Feinstaubarmes Fahrzeug – Ludwigsfelde

Die Verringerung von Feinstaubemissionen stellt trotz einer Reihe von Erfolgen auf diesem Handlungsfeld immer noch ein globales umweltpolitisches Ziel dar, das durch eine zunehmende Gesundheitsgefährdung infolge von erhöhtem Verkehrsaufkommen und steigenden Feinstaubemissionen verstärkt an Bedeutung gewinnt.

Die zu erwartenden neuen internationalen Feinstaubvorschriften machen die Entwicklung innovativer Maßnahmen und Systeme zur Feinstaubminderung unumgänglich und bieten damit ein großes Marktpotenzial.

Aktuelle Analysen zeigen, dass besonders die Entwicklung von Partikelsensoren für unterschiedliche Emissionsorte und den kontinuierlichen On-Board-Betrieb am Fahrzeug bedeutsam für effektive Minderungssysteme ist. Durch innovative Sensortechnik können auch Partikel mit geringen Größen detektiert und dann durch entsprechend angepasste Filtersysteme aufgefangen werden.

Zwar ist absehbar, dass ein Teil der durch Verbrennungsmotoren angetriebenen Fahrzeuge künftig Elektroantriebe erhält. Jedoch emittiert ein Fahrzeug trotz emissionsfreiem Motor immer noch Partikel aus anderen Quellen (z. B. Bremse, Reifen, Lagerabrieb usw.). Die Umsetzung innovativer Minderungsmaßnahmen für Emissionen aus Nicht-Antriebsquellen sollte daher auch ein Schwerpunkt zukünftiger Forschungsarbeiten sein.

Entsprechend der komplexen Problemstellung befasst sich das Innovationsforum mit den Themen Sensortechnik, Abgastechnik und außermotorische Emittenten. Es will in diesen Bereichen interdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsarbeiten anstoßen und die Teambildung zur Bearbeitung der Teilaufgaben vorantreiben.

Ziele

Für die ganzheitliche Verringerung der Feinstaubbelastung durch den Fahrzeugbetrieb sollen im Rahmen des Innovationsforums die relevanten Feinstaubmechanismen identifiziert und wirksame Reduktionsmaßnahmen definiert werden.

Die Ziele des Innovationsforums sind deshalb:

  • Analyse des Ist-Zustandes der Wissenschaft und der technischen Möglichkeiten auf dem Gebiet der Feinstaubreduktion
  • Erstellung eines umfangreichen Kompetenzatlas
  • Identifizierung relevanter Feinstaubmechanismen und Definition wirksamer Reduktionsmaßnahmen
  • Anstoßen interdisziplinärer Forschungs- und Entwicklungsarbeiten
  • Initiierung neuer Forschungsvorhaben
  • Intensivierung des Wissens- und Technologietransfers und der nachhaltigen Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft

Wissen

Die Verantwortung für das Innovationsforum trägt der Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) in enger Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Ilmenau (Fachgebiet Kraftfahrzeugtechnik) sowie industriellen und wissenschaftlichen Partnern der Region.

Die Mitgliedsstruktur des ACOD umfasst die gesamte automobile Wertschöpfungskette – vom aktiven Automobilhersteller (OEM), über Zulieferer, Dienstleister bis hin zu Forschungsinstituten und Verbänden. So bündelt der ACOD ein großes Potenzial in Wissenschaft und Wirtschaft, auf das er bei der Umsetzung des Innovationsforums „Feinstaubarmes Fahrzeug“ zugreifen kann. Unterstützt werden Netzwerk und Innovationsforum zudem durch kompetente Partner aus Forschung und Wissenschaft, die bereits in ersten fachspezifischen Workshops und einer Vorstudie identifiziert wurden.

Der wissenschaftliche Beirat setzt sich somit aus Vertretern der TU Ilmenau, der Otto von Guericke-Universität Magdeburg, der HTW Dresden, der BTU Cottbus und dem Forschungs- und Transferzentrum e.V. an der Westsächsischen Hochschule Zwickau zusammen. Zudem sind die Branchentransferstellen aus Brandenburg und Ilmenau, außeruniversitäre Einrichtungen sowie regionale und überregionale Industriepartner in drei Arbeitskreisen zu den Themenschwerpunkten Sensortechnik, Abgastechnik und außermotorische Feinstaubemittenten in die Arbeit des Innovationsforums integriert.

Die Region

Brandenburg blickt auf eine lange Tradition im Automobilbau zurück, eine Tradition geprägt von hoch qualifizierten Arbeitnehmern, überdurchschnittlicher Produktivität sowie einer unmittelbaren Nähe zu den Wachstumsmärkten Europas.

Zudem bilden die Mercedes-Benz Ludwigsfelde GmbH, mehr als 130 Automobilzulieferer sowie die ansässigen Hochschulen und Forschungseinrichtungen eine innovative Basis für die automobile Zukunft der Region.

Unter Nutzung des überregionalen Netzwerkes des Automotive Clusters Ostdeutschland ist Brandenburg prädestiniert für die Umsetzung eines so relevanten Themas wie der Feinstaubreduktion.

Kontakt

Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD)
Dietmar Bacher
Nuthedamm 14
14974 Ludwigsfelde
Tel.: 03378 518068-0
Fax: 03378 518068-30
E-Mail: info[at]acod.de
www.acod.de    


Innovationsforum am 14. und 15. Februar 2011 in Klettwitz.
Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Land Brandenburg.