Funktionelle Farbstoffe – Innovation in Medizin und Technik - Bitterfeld-Wolfen

Farbstoffe für Textilien oder Papier kennt jeder. Funktionelle Farbstoffe finden dagegen eine eher unkonventionelle Anwendung, denn sie reagieren auf physikalische Anregung (Wärme, Licht, elektrische Potenziale) mit Eigenschaftsänderung.

Daher nahmen sie in Verbindung mit innovativen Lösungen in Medizin und Technik in den letzten Jahren eine beachtliche Entwicklung. Einige mittelständische Firmen am Standort Bitterfeld-Wolfen entwickeln und produzieren funktionelle Farbstoffe, die z. B. in der Biomedizin als Marker oder in organischen lichtemittierenden Dioden (OLEDs) bzw. in organischen Solarzellen Einsatz finden.

Das Innovationsforum will durch eine stärkere Vernetzung und Bündelung dieser regionalen Potenziale zur Erzeugung neuer, wertintensiver Produkte beitragen. Dies erfordert die aktive Zusammenarbeit von Farbstoffchemikern, Biologen und Medizinern sowie von Elektronikingenieuren, Physikern und Materialwissenschaftlern. Hauptanliegen ist es, die Kooperation der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit den regionalen Forschungseinrichtungen auf strategischen Applikationsfeldern mit hohem Wachstumspotenzial zu intensivieren.

Das stärkt das Forschungs- und Entwicklungspotenzial der Betriebe und führt zu einer internationalen Profilierung der Chemieregion als Produktionsstandort für innovative funktionelle Farbstoffe.

Die regionalen Firmen verstehen sich als Träger des Netzwerkes „Funktionelle Farbstoffe“, das auch für überregionale Interessenten aus Forschung, Entwicklung und Anwendung offen ist.

Ziele

Die Intensivierung von Vernetzung und Bündelung der regionalen Potenziale auf dem Gebiet funktioneller Farbstoffe trägt dazu bei, dass neuartige wertintensive Produkte entwickelt und produziert werden. Deren Marktfähigkeit wird durch neue Marketing-Strategien gefördert.

Die Kooperation regionaler KMU mit Forschungseinrichtungen (Universitäten, Max-Planck- und Fraunhofer-Institute) erhöht das Wachstumspotenzial dieser Firmen. Das erweitert zugleich die Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten der Betriebe und stärkt die Ausstrahlungskraft der Region Bitterfeld-Wolfen als Zentrum der Produktion innovativer funktioneller Farbstoffe.

Die Produktion von funktionellen Farbstoffen setzt die Kooperation der Produzenten mit solchen mittelständischen Firmen voraus, die ein breites Spektrum hochwertiger Zwischenprodukte flexibel anbieten. Parallel sollten auch die Beziehungen zwischen Produzenten und Anwendern funktioneller Farbstoffe in Medizin und Technik vertieft werden. Das Innovationsforum dient der Stärkung dieses Netzwerkes.

Wissen

Im losen Netzwerk der Firmen der Region, die funktionelle Farbstoffe und die dafür erforderlichen Vor- und Zwischenprodukte herstellen, liegen umfangreiche Erfahrungen vor: von speziellen Synthesetechnologien über Reinigungs- und Trennverfahren bis hin zur zielorientierten Charakterisierung organischer Stoffe. Die Farbstoffeigenschaften können hinsichtlich ihrer Anwendung (biologisch-medizinische bzw. elektronische Materialien) zweckorientiert angepasst werden. Für Auftraggeber werden funktionsgerechte Synthesen für spezielle Farbstoffe entwickelt und in die Produktion überführt.

Besondere Erfahrungen liegen in der chemischen Verfahrenstechnik vor, die von Laboranlagen (mg- bis 100-g-Maßstab) bis zu Fertigungslinien im 100-kg-Bereich und darüber hinaus reichen.

Dieses breite Wissen ist die Grundlage für die Syntheseentwicklung und Produktion von hochwertigen Stoffen mit Anwendungsfeldern in Medizin und Technik. Auch Forschungseinrichtungen in Biomedizin, Biophysik und für optoelektronische Technologien profitieren vom Know-how der Firmen der Region.

Die Region

Die Region Bitterfeld-Wolfen ist ein Industrie- und Chemiestandort nahe des Ballungsraums Leipzig-Halle. Sie besitzt eine hervorragende Infrastruktur sowie ein großes Potenzial gut ausgebildeter Fachkräfte. Gewerbegebiete, der ChemiePark Bitterfeld-Wolfen und das Solar Valley Thalheim bieten großzügige Flächen für Investitionen im produzierenden Bereich. Mittelständische Firmen der chemischen Industrie sowie Forschungs- und Produktionsstätten bedeutender Chemie-, Pharma- und Photovoltaikkonzerne bilden das wirtschaftliche Rückgrat der Region. Mit Universitäten in Leipzig, Halle und Magdeburg, Hochschulen in Köthen, Merseburg, Leipzig und Magdeburg sowie Max-Planck- und Fraunhofer-Instituten besteht für die Wirtschaftszweige Chemie, Pharmazie, Spezialmaschinenbau, Spezialglas und Photovoltaik großes Potenzial für Synergien, das sich in innovativen Entwicklungen widerspiegelt.

Kontakt

Dipl.-Ing. Armin Schenk
Geschäftsführer
Entwicklungs- und Wirtschaftsfördergesellschaft Anhalt-Bitterfeld mbH – EWG Anhalt-Bitterfeld
Andresenstraße 1a
06766 Bitterfeld-Wolfen
Tel.: 03494 638366
Fax: 03494 638358
E-Mail: info[at]ewg-anhalt-bitterfeld.de
www.funktionelle-farbstoffe.de 



Innovationsforum am 31. Mai und 01. Juni 2012 in Bitterfeld-Wolfen.
Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Land Sachsen-Anhalt.