25 Jahre Plasmaforschung

Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP Greifswald) kann auf ein Vierteljahrhundert anwendungsorientierte Grundlagenforschung zurückblicken. Das 25-jährige Jubiläum bietet ein Resümee.

Klaus-Dieter Weltmann, der die leistungsstarke Forschungseinrichtung seit 2003 leitet, ist stolz auf den Erfolg der Plasmaforschung am INP. „Heute ist die Plasmaforschung aus Greifswald nicht mehr wegzudenken.“ Auch der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesforschungsministerin, Thomas Rachel, rühmte den Physiker Weltmann. „Ihnen ist es gelungen, dass das INP als wissenschaftlicher Hotspot international wahrgenommen wird. Plasmen für Umwelt und Gesundheit konnten Sie in der plasmabiologischen und medizinischen Forschung nach vorne bringen. In diesem Bereich gehören Sie zur Weltspitze!" Die haben die Greifswalder nicht allein durch den kINPen® MED erreicht.

Blaues Banner des 25-jähriges Jubiläums des INP Greifwald

Nach 25 Jahren ist das Greifswalder Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) die größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung zu Niedertemperaturplasmen in Europa.

INP Greifswald

Allround-Talent Plasma

Foto von Klaus-Dieter Weltmann (Direktor INP) und Thomas Rachel (Parlamentarischer Staatssekretär des BMBF)

Klaus-Dieter Weltmann (Direktor INP, li.), Thomas Rachel (Parlamentarischer Staatssekretär des BMBF)

INP Greifswald

Seit der Amtszeit von Weltmann hat sich das INP als Vorreiter zu einem internationalen Themenführer auf dem Gebiet der Plasmamedizin entwickelt. Im Fokus der Forschung steht die Wundheilung mit kaltem Plasma. Seit 2008 forschen Physiker des INP im Zentrum für Innovationskompetenz „plasmatis“ gemeinsam mit Ingenieuren und Medizinern an plasmagestützten Technologien zur Heilung von Wunden. Die neuesten Forschungen konzentrieren sich unter anderem auf die Wirkmechanismen von Kaltplasma auf Krebszellen.

In Kooperation mit der neoplas tools GmbH, eine der vier Ausgründungen des INP, wurde der aus dem Campus PlasmaMed hervorgegangene Atmosphärendruck-Plasmastift kINPen® MED entwickelt. Der weltweit erste Plasmajet konnte 2013 als Medizinprodukt zugelassen werden. Damit gelang der Plasmamedizin nach jahrelanger Forschung erfolgreich der Schritt in die klinische Praxis. Dieses Plasmagerät wird seitdem vor allem zur Behandlung von chronischen Wunden und infektiösen Hauterkrankungen eingesetzt.

Plasma national und international

Im selben Jahr gründeten die mit dem INP kooperierenden Wissenschaftler das nationale Zentrum für Plasmamedizin, ein deutschlandweites Netzwerk aller Forschergruppen auf dem Gebiet der Plasmamedizin. Mit dem Ziel, die medizinische Anwendung physikalischer Plasmen auch auf den asiatischen Raum auszudehnen, eröffnete das INP zusammen mit dem koreanischen Plasma Bioscience Research Center in diesem Jahr das Applied Plasma Medicine Center in Seoul. Ein großes Bauvorhaben wird auch optisch die progressive Entwicklung des INP sichtbar machen. Im Jahr 2019 soll neben dem INP das Zentrum für Life Science und Plasmatechnologie errichtet werden. Es wird die Branchen Bioökonomie und Plasmatechnologie in einem Zentrum verbinden.

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