Gebäude (er)lebenswert machen: Erfolgreiches Meilensteinkolloquium für den Erfurter Wachstumskern CBS

Nach einem Jahr Förderzeit hat der Wachstumskern Customer Bautronic Systems (CBS) am 11. März 2008 erfolgreich seinen ersten Meilenstein erreicht. In einem Kolloquium referierten die Teams der vier Teilprojekte über den Status quo ihrer Forschung und Entwicklungsarbeit.

Der externe Gutachter, Prof. Dr. Bruno Rüttinger von der Universität Darmstadt, zeigte sich in seiner abschließenden Bewertung beeindruckt, ebenso wie Dr. Karl-Dieter Husemann vom Projektträger Jülich und Hans-Peter Hiepe (BMBF).

„Ich freue mich, welchen Weg Sie in nur einem Jahr genommen haben. Aus unserer Sicht  haben Sie den ersten Meilenstein prima gemeistert und wir wünschen Ihnen für den weiteren Weg viel Erfolg“ so Hans-Peter Hiepe. Der Sprecher des Wachstumskerns, Dr. Hans-Peter Döllekes, sprach für alle Projektbeteiligten: "Wir freuen uns sehr über die positive Antwort und versichern Ihnen, dass wir unser Bestes geben, die vereinbarten fachlichen und strategischen Ziele zu erreichen.“ Eingangs hatte er noch einmal die Vision von CBS erläutert: „Wir gehen das Thema Gebäudeautomation aus Sicht der Nutzer und nicht der Techniker an. Es ist für uns wichtig, was die Bewohner brauchen und wie sie es am einfachsten handhaben können und nicht, was technisch möglich ist.“ Deshalb ergänze inzwischen der Slogan „Gebäude (er)lebenswert machen“ den Namen CBS.

Intensive Forschung und Entwicklung in vier grundlagenorientierten Teilprojekten

Basis für die positive Begutachtung waren die detaillierten Berichte über die fachlichen Zwischenergebnisse aus den vier grundlagenorientierten Teilprojekten.
Die Arbeitsgruppe von Steffen Peter, „Entwicklung der Nutzerintegrationsbasis“, beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Ansprüchen, die Nutzer (Bewohner, Mitarbeiter, Besucher, Betreiber und Eigentümer) an Gebäude haben. Mit Hilfe von ausführlichen Marktrecherchen und aufwendiger Datenerhebung via Befragung entwickelt die Arbeitsgruppe ein Modell der Zusammenhänge von Anforderungen unterschiedlicher Nutzertypen mit Eigenschaften geeigneter technischer Komponenten, das so genannte Nutzerpräferenzmodell. Die Untersuchungen laufen in Seniorenheimen, Bahnhöfen und Bürogebäuden.

Im Projekt „Facility Intelligence“  geht es um die Entwicklung eines integrierten Wissensmanagements für die Gebäudewirtschaft. Ziel ist es, unter Einbeziehung externen Wissens die Nutzungspotenziale der Gebäude unter strategischen Gesichtspunkten zu optimieren. Leiter des IT-zentrierten Projekts ist Torsten Mucke.

In der dritten  Arbeitsgruppe unter Führung von Andreas Vorkäufer steht die Entwicklung eines leistungsfähigen Gebäude-Controller-Systems im Mittelpunkt. Hier sollen die technischen Voraussetzungen für die Umsetzung der Nutzeranforderungen im konkreten Gebäude geschaffen werden. Zudem geht es um die Entwicklung von „kontextsensitiven“ Schnittstellen zum Nutzer sowie einer lokalen Optimierung der technischen Betriebsprozesse.

Die vierte Gruppe unter Leitung von Marc Schauberg arbeitet an einem „Blended Learning“ Qualifizierungstool. Ziel ist die Entwicklung von ganzheitlichen und nutzergruppenspezifischen Qualifizierungsangeboten, mit denen die Nutzer den Umgang mit der CBS-Technologie lernen können.

 v.l.n.r.: Prof. Dr. Bruno Rüttinger, Hans-Peter Hiepe und Dr. Karl-Dieter Husemann.  Der Sprecher des Wachstumskerns, Dr. Hans-Peter Döllekes, freute sich sehr über die positive Begutachtung von CBS.
 Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Meilensteinkolloquium von BMBF, PtJ, der Universität Darmstadt und dem Wachstumskern CBS.  

Management, Kommunikation und Marketing

Als weiterer wichtiger Punkt der strategischen Arbeit des Wachstumskerns standen außerdem die Themen Management sowie Kommunikation und Marketing auf der Tagesordnung. Initiiert und finanziert von den Unternehmen konnte mit dem INIT-Projektbüro eine Geschäftsstelle geschaffen werden, die unter anderem eine wichtige interne Kommunikationsfunktion übernimmt, berichtete Vorstandsmitglied Dr. Günter Hartmann  (DESOTRON GmbH). Ein internes Informationssystem (Quickplace) gewährleistet neben regelmäßigen Arbeitstreffen den stetigen Kommunikationsaustausch.

Martin Kühn (NT.AG), als Vorstandsmitglied zuständig für Marketing, referierte abschließend über die Marketing-Aktivitäten des Verbunds. So verfügt der Wachstumskern inzwischen über ein ansprechendes Corporate Design, kann sich mit Bannern auf Veranstaltungen präsentieren und mit Flyern Interessenten Informationen in die Hand geben. Eine Homepage informiert potenzielle Kunden und interessierte Partner über alle CBS-Aktivitäten, denn das Netzwerk ist jederzeit offen für neue Impulse. Über gemeinsame Messeauftritte macht CBS seine innovativen Ideen für nutzerintegrierte Gebäudesysteme schon heute bekannt. So war der Wachstumskern auch auf der CEBIT in Hannover vertreten und freute sich über einen Besuch von Ministerpräsident Dieter Althaus und Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz.

Unter „Customer Bautronic System“ verstehen Experten nutzerintegrierte Gebäudeautomationssysteme - spezielle nutzerfreundliche Systeme zur automatischen Steuerung der Technik im Gebäude. Abgestimmt auf die Ansprüche der Nutzer sollen Funktionen wie Heizung, Belüftung, Verschattung, Beleuchtung und Kommunikation elektronisch gesteuert werden und die Technik soll problemlos bedienbar sein.  Das Bündnis „Customer Bautronic System (CBS)“, ein Teil des Thüringer Bautronic-Netzwerkes des INIT e.V., besteht aus sechs Unternehmen und vier wissenschaftlichen Einrichtungen. Als „Innovativer regionaler Wachstumskern“ wird das Bündnis vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bis 2010 gefördert.

Der Wachstumskern „Customer Bautronic System (CBS)“ baut auf Forschungsergebnissen und Entwicklungen aus dem InnoRegio Projekt „Micro Innovates Macro - Bautronic“ auf, mit dem das BMBF bereits von 2001 bis 2006 ein regionales Bündnis aus hervorragenden Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen in Thüringen mit 4,5 Mio. Euro gefördert hatte.


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