Schneller und zuverlässiger im Internet informieren – der erste Workshop des Web Data Integration Lab in Leipzig

Mehr als 30 Software-Entwickler aus Wirtschaft und Forschung trafen sich auf dem Mediencampus der Villa Ida in der Messestadt. Die Organisatoren des Workshops, das Web Data Integration (WDI) Lab der Universität Leipzig, waren angesichts des großen Interesses sehr zufrieden. Sie präsentierten den Teilnehmern die Ergebnisse ihrer bisherigen Arbeit: neue und innovative Technologien für den Einsatz im Internet. Technologien, die letztlich den Nutzern des weltweiten Netzes zugutekommen sollen.

Mit so vielen Fragen gleich nach dem ersten Vortrag hatte Hanna Köpcke gar nicht gerechnet. Die Diplom-Informatikerin leitet die Arbeitsgruppe „Objektmatching und Dublettenbehandlung“ der Leipziger ForMaT-Initiative WDI-Lab. Zum Auftakt des Workshops referierte sie über die Einordnung von Produkten in großen Online-Katalogen. Ein sehr wichtiges Thema, schließlich sollen die Konsumenten die gesuchten Produkte und Informationen so schnell wie möglich auffinden. Genau das ist oft nicht so einfach. Einige Produkte passen in verschiedene Kategorien und können deshalb schwerer zu finden sein. Die Wissenschaftler vom WDI-Lab haben dafür Lösungen entwickelt. Eine dieser Technologien ist der so genannte „Online Categorizer“, der in Kürze online gestellt werden soll. Damit lassen sich Produkte automatisch in bestimmte Kategorien einordnen. Das soll die Trefferquote bei der Suche erhöhen. Eine Tatsache, die besonders Online Shops interessieren könnte.

Die Basis für den „Online Categorizer“ ist eine Software mit dem Namen FEVER. FEVER steht für „Framework for Evaluating Entity Resolution“. Mit dieser Technologie können Produktangebote abgeglichen und Kataloge erweitert werden. Der Forschungsprototyp wurde ebenfalls von den Leipziger Informatikern entwickelt. Durch die Erkennung semantisch äquivalenter Daten kann FEVER sehr große Datenmengen in hoher Geschwindigkeit bearbeiten.

Um Daten zu integrieren und abzugleichen, arbeiten die Wissenschaftler an der Entwicklung eines weiteren Prototypen mit dem Namen COMA ++, dessen Vorgänger am Informatiklehrstuhl der Leipziger Universität erarbeitet wurde. Verantwortlich für dieses Projekt ist die Diplom-Informatikerin Sabine Maßmann. Sie leitet die Arbeitsgruppe „Schema- und Ontologiematching“ im WDI-Lab und trug die neuesten Ergebnisse dazu vor.

Doch auf dem Workshop ging es nicht allein um Technologien. Die Marketingchefin des Web Data Integration Lab, Carina Röllig, gab einen kurzen Überblick darüber, welche Bedeutung Informationen im Internet überhaupt haben. Damit wurde die Relevanz der besseren Zugänglichkeit von Daten im Worldwide Web noch deutlicher. Informationen, sagt Carina Röllig, sind das wichtigste Kriterium für die Kaufentscheidung. Wer etwas kaufen will, informiert sich im Netz über Produkteigenschaften, Testergebnisse und Preisvergleiche. Die potenziellen Kunden bewerten außerdem verschiedene Alternativen und können durch beratende Informationen auf den Webseiten in ihrer Kaufentscheidung maßgeblich beeinflusst werden. Das gilt auch für den Erwerb von Immobilien. Die WDI-Informatiker sind deshalb dabei, eine Immobiliensuchmaschine zu erarbeiten, die viele ergänzende Informationen zu Stadtteilen und Mietpreisen enthält.

Des Weiteren hat das WDI-Lab den Prototypen „Online Product Monitoring“ erarbeitet – eine Software, mit der die Nutzer beobachten können, wie sich die Preise bestimmter Produkte entwickeln. 

Das Finden von Informationen im Internet ist im Onlinehandel von größter Bedeutung. Davon wusste auch der Gastredner Emin Karayel zu berichten. Er ist Forschungsleiter der Firma „Omikron“, die ihren Hauptsitz in Pforzheim hat. Das Unternehmen entwickelt unter anderem Technologien zur Unterstützung der Suche und Navigation im Bereich eCommerce. Die Nachfrage ist riesig. Momentan arbeitet die Firma an einer neuen Suchmaschine für den Tourismusbereich. Damit sollen die Nutzer künftig mit nur wenigen Stichwörtern ihre Traumreise finden.

Schnelle und gut sortierte Informationen sind also der Schlüssel zum Kunden. Genau daran arbeiten die Wissenschaftler des ForMaT WDI-Lab. Ihr Ziel ist die Ausgründung einer Firma innerhalb der nächsten zwei Jahre und das große Interesse der Workshop-Teilnehmer zeigt, dass ihre Ideen das Potenzial dazu haben.

 

Weitere Informationen zum ForMaT WDI-Lab stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.