Heirat mit den Betriebswissenschaften

Am 25. Januar trafen sich in Berlin alle 33 ForMaT-Innovationslabore aus den drei Förderrunden. Im Mittelpunkt der Veranstaltung, zu der das BMBF eingeladen hatte, standen Vorträge von sechs Betriebswirten, die ihr Know-how in die Arbeit der Initiativen einbringen. Sie referierten zu den Themen: Zusammenarbeit im Team, Konkurrenzsituation auf dem Markt und Kapital für den Markteintritt.

Keynote-Sprecherin Prof. Dr. Ricarda B. Bouncken von der Universität Bayreuth.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Hans-Peter Hiepe vom BMBF, der die Leitideen des Programms darstellte. Mit dem Förderprogramm sollen Innovationen aus der Forschung besser und schneller für den Markt nutzbar gemacht werden. Deshalb spielen in allen ForMaT-Initiativen Betriebswirte als Schnittstelle zwischen Forschern und Kunden eine wichtige Rolle. Die „Verheiratung“ von Forschern und Wirtschaftswissenschaftlern setze großes Vertrauen in die jungen BWLer, die das richtige Finanzierungsinstrument finden müssten, so Hiepe in seinem Grußwort. Prof. Dr. Ricarda B. Bouncken, Inhaberin des Lehrstuhls für Strategisches Management und Organisation an der Universität Bayreuth folgte in ihrer Keynote ebenfalls dem Heiratsgedanken und sprach über die „Eheprobleme“, die bei Kooperationen zwischen Universität und Unternehmen entstehen. Die Diskrepanz zwischen Unternehmens- und Forscherperspektive müsse für eine erfolgreiche Zusammenarbeit überbrückt werden. Genau vor diesen Herausforderungen stehen einige der ForMaT-Initiativen.

Die Vorträge waren aufgeteilt in drei Blöcke zu den Transferfaktoren „Kollaboration Kultur“, „Konkurrenz“ und „Kapital“. Am Ende jedes Vortragblocks nutzten die Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen zu stellen und zu diskutieren. Die anwesenden Gutachter, Business-Angels und Venture-Capital-Geber, fragten insbesondere nach den weiteren unternehmerischen Vorgehensweisen zur Vermarktung der Innovationen. In den Pausen und nach der Veranstaltung nutzten die Betriebswirte die Chance mit ihnen ins Gespräch zu kommen und die Herausforderungen vor denen ihr Labor steht zu besprechen.  

Transferfaktor Kollaboration Kultur
Eröffnet wurde die Vortragsreihe von Juliane Krause, Koordinatorin des interdisziplinären Projekts TASC an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. „In westlichen Industrieländern ist der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache“, mit diesen plakativen Worten begann Krause ihre Präsentation. Ziel der Initiative sei es, mittels Telemedizin die fehlende neurologische Expertise in Krankenhäuser zu transportieren und so Schlaganfall-Patienten eine lebensrettende Erstversorgung zu garantieren. Die Initiative habe es geschafft, eine institutionalisierte, dichte Kollaborationsstruktur zu schaffen. An der Magdeburger Universität sind in das TASC-Projekt die Lehrstühle für Medizintechnik und Entrepreneurship sowie das Institut für Neuroradiologie eingebunden. Herausforderungen in der Zusammenarbeit sind die verschiedenen Disziplinen, Personalwechsel, administrative Hürden und nicht zuletzt die verschiedenen Charaktere der Mitarbeiter. Von der Initiative Mehrphasenströmungssensorik referierte Uwe Pöpping über die Herausforderungen bei der Zusammenarbeit im Team, mit Partnern und potenziellen Kunden. Zusammenarbeit ist bei der ForMaT-Initiative am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, die sich aus drei Forscherteams, der Projektleitung und Pöpping als betriebswirtschaftlichen Projektkoordinator zusammensetzt, der Schlüssel zum Erfolg.

Transferfaktor Konkurrenz

Im Anschluss an die Kaffeepause folgte der zweite Vortragsblock zum Thema Konkurrenz. Tobias Meyhöfer von FiZ-E und Patrick Vogel von AutoNOMOS erläuterten, wie sich ihre Initiativen am Markt gegen die Konkurrenz behaupten. Eine Problematik, die stets auftaucht ist die des immerwährenden Spagats zwischen Kooperation und Wettbewerb. Aber nicht zuletzt würde Konkurrenz das Geschäft beleben, so Meyhöfer. Von und mit der Konkurrenz zu lernen und Erfahrungen der Wettbewerber zu nutzen, sind wichtige Schritte für eine gute Marktposition. Beide Betriebswirte sahen Konkurrenz als eine sportliche Herausforderung, die es zu meistern gilt.

Transferfaktor Kapital

Nach einer kurzen Pause, die die Teilnehmer zum regen Austausch nutzten, sprachen Sebastian Selka von UBeeMe und Carina Röllig von WDI-Lab in ihren Vorträgen über die Kapitalakquise nach der Förderung durch das ForMaT-Programm. Das Innovationslabor UBeeMe an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus beschäftigt sich mit der Entwicklung einer mobilen kollaborativen Plattform. Bei WDI-Lab steht die Entwicklung einer vielseitig einsetzbaren Software-Lösung zur Integration von Web-Daten im Mittelpunkt der Forschungsarbeit. Als Optionen der Kapitalakquise sahen Selka und Röllig Förderprogramme sowie Eigen- und Fremdkapital. Zunächst müssen jedoch die Höhe des Kapitalbedarfs und die anfallenden Kosten geklärt werden. Dafür benötigen die Initiativen einen Businessplan und genau dafür haben sie ihre Betriebswirte – eine Heirat mit Erfolg.


Weitere Informationen zum Programm ForMaT finden Sie hier. Hier stellen wir Ihnen nähere Informationen zu den ForMaT-Initiativen zur Verfügung.

Im Mitgliederbereich stehen alle Präsentationen zum Download bereit.