Schützling der InnoProfile-Initiative sachsMedia gewinnt bei „Jugend forscht“

Der Chemnitzer Abiturient Andreas Lang hat beim 45. Bundeswettbewerb der besten Juniorforscher und -forscherinnen im Fachgebiet Mathematik/Informatik einen Sieg errungen. Der 19-Jährige entwickelte eine Methode zur schnellen Gesichtserkennung mithilfe der so genannten Schwarmintelligenz. Betreut wurde er dabei von Medieninformatikern der InnoProfile-Initiative sachsMedia der Technischen Universität Chemnitz. Andreas Lang kann sich nun über den von der Fraunhofer-Gesellschaft gestifteten Preis von 1.500 Euro freuen, und er hat eine Einladung zum europäischen Wettbewerb der Jugendforscher bekommen, der im September in Lissabon stattfindet.

179 Finalisten waren beim Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ angetreten, nur sieben haben sich in den verschiedenen Forschungsgebieten durchsetzen können, einer von ihnen war Andreas Lang. Sein Betreuer Marc Ritter von sachsMedia ist hoch erfreut über den Sieg seines Schützlings. Der Medieninformatiker war beim Finale in Essen dabei und zeigte sich beeindruckt vom hohen Niveau der Forschungsarbeiten.

Zwei Jahre hat Andreas Lang zusammen mit sachsMedia an seinem Thema „Gesichtsdetektion mittels Schwarmintelligenz“ gearbeitet. Was verbirgt sich hinter dem Begriff Schwarmintelligenz? Es handelt sich um ein Phänomen aus der Tierwelt. Wenn ein Vogel- oder Fischschwarm blitzschnell seine Richtung ändert, ohne dass die Tiere dabei zusammenstoßen, ist die Schwarmintelligenz im Spiel. „Alle Individuen befolgen dabei einige wenige einfache Regeln, die für das gesamte Kollektiv gelten“, weiß Lang. Mit Computerprogrammen kann dieses System naturgetreu simuliert werden. Andreas Lang hat die Schwarmintelligenz jedoch für eine besondere Anwendung nutzbar gemacht. Er entwickelte eine Software, mit deren Hilfe sich Gesichter auf einem Video verfolgen lassen, sogar wenn sie sich drehen oder entfernen. Der Trick: Der Rechner definiert bestimmte Regionen im Gesicht als einen virtuellen Schwarm, dessen Verhalten er dann zuverlässig verfolgen kann. „Aktuell setzen wir dieses schnelle echtzeitfähige Verfahren für Nahaufnahmen im Videomaterial lokaler Fernsehsender ein. Nach einigen Modifikationen wird es in naher Zukunft auch auf beliebigen Videos einsatzfähig sein", versichert Marc Ritter, Langs Betreuer von sachsMedia.

Die „Jugend forscht“-Jury überzeugte vor allem „die innovative Kombination ungewöhnlicher algorithmischer Methoden sowie die Adaptierbarkeit des Systems an verschiedene Erkennungsszenarien". Besonders beeindruckend sei die Geschwindigkeit und Robustheit, mit dem die Erkennungen vorgenommen werden konnten.

Diplom-Lehrer Steffen Polster hat Andreas Lang am Johannes-Kepler-Gymnasium in Chemnitz über die Jahre fachlich betreut. Er freut sich sehr über den Erfolg seines Schülers. Und auch der Jugend-forscht-Verantwortliche der Schule ist begeistert: „Noch nie zuvor hatten wir einen Bundessieger unter unseren Abiturienten", meint Joachim Schwind. Für ihn ist die enge Kooperation mit den Medieninformatikern der TU Chemnitz ein wichtiger Aspekt für den Erfolg von Andreas Lang. Und die Informatiker drücken nun ganz fest die Daumen für den europäischen Jugendforscherwettbewerb in Lissabon. Schließlich soll ihr Schützling auch dort wieder auf dem Siegertreppchen stehen.

 

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