Institut für Kompetenz in AutoMobilität (IKAM) geht in Magdeburg an den Start

Am 10. November 2010 eröffneten Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff, der Rektor der Magdeburger Universität Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann, der Präsident der IHK Magdeburg Klaus Olbricht, der MAHREG-Sprecher Dr. Jürgen Ude und Dr. Stefan Schünemann als Geschäftsführer des IKAM die ersten vier Laborbereiche des neuen Kompetenzzentrums in Barleben bei Magdeburg. Bis 2012 werden weitere acht Laborbereiche auf dem Campus der Otto von Guericke-Universität in der Landeshauptstadt Magdeburg erreichtet. Rund 34 Millionen Euro investieren der Bund und das Land Sachsen-Anhalt in dieses neue Kompetenzzentrum.

„Ohne die Historie des InnoRegio-Wettbewerbs des Bundesforschungsministeriums 1999, die damit verbundenen MAHREG-Forschungsvorhaben sowie die Entwicklungserfolge der AL CAST-Initiative beim innovativen Aluminiumguss würde es heute keinen IKAM-Start geben.“, davon ist Dr. Stefan Schünemann – Geschäftsführer des neuen Instituts für Kompetenz in AutoMobilität – überzeugt. Durch diese Aktivitäten sei das MAHREG-Bündnis des Sachsen-Anhalt Automotive e.V. so deutlich gestärkt worden, dass die Mehrheit der inzwischen rund 250 Automobilzulieferer im Land der Frühaufsteher MAHREG-Partner ist, beschreibt er die aktuelle Situation.

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff machte zur IKAM-Eröffnung am Standort Barleben aus seinen Zielen und Wünschen kein Geheimnis: „Das IKAM wird die Trends für das Auto von morgen setzen. Als leistungsfähiger Forschungspartner soll es den vielen mittelständischen Zulieferern in Sachsen-Anhalt eigene Entwicklungsprojekte ermöglichen und damit die Innovationskraft der gesamten Branche stärken. Das IKAM wird die Attraktivität unseres Landes als Standort für besondere Kooperationen von Wissenschaft und Wirtschaft erhöhen.“

Thematisch wird sich das IKAM auf die Felder umweltschonende Antriebstechnik, Leichtbau und Elektromobilität konzentrieren. Folgerichtig sind die ersten vier Laborbereiche auch mit dem Modernsten ausgestattet, was die Geräte- und Anlagenbauer konstruieren und produzieren können. Dazu gehören unter anderem ein Fünf-Achsen-Bearbeitungszentrum, eine Zwei-Komponenten-Spritzgießmaschine, eine Laserschmelzanlage sowie eine Universaldrückmaschine. Im Laborbereich Leichtbau stehen ein ultraschallgeschütztes Bearbeitungszentrum und eine CNC Präzisionsdrehmaschine für neue Forschungsprojekte zur Verfügung. Modulare Mess- und Prüfplattformen gehören zum Wichtigsten, was das IKAM zu bieten hat, denn nur kontinuierlich messbare und dokumentierte Forschungsergebnisse haben in der Autoindustrie eine Chance auf Realisierung. Ein Testzentrum für Batterien und Brennstoffzellen ergänzen die Hightech-Ausstattung des IKAM.

Die ersten vier Laborbereiche gehen in Betrieb (v.l.): Klaus Olbricht (IHK Magdeburg), Reiner Haseloff und Stefan Schünemann lassen sich die Möglichkeiten der CNC Präzisionsdrehmaschine erläutern.

Geschäftsführer Stefan Schünemann ist sich seiner Verantwortung bewusst: „Mit dem IKAM ist Sachsen-Anhalt Vorreiter in den neuen Bundesländern. Gemeinsam mit den beiden IKAM-Gesellschaftern, der Universität Magdeburg und der IHK Magdeburg, haben wir das Eis der vielen Bedenken gebrochen. Sicher betreiben die großen Autohersteller eigene Entwicklungszentren – wie z.B. jetzt BMW in Leipzig – aber mit dem IKAM entsteht nun für die mittelständische Zulieferindustrie die realistische Möglichkeit, Innovationsvorhaben in Angriff zu nehmen, die der einzelne Unternehmer für sich kaum realisieren könnte. Entsprechend groß ist die Erwartungshaltung vor allem der Firmen, die sich bereits zu Arbeitsgemeinschaften für die Laborbereiche zusammengeschlossen haben.“

Eine enge Kooperation sei mit dem Competenz und Creativitäts Centrum in Harzgerode (CCC) vorgesehen, beschreibt der IKAM-Geschäftsführer einen wichtigen Teil seiner Strategie. Die dort vorhandene Kompetenz beim Aluminiumguss werde man beim Themenbereich Leichtbau intensiv nutzen.

Und Stefan Schünemann fährt fort: „Die Forschungs- und Entwicklungsprojekte des IKAM werden sich Schritt für Schritt aus dem Bedarf der Unternehmen ergeben. Er bildet die Grundlage. Mit seinem modernen Gerätepark sichert das IKAM eine kontinuierliche Forschungsarbeit für die nachfragenden Unternehmen aus der Region und die beteiligten Wissenschaftler der Otto von Guericke-Universität.“ Durch dieses wissenschaftlich-technische Dienstleistungsangebot erhielten nun besonders mittelständische Unternehmer neue Möglichkeiten zur Qualitätssicherung ihrer Produkte oder auch beim Bau und Erforschen von Prototypen sowie zum Einrichten neuer Produktionstechniken.

Professor Helmut Tschöke, Sprecher des Forschungsschwerpunkts Automotive an der Magdeburger Universität und Projektleiter zur Errichtung des IKAM, umriss beim sich anschließenden MAHREG-Forum eine wesentliche Forschungsaufgabe der Magdeburger Wissenschaftler: „Voraussichtlich bis 2015 werden Wirtschaft, Wissenschaft und Politik noch brauchen, um eine fundierte Antwort auf die Frage zu geben, mit welcher Batterietechnik künftig Automobilität gewährleistet werden kann. Wir befinden uns also mitten in der Phase des Übergangs.“ Der Otto- oder Dieselmotor mit der Energiequelle Benzin oder Diesel für den Fahrzeugantrieb werde Geschichte. An seine Stelle treten Elektroenergie bzw. Wasserstoff. Das bedeute aber nicht, dass z.B. kleine Ottomotoren als Antriebsquelle für andere Fahrzeugkomponenten nicht weiter genutzt würden. Um Kosten zu sparen und eine effiziente nachhaltige Produktion aufzubauen, offerierte Professor Tschöke die Idee standardisierter Kleinmotoren, die von allen Autoherstellern eingesetzt werden könnten, ohne das die jeweilige Marke ihr Gesicht verliere.

Die volle Inbetriebnahme des Instituts für Kompetenz in AutoMobilität IKAM mit allen Laboreinrichtungen ist für die erste Jahreshälfte 2012 an den Standorten Barleben und auf dem Uni-Campus der Landeshauptstadt Magdeburg geplant.

 

Weitere Informationen zum InnoRegio MAHREG und zum Innovativen regionalen Wachstumskern AL-CAST stellen wir Ihnen hier und hier zur Verfügung.