Geobiotechnologie – Mikrobiologische Verfahren in Bergbau und Umweltschutz - Freiberg

Die wirtschaftliche Entwicklung des Industriestandortes Deutschland wird zunehmend von der Bereitstellung von Rohstoffen und deren umweltgerechten Gewinnung bestimmt werden. Diese Herausforderungen bergen nicht nur Risiken, sondern auch Chancen für die Marktteilnehmer mit innovativen Ideen.

Bedingt durch die Verknappung wichtiger Rohstoffe mit geringem Substitutionspotenzial zeichnet sich ein hoher Handlungsbedarf der rohstofffördernden und –verarbeitenden Industrie ab. Kleinere Vorkommen, die Wertstoffrückgewinnung aus Halden und Reststoffen (Urban Mining) und vor allem eine umweltverträgliche Erschließung und Gewinnung rücken damit immer mehr ins Blickfeld von kleinen und mittelständischen forschungsorientierten Unternehmen.

Die Geobiotechnologie ist ein neuer Wissenschaftszweig innerhalb der Biotechnologie. Besonders in Verbindung mit der eher kleinteiligen rohstofforientierten Industrie in Ostdeutschland bieten sich hier  Wettbewerbsvorteile im Kontext globaler Rohstoffmärkte, da aus der Praxis und am eigenen Standort neue Technologien, Techniken, Methoden und Produkte entwickelt werden.

Ziele

Mit dem Innovationsforum sollen die Innovationspotenziale der Region aufgezeigt und mit regionalen und überregionalen Partnern zur Anwendungsreife gebracht werden. Mit der Überführung der Ergebnisse werden vermarktungsreife komplexe Dienstleistungen im Bergbau, im Sanierungsbergbau und in der Abfallwirtschaft sowie Umwelttechnik / Ressourcenmanagement auf nationalen und internationalen Märkten entwickelt.

In gleicher Weise soll die Netzwerkarbeit helfen, die Entwicklung neuer Methoden der Aufbereitung zu beschleunigen, wie z.B.

  • Integration von (geo)biotechnologischen Prozessen in Recyclingverfahren,
  • Abtrennung und Rückgewinnung von Metallen aus Prozesswässern durch (geo)biotechnologische Methoden (Bioakkumulation, Biosorption, Biotransformation),
  • Entwicklung geschlossener Kreisläufe hydrochemischer und hydrometallurgischer Aufbereitungsprozesse.

Ferner werden in der Netzwerkarbeit neue Methoden der ökonomisch-ökologischen Bewertung erarbeitet, die komplexen Anforderungen genügen, wie beispielsweise die Bewertung von Gewinnungsprozessen, Kinetik, wirtschaftliche Relevanz und Kosten.

Wissen

Das Geokompetenzzentrum Freiberg e.V. ist ein geomontanistisches Netzwerk mit Sitz im sächsischen Freiberg. In ihm vereinen sich Kompetenzen aus Industrie, Fachverwaltungen und Wissenschaft. Seine über 170 Mitglieder aus elf Bundesländern sind Unternehmen, Hochschulinstitute und Fachverwaltungen sowie Personen mit Kompetenzen in allen Fragen der Rohstoffwirtschaft und Standortentwicklung – von Geoconsulting und Erkundungsbereich, dem Bergbau, dem Umwelt- und Ressourcenmanagement, der Aufbereitung und dem Recycling bis hin zur Nutzung der Geothermie zur Wärme- und Kältegewinnung.

Das Kernteam der im Innovationsforum des Geokompetenzzentrum Freiberg vereinten Einrichtungen besteht aus:

  • Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, Hannover, Arbeitsbereich Geomikrobiologie, Dr. habil. Axel Schippers
  • Dresdener Grundwasserforschungszentrum (DGFZ) e.V., Prof. Dr. Ludwig Luckner
  • G.E.O.S. Freiberg Ingenieurgesellschaft mbH, Fachbereich Biotechnologie, Dr. Franz Glombitza
  • TU Bergakademie Freiberg, Institut für Biowissenschaften, AK Mikrobiologie, Prof. Dr. Michael Schlömann

Im Rahmen des Innovationsforums wurde in der DECHEMA ein temporärer Arbeitskreis „Geobiotechnologie“ gegründet, der als wichtiger Schritt hin zu einer Verzahnung der regionalen Kompetenzfelder mit anderen deutschen und internationalen Clustern gilt.

Die Region

In der Region Freiberg-Dresden konzentrieren sich Forschungseinrichtungen und KMU mit einem traditionell auf rohstoffwirtschaftliche Dienstleistungen und Produktentwicklungen ausgerichtetem Portfolio. Hier werden innovative Dienstleistungen und Produkte für die Montanwirtschaft im Zuge und Gefolge von über 800 Jahren Bergbau generiert.

In der auch räumlich engen Verbindung zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Fachverwaltung liegt einer der Schlüssel für die Entwicklung zukunftsweisender Geschäftsfelder. Die Renaissance des einheimischen sächsischen Bergbaus und die Bewertung alter wie neuer Rohstoffvorkommen sowie der Abprodukte des Braunkohlebergbaus in Mitteldeutschland bieten die Grundlage für die Entwicklung moderner Verfahren, wie der Geobiotechnologie, zur Schließung des Wertstoffkreislaufs.

Kontakt

Geokompetenzzentrum Freiberg e.V.
Dr. Wolfgang Reimer
Burgstraße 19
09599 Freiberg
Tel.: 03731 7737-15
Fax: 03731 7737-16
E-Mail: wolfgang.reimer[at]gkz-ev.de
www.geobiotechnologie.de
www.gkz-ev.de


Innovationsforum am 27. März 2012 in Freiberg.
Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen.