Fein- und Spezialchemikaliensynthese für Wirkstoffe und High-Tech-Produkte - Bitterfeld-Wolfen

Thema

Ausgeprägte Kompetenz auf dem Gebiet der Fein- und Spezialchemikalien und das fruchtbare Nebeneinander von Forschung und Produktion machen die Region Bitterfeld-Wolfen zu einem Standort mit Wachstumspotenzial.

Fein- und Spezialchemikalien sind chemische Produkte hoher und höchster Reinheit. Ihre Fertigung erfordert spezielle Methoden insbesondere der Reinigung und Charakterisierung. Der Kunde erwartet von diesen Produkten neben hoher Qualität (Feinchemikalien) bestimmte Wirkungen (Spezialchemikalien), die die Funktionsweise und die Qualität der von ihm erzeugten Endprodukte bestimmen.

Einsatzgebiete dieser Chemikalien reichen von den modernen Informationstechnologien (in Form von funktionellen Schichten) über die Sensorik bis hin zu verschiedensten Lebensbereichen, so u.a. der Pharmazie, dem Pflanzenschutz, der geruchs- und geschmacksstoff-verarbeitenden Industrie.

Einstieg in den internationalen Markt
Für mittelständische Firmen bietet eine flexible, den Markterfordernissen angepasste Produktion von Stoffen höchster Reinheit im Gramm- bis Tonnen-Maßstab einen hervorragenden Einstieg in den internationalen Markt und damit über Marktnischen eine günstige Entwicklungschance. Hohe Gewinnmargen und auch den Markt bestimmende Stellungen sind bei richtiger Produktauswahl - trotz harter internationaler Konkurrenz, insbesondere aus dem asiatischen Raum - möglich.

Ziele

Das Innovationsforum findet mit dem Ziel statt, internationale Entwicklungstrends auf dem Gebiet der Fein- und Spezialchemikaliensynthese aufzugreifen und das Leistungspotenzial der Region Bitterfeld-Wolfen für diesen Markt zu bündeln. Das Vorhaben soll zum Auf- und Ausbau eines Netzwerkes von Fein- und Spezialchemikalienproduzenten in der Region Bitterfeld-Wolfen und darüber hinaus beitragen sowie eine Impulsverstärkung für den vom BMBF geförderten Wachstumskern auf dem Gebiet der Oberflächenveredlung durch Nassbeschichtung auslösen.

Wachstumspotenzial stärken
Auf dem Gebiet der Fein- und Spezialchemikaliensynthese gibt es im ChemiePark Bitterfeld-Wolfen mehr als 15 mittelständische Firmen mit insgesamt etwa 600 Arbeitskräften, wovon je nach Firma zwischen 10 und 30 Prozent in Forschung und Produktentwicklung tätig sind. Das jährliche Umsatzvolumen liegt insgesamt zwischen 120 und 150 Mio. Euro. Zum Teil werden außerordentlich hohe Exportquoten erzielt (bis zu 70 Prozent des Gesamtumsatzes). Dieses Wachstumspotenzial gilt es mit dem Innovationsforum zu stärken, um bestehende Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen.

Wissen

Im losen Netzwerk der Fein- und Spezialchemikalien produzierenden Firmen des ChemieParks Bitterfeld-Wolfen existiert umfangreiches Wissen an speziellen Synthesetechnologien, Reinigungs- und Trennverfahren sowie der Charakterisierung organischer Stoffe hinsichtlich Reinheit und Konstanz der charakteristischen biologischen, materialwissenschaftlichen, informationstechnologischen, sensortechnischen und organoleptischen Funktionen.

Es werden enantioselektive Synthesen durchgeführt und für Auftraggeber solche Synthesen konzipiert und auf ihre praktische Umsetzung hin überprüft. Die klassischen Metallkatalyseverfahren kommen unter Normal- und Hochdruck zum Einsatz. Die Phasentransferkatalyse und moderne Formen der Metallkomplexkatalyse sind etablierte Technologien. Die Mikroreaktionstechnik wird zur Beherrschung stark exothermer Reaktionen angewendet. Als spezielle Trenn- und Reinigungsverfahren werden die Hochvakuumsublimation und die präparative HPLC an chiralen und achiralen Trennsäulen eingesetzt.

Breites Produktspektrum
Das Produktspektrum reicht von einer breiten Palette heterocyclischer Verbindungen bis hin zu komplex-substituierten aromatischen und aliphatischen Verbindungen sowie zu modifizierten Naturstoffen, ungewöhnlichen Aminosäuren und metallorganischen Verbindungen. Funktionelle Farbstoffe und organische Halbleiter werden für HighTech-Produkte zur Verfügung gestellt.

End- und Zwischenprodukte kommen u. a. durch NMR-, GC-MS-, HPLC-, IR-, UV-Vis-, Polarimetrie- und Redox-Daten charakterisiert zum Anwender. Die dazu nötigen analytischen Geräte stehen den Netzwerkpartnern durch kooperative Nutzung zur Verfügung. Durch Forschungsprojekte mit den Universitäten in Halle und Leipzig und mit dem ChemiePark Institut für industrielle Vorlaufforschung haben die Netzwerkpartner auch Zugriff zu den dort vorhandenen wissenschaftlichen Erfahrungen und wissenschaftlich-technischen Potenzialen, wodurch ihre Forschungseffizienz wesentlich erhöht wird.

Die Region

Die Region Bitterfeld-Wolfen liegt im Süden des Landes Sachsen-Anhalt und ist ein Industrie- und Chemiestandort in der Peripherie des Ballungsraumes Leipzig-Halle. Die gesamte Region besitzt eine hervorragende Infrastruktur sowie ein großes Potenzial gut ausgebildeter Fachkräfte aus allen Berufsgruppen. Verschiedene Gewerbestandorte und der sanierte ChemiePark Bitterfeld-Wolfen bieten großzügige Flächen für umfassende Investitionen im produzierenden Bereich. Forschungsaktive mittelständische Firmen der Chemieindustrie und Produktionsstätten großer Chemie- und High-Tech-Konzerne bilden das wirtschaftliche Rückgrat der Region. Mit den Wirtschaftszweigen Chemie/Pharmazie, Maschinenbau, Glas, Photovoltaik und Beschichtungstechnologie (Wachstumskern Nassbeschichtungstechnologie) sowie dem neu gegründeten ChemiePark Institut für industrielle Vorlaufforschung besitzt die Region Bitterfeld-Wolfen ein bedeutendes Synergie- und Innovationspotenzial.

Kontakt

Dr. Ing. Bernd Schmidt
Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Anhalt-Bitterfeld mbH (EWG)
Andresenstraße 1a
06766 Wolfen  
Tel.: (0 34 94) 63 83 66
Fax: (0 34 94) 63 83 58
E-Mail: info[at]ewg-anhalt-bitterfeld.de
Internet: www.ewg-anhalt-bitterfeld.de

Innovationsforum am 25. und 26.11.2004, Städtisches Kulturhaus, Wolfen
Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Land Sachsen-Anhalt