ForMaT AutoNOMOS beim Michelin Challenge Bibendum in Berlin

Das 11. Challenge Bibendum, ein internationales Forum für nachhaltige Mobilität im Straßenverkehr, fand vom 19. bis 22. Mai 2011 auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof in Berlin statt. Das Team der Berliner ForMaT-Initiative AutoNOMOS hatte in diesem Rahmen Gelegenheit, seine Innovationen rund um Autonomie- und Fahrerassistenzfunktionen für Autos sowohl dem Fachpublikum als auch einer interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Burak Kaya vom TüV Nord (links) und Dirk Meinunger aus dem Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem Prototypen "MadeInGermany": Auf dem Dach des Autos die Kamera- und Sensortechnik

Ziel der ForMaT-Initiative ist es, mithilfe von Laser- und Kamerasensorik, satellitenbasierter Navigation und Verfahren für autonomes und vorausschauendes kognitives Fahrverhalten Module zu entwickeln, die eine autonome oder halb-autonome Steuerung von Pkw, Lkw oder auch Sonderfahrzeugen ermöglichen. So können diese Fahrzeuge z.B. selbständig drohende Gefahren auf Straßen, Autobahnen und Kreuzungen (Spurwechsel, Staus, Vorfahrtsregeln) erkennen, Ausweich- oder Bremsmanöver einleiten und so Unfälle vermeiden.

Auf dem Challenge Bibendum präsentierte das Team von AutoNOMOS einen von zwei Prototypen: das Auto „MadeInGermany“. „MadeInGermany“ ist ein modifizierter VW-Passat, der neueste Radar- und Sensortechnologie sowie Kameras nutzt, um die unmittelbare Umgebung zu überwachen. Die auf diese Weise gewonnenen Informationen kann das Auto mithilfe einer speziellen Software, dem „Operating System for Intelligent Cars”, auswerten und verarbeiten. Die dafür notwendigen Computersysteme befinden sich im Kofferraum des Autos.

"Nicht die Daten zu gewinnen ist eine Kunst, sondern sie schnell zu verarbeiten und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen", erklärt Professor Raúl Rojas, der Initiator des ForMaT-Projekts. Hier tun sich die Computersysteme manchmal noch schwer. Deshalb kann "MadeInGermany" zwar viel und autonome Stadtfahrten sind technisch bereits möglich, aber eben (noch) nicht beherrschbar.

Welche Faszination ein Auto ausübt, das ohne Fahrer sicher über das Gelände des ehemaligen Tempelhofer Flughafens steuert, konnte das AutoNOMOS-Team während der "Public Days" erleben - den Tagen also, an denen das Fachforum und vor allem die dazugehörige Ausstellung auch für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich waren: „An den „Public Days“ ist uns großes Interesse entgegengebracht worden“, sagt Patrick Vogel, Projektkoordinator von AutoNOMOS. „Viele Leute, die von unserem Projekt bis dahin nur aus den Medien gehört hatten, konnten nun live miterleben, was im Straßenverkehr der Zukunft alles möglich wird.“

Deutschland, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten – zumindest auf den Autobahnen –, konnte bei dieser Gelegenheit zeigen, dass es nicht nur ein Volk von Rasern mit Benzin im Blut ist, sondern auch mit innovativen Ideen vorangeht. Die Forscher von AutoNOMOS können sich vorstellen, dass Roboterautos wie ihr "MadeInGermany" in Zukunft vor allem beim Carsharing eingesetzt werden. 90 Prozent der Autos stünden bisher die meiste Zeit am Straßenrand und würden nur selten genutzt. Besser wäre es jedoch, jederzeit ein autonomes Fahrzeug wie ein Taxi bestellen zu können. Diese Art Geistertaxen würden sowohl den Verkehr als auch die Umwelt deutlich entlasten.

Doch schon lange bevor dies möglich sein wird, werden autonome Fahrzeuge viele Tätigkeiten ausführen können, für die heute noch Menschen benötigt werden. So sieht Patrick Vogel intelligente Fahrzeuge z.B. schon bald auf Flughäfen in Aktion, um Gepäck und Passagiere zum Flugzeug zu bringen.

Das Team vom ForMaT AutoNOMOS

Für die Weiterentwicklung und die technische Verfeinerung seines Prototypen nimmt das Team des ForMaT-Innovationslabors von dem Challenge Bibendum viel Input mit. "Die „Expert Days“ waren eine tolle Gelegenheit, neue nationale und internationale Kontakte in der Automotive-Branche zu knüpfen", meint Patrick Vogel. Ein besonderes Highlight für die Gruppe war zudem, dass AutoNOMOS zwischendurch die von Michelin aufgebaute Rennstrecke für eigene Tests nutzen durfte und sogar von einem professionellen Rennfahrer der LeMans Serie - Olivier Lombard - eine Ideallinie aufnehmen konnte, die dann von "MadeInGermany" selbständig nachgefahren wurde. „Das bringt uns sehr viel weiter, wenn es darum geht, höhere Geschwindigkeiten durch unser System beherrschbar zu machen“, resümiert Patrick Vogel.

In den nächsten Wochen geht es für das Team nun darum, die Gespräche mit neu entstandenen Kontakten auszubauen und zu nutzen um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die dringend am Markt gesucht werden.

Weitere Informationen zum ForMaT „AutoNOMOS“ stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.