Technische Visualistik - Dresden

Das wirtschaftliche Potential vieler neuartiger Eingabetechnologien, die auf Multitouch, Gestensteuerung und Benutzertracking beruhen, ist durch Designdefizite der virtuellen Benutzeroberflächen noch weit von einer endgültigen Erschließung der Nutzungspotentiale entfernt. Aktuell vollzieht sich die Virtualisierung von Ein- und Ausgabegeräten. Der Kauf neuer Hardware könnte in vielen Fällen unnötig sein, was einen entscheidenden Mehrwert für die gesamte Gesellschaft und auch die Umwelt darstellt. Allein durch die Veränderung der Software auf den Geräten erfährt der Anwender ein völlig neues Benutzungserlebnis.

Neuere Entwicklungen der 3-D-Bildgebung und Trends aus der Spielentwicklung wie beispielsweise die berührungslose Steuerung machen innovative kommerzielle Anwendungen möglich. Grundlage der berührungslosen Steuerung sind Kamerabilder, welche die Gestik und Bewegungen von Personen erfassen und durch Software auswertbar sind. Diese Entwicklung kann jedoch nur gemeinsam mit verschiedenen Disziplinen von der Bildwissenschaft über die Wahrnehmungspsychologie und Softwaretechnologie bis hin zur Hardwareentwicklung geleistet werden. Das bedeutet für Industrie und Forschung, dass neue Standards für Visualisierungs- und Interaktionsaufgaben zu formulieren und zu evaluieren sind.

Die Technische Visualistik will die folgenden sinnlich fundierten Interaktionskanäle verknüpfen: Autostereoskopie, Nutzer- und Blicktracking, Motioncapturing, Multitouchinteraktion, gestenbasierte Eingabetechnik, Spracherkennung und CAVE. Potentielle Anwendungsfelder sind die Daten- und Prozessvisualisierung, das Reverse-Engineering, die Didaktik der medizinischen Ausbildung, die Spieleentwicklung, die Arbeitswissenschaft und der Virtuelle Maschinenbau.

Ziele

Durch das Innovationsforum soll das Netzwerk Technische Visualistik eine klare inhaltliche Fokussierung erfahren. Zudem ist die Grundlage für einen nachhaltigen marktorientierten Verbund zu schaffen. Das bisher nur informelle Treffen der Firmen und Institutionen soll nun durch das Innovationsforum eine neue Qualität erreichen. Dabei ist zu erwarten, dass eine kompaktere und thematisch fokussierte Gruppe aus dem bisherigen Runden Tisch der Technischen Visualistik hervorgehen wird.

Ein essentielles Ziel des Innovationsforums ist es, kleine und mittelständische Unternehmen der Region zu identifizieren, zu bündeln und eine gemeinsame Vorgehensweise zu entwickeln. Ein Ergebnis des Innovationsforums soll es sein, dass die Beteiligten nationale Aufmerksamkeit und internationale Sichtbarkeit gewinnen. Der zu generierende Impuls soll durch das Innovationsforum aufgegriffen und auf eine breite und nachhaltige Basis gestellt werden. Wissenschaftliche Erkenntnisse und Verfahren werden in die wirtschaftliche Praxis überführt.
  • Anwendungsfelder mit Potenzial für die neuen Technologien finden
  • Anwendungs- und Entwicklungspartner finden
  • Überregionale Werbung für neue Partnerschaften im Innovationsfeld
  • Formulierung der Innovationsstrategie und Festlegung des weiteren Vorgehens
  • Innovationsnetzwerk aufbauen, strategisch neu ausrichten und thematische Kompetenzprofile schärfen

Wissen

Sowohl im Hardware- als auch im Softwarebereich existieren bereits zahlreiche Systeme und Anwendungen, die auf Visualisierung ausgerichtet sind. Was fehlt, sind jedoch integrierte Lösungen, bei denen auch das Nutzerverhalten einbezogen wird. Bei der bisher vorherrschenden Gestaltung von Nutzerschnittstellen haben Ort, Blickrichtung und Blickverhalten des Nutzers keine Einflüsse auf den Visualisierungsprozess. Bislang wird der Nutzer einseitig auf seine intellektuellen und auf Abstraktion beruhenden Fähigkeiten hin angesprochen. Die Alltagserfahrung zeigt hingegen, dass der Nutzer beim Bewältigen komplexer und dynamischer Situationen die Raumrelation schnell und sicher erfassen kann und in die Lösungssuche mit einbezieht.

Schwerpunkte der Technischen Visualistik:
  • Methodische Hilfestellungen
  • Gestaltungs- und Interaktionsregeln
  • Interdisziplinär betriebene Grundlagenforschung
  • Beschreibung von Metaphern situativer Interaktion
  • Ordnungs- und Rasterprinzipien, Raumtypografie, Text in der Bewegung, Sakkaden im Raum, Perspektivität, Ordnungsprinzipien für Multiuserszenarien

Die Region

Die Technische Universität Dresden ist ein wesentlicher Impulsgeber für Innovationen in Sachsen. Insbesondere die regionale Softwarebranche schließt in der Leistungskraft zum Hardwaresektor auf. Sie gewinnt mit ihrem großen Innovationspotential immer mehr an wirtschaftlicher Bedeutung.

Das Innovationsforum richtet sich an die sächsische Software- und Hardwareindustrie und dient dazu, weitere wichtige Partner zu gewinnen. Ein großer Teil dieser Branche organisiert sich bereits im Silicon Saxony e.V. beziehungsweise in dessen Arbeitskreis Software Saxony. Es entsteht ein übergreifender Kompetenzverbund für innovative Interaktions- und Visualisierungskonzepte, der Sachsens Kompetenz international sichtbar macht.

Kontakt

Prof. Dr. Rainer Groh
Professur für Mediengestaltung
Technische Universität Dresden
Fakultät Informatik
01062 Dresden
Tel.: 0351 463 39-178
Fax: 0351 463 39-261
Internet: www.technische-visualistik.de    


Innovationsforum am 20. und 21. Oktober 2011 in Dresden.
Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen.