Ein semantischer „Durchlauferhitzer“ für Daten und Informationen: der Maiana-Explorer vom Topic Maps Lab

Seit dem letzten Herbst haben vier der insgesamt 20 Informatiker der Leipziger ForMaT-Initiative Topic Maps Lab (TMLab) an der Entwicklung des Explorers Maiana gearbeitet. Unter der Leitung von Uta Schulze, der einzigen Frau im Fachteam, ist jetzt ist die erste Version zur virtuellen Datenintegration im Internet veröffentlicht worden.

Uta Schulze, die Leiterin der Entwicklung von Maiana mit ihren Teamkollegen Michael Waldvogel und Dr. Lutz Maicher, Sprecher des Topic Maps Lab [v. l.].

Maiana ist das Fenster zwischen Technologie und realer Welt. „Man kann sich Maiana als Durchlauferhitzer für Daten und Informationen vorstellen“, so Dr. Lutz Maicher, Leiter des Labs. Die Informationen werden aus den verschiedensten Datenquellen geholt, laufen über den Server, werden dort sinnvoll semantisch interpretiert, verbunden und am Ende an den Nutzer in dem von ihm bevorzugten Format ausgeliefert. Die vielen kleinen Dateninseln, auf denen man sich alle Informationen mühsam zusammen sammeln muss, gibt es bei Maiana nicht mehr. Alles, was die Nutzer interessiert, finden sie mit einem Klick. Dies geschieht auf Basis der Technologie Topic Maps, mit deren Hilfe Beziehungen zwischen Objekten dargestellt werden. Dabei erhält jedes Objekt eine eindeutige Adresse. So werden beispielsweise die verschiedenen Bedeutungen des Wortes „Bank“ durch bereits vorhandene Definitionen der Wissensplattform Wikipedia identifiziert.

Bei Maiana stehen riesige Container für verschiedenste Datenquellen bereit, das können relationale Datenbanken oder auch Excel-Tabellen sein. Neu ist, dass die Ausgangsdaten bei der Integration unverändert bleiben. Die Informationsquellen werden nur virtuell zum Anfragezeitpunkt zusammengeführt. „Dies erlaubt uns eine bisher nicht bekannte Flexibilität bei der Integration von Daten. Jeder Nutzer kann seine bevorzugten Kombinationen von Datenquellen erstellen, ohne dass wir Ressourcenprobleme bekommen“, betont Uta Schulze.
 
Diese Container sind eine Entwicklung, die die Topic-Maps-Wissenschaftler mit ihrer Arbeit in den letzten Monaten ermöglicht haben. Der Vorteil daran ist, dass die Daten im Ausgangssystem geändert werden können, ohne dass eine Vielzahl überflüssiger Versionen erzeugt wird. Datengräber gehören damit der Vergangenheit an. Für diese flexible Art der Datenintegration haben die Wissenschaftler bereits viele Nutzungsideen. Dr. Lutz Maicher und sein Team brennen darauf, den Explorer mit Daten zu füttern und sind stets auf der Suche nach Anwendungsfällen. In Zukunft soll Maiana für weitere Datenquellen geöffnet werden.



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