Bio-Logistik – Leipzig

Für die Durchsetzung biomedizinischer Produkte auf dem Markt gibt es noch eine Reihe von logistischen Herausforderungen. Das Innovationsforum Bio-Logistik widmet sich dieser Problemstellung und zeigt, wie logistische und technologische Systemlösungen diese Überführungsprozesse beschleunigen können.

Die Kenntnisse über Zellen, die Anwendungsmöglichkeiten und die Optimierung von Herstellungsprozessen in biotechnologischen und biomedizinischen Unternehmen nehmen exponentiell zu und werden das Bild der Medizin in den kommenden Jahren wandeln. Diese fortschreitende Spezialisierung bedingt in zunehmendem Maße den Austausch biomedizinischer Produkte, teilweise über große Entfernungen hinweg.

Bisher bedingt die Versendung zellulärer Produkte die Handhabung der Ware als Gefahrgut, dessen Transport als Spezialkurierdienst mit hohem Individualaufwand und dementsprechend hohen Kosten verbunden ist. Das Spezialhandling führt dazu, dass Logistikdienstleister an ihre Kapazitätsgrenzen geraten. Daher gilt es einerseits die biotechnologischen und biomedizinischen Prozesse an die logistischen Anforderungen anzupassen und andererseits logistische Lösungen für Transport, Umschlag und Lagerung biomedizinischer Produkte zu entwickeln.

Hier setzt das Innovationsforum Bio-Logistik an. Die logistischen Anforderungen werden mit Hilfe einer Marktstudie untersucht. In Workshops und einer Kongressveranstaltung werden ganzheitliche Lösungsansätze für die logistischen Herausforderungen der Biomedizin, die bei einer Überführung der Produktionsprozesse von einer manufakturähnlichen Herstellung hin zu einer industriellen Produktion biomedizinischer Präparate entstehen können, erarbeitet.

Ziele

Das Hauptziel des Innovationsforums ist die Zusammenführung der relevanten Akteure aus dem Bereich Bio-Logistik, die Bündelung der regionalen Einzelaktivitäten sowie die fachliche Fokussierung auf die zukünftig relevanten Themenstellungen im selbigen Bereich.

Im Rahmen des Innovationsforums sollen

  • aktuelle Ergebnisse aus Wissenschaft und Praxis vorgestellt,
  • Erfahrungen und Informationen ausgetauscht,
  • Kontakte und strategische Partnerschaften geknüpft,
  • F&E-Projekte auf diesem Gebiet initiiert und
  • eine nachhaltige Kompetenzplattform aufgebaut werden.

Die enge Zusammenarbeit mit den Anwendern gewährleistet, dass die erarbeiteten Themenfelder die Bedürfnisse und Problemstellungen der Unternehmen aufgreifen. Zudem eröffnet die Einbindung ausländischer Partner Biotechnologie-, Biomedizin- und Logistikfirmen in Leipzig eine internationale Plattform, die positive Impulse erwarten lassen. Die nachhaltige Finanzierung weiterer Aktivitäten soll gesichert werden.

Wissen

Das ausrichtende Konsortium besteht aus der Handelshochschule Leipzig (HHL) – Heinz Nixdorf-Lehrstuhl für IT-gestützte Logistik, Center for IT-based Logistics Leipzig (CITLOG), dem Translationszentrum für Regenerative Medizin – TRM Leipzig an der Universität Leipzig und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig – Institut für Prozessautomation und eingebette Systeme.

Der Heinz Nixdorf-Lehrstuhl für IT-gestützte Logistik und das Center for IT-based Logistics Leipzig (CITLOG) an der Handelshochschule Leipzig (HHL) fokussieren vor allem auf Aspekte des Logistik- und Supply Chain Managements im Umfeld von E-Technologien, auf wertorientierte sowie nachhaltige Logistik sowie auf das Geschäftsprozessmanagement in der IT-gestützten Logistik.

Im Bereich Forschung des Translationszentrums für Regenerative Medizin (TRM) Leipzig an der Universität Leipzig arbeiten derzeit über 80 Mitarbeiter an Fragestellungen der zellulären Therapien, des innovativen Organersatzes und zu weiteren Fragen der Regenerativen Medizin.

Das Institut für Prozessautomation und eingebette Systeme an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig kann auf zahlreiche F&E-Arbeiten auf dem Gebiet der biomedizinischen Geräteentwicklung und der Applikation von eingebetteten Systemen in diese Geräte verweisen.

Die Region

Biotechnologie, Biomedizin und Logistik haben in Leipzig hohe Priorität. Dies zeigt sich auch in der Clusterstrategie der Stadt Leipzig, welche die Bereiche „Gesundheitswirtschaft & Biotechnologie“ sowie „Logistik & Dienstleistungen“ als ausgewählte Zukunftsbranchen auszeichnet. Die hervorragende Infrastruktur, wie sie beispielsweise im Biotech-Zentrum BIO CITY LEIPZIG gegeben ist, schafft die Voraussetzung für ein nachhaltiges Wachstum des zukunftsorientierten Standortes. Neben Forschungseinrichtungen und Hochschulen haben sich zahlreiche Kliniken und medizinische Fachlaboratorien sowie Unternehmen aus den Bereichen der Logistik, Biotechnologie und Biomedizin in und um Leipzig angesiedelt. Zudem greifen verschiedene regionale Institutionen (z. B. das sich im Aufbau befindliche Netzwerk „Biomedizinische Logistik – bm-log“) die Thematik mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung auf.

Kontakt

Handelshochschule Leipzig gGmbH
Heinz Nixdorf-Lehrstuhl für IT-gestützte Logistik
Prof. Dr. Iris Hausladen
Jahnallee 59
04109 Leipzig
Tel.: 0341 9851-760
Fax: 0341 9851-764
E-Mail: innovationsforum[at]hhl.de



Innovationsforum am 18. und 19. Mai 2011 in Leipzig.
Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen.