MikroLas – Innovative Produkte und Verfahren durch Einsatz ultrakurzer Laserpulse - Rostock

Die Optischen Technologien zählen zu den Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Eines der am stärksten wachsenden Felder in diesem Bereich ist die Femtonik, die sich mit den Einsatzmöglichkeiten ultrakurzer Laserpulse (UKP) beschäftigt.Ultrakurze Laserpulse im Bereich von Femto- bis zu wenigen Pikosekunden ermöglichen aufgrund ihrer extrem kurzen Wechselwirkungsdauer eine athermische, d.h. „kalte“ Materialbearbeitung, bei der nahezu keine Wärme ins umliegende Material eingebracht wird. Damit können Metalle oder Keramiken, aber auch transparente oder thermisch sensible Materialien wie z.B. Kunststoffe effizient und ohne Rückstände bearbeitet werden. Ebenso lassen sich Oberflächen modifizieren, um spezielle technische oder biologische Eigenschaften zu erzielen.

Aus diesen Eigenschaften ergeben sich viele Anwendungsfelder, u.a. in der Medizin-, Biosystem- und Feinwerktechnik, angefangen vom hochpräzisen Schneiden von Mikroimplantaten wie z.B. Stents, über den Abtrag dünnster Schichten in der Photovoltaik, bis hin zum hochpräzisen Bohren von Düsen.

Das Innovationsforum MikroLas ermöglicht den Aufbau eines interdisziplinären Netzwerkes für innovative UKP-Lasermikrobearbeitung und bietet für Unternehmen und Forschungseinrichtungen eine Basis, um die Anwendungsmöglichkeiten der UKP-Technologie weiterzuentwickeln.

Ziele

Ziel des Innovationsforums ist die Bündelung vorhandener wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Kompetenzen im Bereich der Femtonik in einem Netzwerk. Dieses soll innovative Einsatzmöglichkeiten von UKP-Laser in der Materialbearbeitung identifizieren und erschließen. Es werden folgende Schwerpunkte definiert:

  • Förderung der Kooperation, Verbesserung des Know-how-Transfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft auf dem Gebiet der Mikrobearbeitung mit ultrakurzen Laserpulsen
  • Identifikation und Erschließung neuer Anwendungsfelder der UKP-Lasermikrobearbeitung
  • Initiierung neuer Forschungsvorhaben
  • Initiierung neuer Verbünde zur Umsetzung konkreter Produktentwicklungen
  • Einbindung weiterer regionaler/überregionaler Partner in das Innovationsfeld
  • Anbindung an vorhandene regionale Strukturen wie Netzwerke und Forschungsverbünde

Das angestrebte Vorhaben bildet damit die Grundlage für den Aufbau eines interdisziplinären Kompetenzzentrums für innovative Lasermikrobearbeitung und stellt perspektivisch eine Initialzündung für neue Produkte, Dienstleistungen und Firmengründungen dar.

Wissen

Bei den beteiligten Arbeitsgruppen der Universität Rostock, der SLV M-V GmbH und den beteiligten Netzwerkpartnern besteht eine hohe Expertise im Bereich der Optischen Technologien, insbesondere zur Licht-Materie-Wechselwirkung sowie zur Entwicklung und Anwendungen innovativer Lasertechnologien.

Initiiert durch Arbeiten im Exzellenzprogramm des Landes Mecklenburg-Vorpommern wurde 2009 ein neuer Forschungsbereich zum Thema „industrielle Anwendung von Ultrakurzpulslasern“ an der SLV M-V GmbH eingerichtet, mit dem Ziel, ein international agierendes Applikationszentrum für UKP-Laser aufzubauen.

Auch auf Hochschulebene besitzt das Thema der Licht-Materie-Wechselwirkung in Mecklenburg-Vorpommern, insbesondere in Rostock, einen hohen Stellenwert. So wurde im Jahr 2007 an der Universität Rostock das Department Science and Technology of Life, Light and Matter (LL&M) als fakultätsübergreifender Schwerpunkt zwischen Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie der Medizin eingerichtet.

Die Kompetenzen werden dabei durch verschiedene Forschungsvorhaben ständig erweitert und bilden die wissenschaftliche Grundlage für das beantragte Vorhaben. Ergänzt wird der Verbund durch international renommierte Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft.
 

Die Region

Mecklenburg-Vorpommern hat mit seinen zahlreichen Forschungseinrichtungen und Hightech-Unternehmen eine lange Tradition im Bereich der modernen Lebenswissenschaften. Eine wichtige Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der Akteure in Wirtschaftszweigen wie Medizin-, Biosystem-, Feinwerktechnik und Sensorik ist die kontinuierliche Erforschung und Entwicklung innovativer Produkte und Produktionsverfahren. Diese unterliegen höchsten Anforderungen an Präzision, Qualität und Reproduzierbarkeit. Um auch zukünftig innovative Produkte entwickeln zu können, höchste Qualität zu gewährleisten und gleichzeitig der zunehmenden Konkurrenz aus Niedriglohnländern standzuhalten, bedarf es daher dem Einsatz neuartiger Fertigungsstrategien.
 

Kontakt

Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt Mecklenburg-Vorpommern GmbH
Dr. Rigo Peters
Alter Hafen Süd 4
18069 Rostock
Tel.: 0381 811 5010
Fax: 0381 811 5099
E-Mail: info@mikrolas.de
Internet: www.mikrolas.de


Innovationsforum am 06. und 07. März 2012 in Rostock.
Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern.

 

Zum Beitrag "Vom Auto in die Hüfte" aus der Rubrik "Im Blickpunkt"