Neurokognitive Anwendungen - Entwicklung und Vermarktung neurokognitiver Anwendungen für den Markt - Berlin

Das ForMaT-Vorhaben

Die funktionale Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) ist ein bildgebendes Messverfahren, das kostengünstig ökologisch valide Daten über neurokognitive Prozesse beim Menschen liefern kann – Daten also, die über den Laborkontext hinaus Relevanz haben. Damit hat dieses Verfahren, über seinen Einsatz in der Grundlagenforschung hinaus, auch Bedeutung für wirtschaftliche Anwendungskontexte. Im Fokus des Projekts steht die Entwicklung fNIRS-basierter Messsysteme und -verfahren, die das Potenzial haben, ein breites Spektrum kommerzieller Anwendungsfelder (z.B. pharmazeutische Forschung, Marktforschung, Ergonomieforschung) bedienen zu können.

Die Ziele

Der Einsatz neurokognitiver Methoden in ökonomisch relevanten Marktbereichen wie beispielsweise der klinischen Arzneimittelprüfung oder der Vermarktung von Consumer Produkten konnte sich, entgegen allgemeiner Erwartungen, bisher nicht durchsetzen. Was fehlt sind Ansätze, die belastbare Daten über kognitive oder auch emotionale Verarbeitungsprozesse des Menschen liefern ohne massive Kosten zu verursachen.

Im Rahmen dieses ForMaT-Forschungsprojekts sollen Verfahren entwickelt werden, die den Einsatz von fNIRS in kommerziellen Anwendungskontexten ermöglichen, und die darüber hinaus als eigenständige Dienstleistungsprodukte selbst Vermarktungsrelevanz haben. Ziel des Forschungs- und Entwicklungsprojekts ist damit die Entwicklung und Implementierung fNIRS-basierter neurokognitiver Messkontexte, die in Form intelligenter, flexibler und marktangepasster Dienstleistungsprodukte den genannten ökonomisch hochrelevanten Zielmärkten angeboten werden können.

Die thematischen Schwerpunkte

Im geplanten InnoLab werden zum einen Messkontexte entwickelt, die modular im Rahmen konkreter wirtschaftlicher Anwendungsbereiche eingesetzt werden können. Neben der Entwicklung spezifischer neurokognitiver Verfahrensbausteine für kommerzielle Anwendungsfelder konzentriert sich zum anderen die Arbeit zweier methodisch orientierter FuE-Gruppen auf die Entwicklung neuer Mess- und Auswertungsmethoden und die Entwicklung neuer Messsysteme für bildgebende Verfahren.

Die drei FuE-Gruppen arbeiten demnach auf den Ebenen

  • der Hardwareentwicklung (Messkappensystem),
  • der Entwicklung von Auswertungssoftware bzw. der Methodenintegration und
  • der Gestaltung der Schnittstelle zwischen neurowissenschaftlicher Forschung und der Praxis in kommerziellen Anwendungsfeldern

an der Entwicklung komplexer Lösungen, die den gezielten Einsatz modernster neurokognitiver Messverfahren in kommerziellen Anwendungskontexten ermöglichen.

Die Partner

An der Umsetzung sind neben Partnern aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen auch Unternehmen aus den Bereichen klinische pharmakologische Forschung und Marketing beteiligt.

Kontakt

Prof. Dr. Arthur Jacobs
Freie Universität Berlin
Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie
Arbeitsbereich Allgemeine und Neurokognitive Psychologie
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin
Tel.: 030-83851-277
Fax: 030-83855-620
E-Mail: ajacobs[at]zedat.fu-berlin.de