Quadratmillimeter Chipfläche stehen dabei bis zu 4 Millionen Nadeln, die 20 tausendstel Millimeter lang und nur einen halben Mikrometer breit sind. Da die Verbindungsstellen flüssigkeitsdicht sind und zudem leicht gasdicht gemacht werden können, ergeben sich neben der Chip-Produktion breite Einsatzmöglichkeiten auch in der Biologie, der Chemie und der Medizin.