Erfurter Wachstumskern CBS präsentiert Teilergebnisse seiner Arbeit auf der CeBIT und beim Strategieworkshop

„Gebäude werden (er)lebensWert“. Dieses Motto haben Vertreter des Thüringer Wachstumskerns „Customer Bautronic System“ am 5. März 2009 einem interessierten Publikum auf der Computermesse CeBIT präsentiert. Zwei Stunden ging es am Gemeinschaftsstand des Freistaates Thüringen um „Nutzerzentrierte Gebäudeautomation – Möglichkeiten und Chancen einer innovativen Systemplattform“.

In einem einleitenden Interview mit Moderator Marc Nebelung hatte  Dr. Hans-Peter Döllekes, Sprecher des Wachstumskerns, zunächst die Forschungs- und Entwicklungsziele, die Teilprojekte sowie die Partner des Thüringer Netzwerks vorgestellt.

Nutzerintegrationsmodell: CBS „zum Anfassen“

Steffen Peter präsentierte das von CBS entwickelte Nutzerintegrationsmodell.

Danach präsentierte Projektleiter Steffen Peter von der ibs Dr. Döllekes GmbH das Erfassungstool des so genannten Nutzerintegrationsmodells. Seine Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Ansprüchen, die Nutzer (Bewohner, Mitarbeiter, Besucher, Betreiber und Eigentümer) an Gebäude haben. Mit Hilfe von ausführlichen Marktrecherchen und aufwendiger Datenerhebung via Befragung hat die Arbeitsgruppe ein Modell entwickelt. Dieses Modell zeigt die Anforderungen unterschiedlicher Nutzertypen und die dazu passenden technischen Komponenten auf. Dafür wurden in den vergangenen zwei Jahren aufwändige Untersuchungen in drei unterschiedlichen Gebäudenutzungstypen – Seniorenheimen, Bahnhöfen und Bürogebäuden – durchgeführt.

Drahtlose Sensor–Aktor Netzwerke

Um ihren Beitrag zum CBS-Wachstumskerns zu veranschaulichen, hatte das Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik- Systeme gGmbH (IMMS) für die CeBiT-Besucher spezielle Raumsensoren mitgebracht. Diese Sensoren sind Bestandteil eines perspektivisch bis zu 500 handelsüblicher Sensoren umfassenden drahtlosen Sensor-Aktor-Netzwerkes. Dazu stellte Tobias Rossbach in seinem Vortrag die neuesten Forschungsergebnisse auf dem Gebieten der Wireless Sensornetzwerke (WSN), der Lokalisierung mit WSN sowie der intelligenten Sensorvorverarbeitung in WSN vor und erklärte deren Anwendung im CBS-Kontext. Fachfremde können sich darunter eine Art Software vorstellen, die Hardware (verschiedenste Sensoren) unterschiedlicher Hersteller miteinander verknüpft.

Wissensmanagement von Gebäuden

Anschließend informierte Jana Quasebarth von der NT Neue Technologie AG über das gemeinsame Teilprojekt mit der Technischen Universität Ilmenau. Beide Partner arbeiten innerhalb von CBS an einem Wissensmanagement für Gebäude. Im Mittelpunkt steht dabei sowohl die Aufarbeitung von Informationen als auch die Ermittlung von Zusammenhängen bzw. Regeln im Gebäudebetrieb. Darüber hinaus wird es gleichfalls möglich sein, gebäudeübergreifende Zusammenhänge zu betrachten. Im Ergebnis soll eine neue Qualität im Gebäudebetrieb erreicht werden – die Systeme sollen nicht mehr nur „nebenher laufen“, sondern „aktiv mitdenken“. Hierdurch können für Nutzer und Betreiber Informationen entscheidungsunterstützend ausgewertet und aufbereitet werden, beispielsweise Anpassung der  Heizkurven an die Belegung von Räumen, Erkennen und Intervenieren bei Sensorausfällen oder auch Simulation, wie sich die Absenkung der Raumtemperatur um z.B. 1Grad Celsius auf den Energieverbrauch des Gebäudes auswirkt.

Strategie- und Projektworkshop

Eine erste große Veranstaltung in diesem Jahr hatte der Wachstumskern CBS bereits Mitte Februar mit seinem Projekt- und Strategieworkshop absolviert. So präsentierten die Netzwerkpartner am 17. Februar den Status quo ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Dr. Karl-Dieter Husemann, zuständiger Betreuer beim Projektträger Jülich, testete bei der Gelegenheit das neu entwickelte Softwaretool, mit dessen Hilfe zukünftig die Ansprüche der potenziellen Nutzer eines Gebäudes erfasst werden können. Zudem ist es damit möglich, Prototypen von Teilkomponenten und Systemschnittstellen sowie Qualifizierungstools erfolgreich vorzuführen. Mit Blick auf das anstehende letzte Jahr der Förderung betonte Bündnissprecher Dr. Hans-Peter Döllekes, dass besonders in wirtschaftlichen Krisenzeiten die Nutzerorientierung in den Mittelpunkt rücke. „Unsere Strategie hat sich bestätigt und wir werden den Weg konsequent fortführen.“

 

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