Schwarzglas in der Solarwirtschaft - Leipzig

Der Werkstoff Glas ist dem Menschen schon seit mehr als 3.000 Jahren  bekannt und wird deshalb häufig als wenig modern und technologisch ausgereizt angesehen. Die Anwendungen in den etablierten Industriebereichen erscheinen dabei oftmals bekannt, weit verbreitet und auch wenig innovativ.

Arbeiten an der TU Bergakademie Freiberg belegen eindrucksvoll, dass das innovative Potenzial in der Glasfertigung mitnichten ausgereizt ist. Vielmehr können wesentliche Basisinnovationen in der Glasfertigung, wie mit Schwarzglas, deutliche Impulse und Verbesserungen u.a. für die Solar- bzw. Baustoffindustrie ermöglichen. Die Ausgangsstoffe dafür sind Sekundärstoffe anderer konventioneller Industrien, was einen Brückenschlag zwischen regenerativer Energieerzeugung und Cleantech-Technologien ermöglicht.

Schwarzglas kann zur Leistungssteigerung in Photovoltaikmodulen angewendet werden und ist noch kostengünstiger und temperaturbeständiger als kommerziell beziehbare Flachgläser. Aufgrund seiner hohen Temperaturwechselbeständigkeit bis 700 Grad Celsius kann es zu einer Effizienzsteigerung um 20 Prozent beitragen.

Wegen der hervorragenden Eigenschaften kann Schwarzglas außerdem als Absorbermaterial für Solarthermieanwendungen eingesetzt werden. Hierfür eignet sich das dunkle, stark absorbierende Schwarzglas ganz besonders und senkt zusätzlich die Herstellkosten. Im Bereich der Baustoffindustrie kann Schwarzglas in Bedachungs-und Fassadenprodukten sowie in Boden-und sonstigen Fliesen angewendet werden. Besondere Vorteile hat Schwarzglas im Einsatz als Dachziegel, da es über gleiche Festigkeit verfügt wie keramische Biberschwanzziegel, allerdings nur halb so schwer ist.

Ziele

Ziel dieses Innovationsforums ist es, ein nachhaltiges Netzwerk für die industrielle Anwendung der Basistechnologie Schwarzglas zu etablieren. Die Mitglieder dieses Netzwerkes aus  Wissenschaft und Wirtschaft sollen in einem ersten Schritt eine Verwertungsstrategie für eine bzw. mehrere der bereits identifizierten Anwendungsbereiche vorbereiten. Dazu sollen gemeinsam mit möglichen Anwendern und Partnern folgende Aufgaben umgesetzt werden:

  • Analyse von Marktpotenzialen und Rahmenbedingungen einer wirtschaftlichen Verwertung unter Einbeziehung der bereits gewonnen Partner
  • Entwicklung von Einsatzszenarien für Schwarzglas in einzelnen Anwendungsbereichen
  • Gewinnung weiterer Partner entlang der Wertschöpfungskette und Erschließung weiterer Anwendungsfelder
  • Identifizierung von FuE-Potenzialen und zukünftigen Bedarfen
  • Bildung eines stabilen Konsortiums zur Umsetzung der Verwertungsstrategie für das primäre Einsatzfeld sowie Vorbereitung weiterer Verwertungskonsortien für weitere Einsatzfelder

Wissen

Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, potenziellen Anwendern und Herstellern werden offene Fragen erörtert und Strategien für eine erfolgreiche Markteinführung des Schwarzglases entwickelt. Dabei kann auf bereits etablierte Kernkompetenzen der Region Mitteldeutschland im Bereich Glasherstellung, Photovoltaik und Solarthermie aufgebaut werden. Das Institut für Keramik, Glas-und Baustofftechnik (IKGB) an der TU Bergakademie Freiberg verfügt hier als Initiator und Partner des Netzwerkes über breite Erfahrungen und Kontakte in die Glasindustrie. Die engage AG Niederlassung Leipzig als Ausrichter des Innovationsforums ist durch ihre weitreichenden Erfahrungen im Bereich des Forschungstransfers und in der Markterschließung, aber auch durch ihre nationalen und internationalen Kooperationen und Aktivitäten prädestiniert zur erfolgreichen Umsetzung des Innovationsforums.

Im Rahmen des Innovationsforums Schwarzglas werden bedeutende regionale Akteure wie Forschungseinrichtungen der Leibniz- und Helmholtz-Gemeinschaft, Fraunhofer-Gesellschaft, Hochschulen, Verbände und Vereinigungen sowie Industriepartner eingebunden.  Die engage AG ist ein IP-Asset-Management-und Beteiligungsunternehmen, deren Kernkompetenz in der Schaffung von Werten aus geistigem Eigentum besteht. Sie ist langjähriger Partner führender Wissenschaftseinrichtungen im Bereich des Wissens-und Technologietransfers. Seit 2010 arbeitet die engage AG mit der Technischen Universität Bergakademie Freiberg zusammen, insbesondere mit dem Institut für Keramik, Glas-und Baustofftechnik. Kernpunkt der Partnerschaft ist das frühzeitige Erkennen von Technologien, die in der Zukunft eine weit überdurchschnittliche Wertentwicklung erwarten lassen. Schwarzglas zeichnet sich durch potenzialträchtige Eigenschaften aus. Diese Technologien werden dann einer systematischen Weiterentwicklung sowie im Anschluss einer wirtschaftlichen Verwertung zugeführt.

Die Region

Die Bergstadt Freiberg/Sachsen ist durch jahrhundertlange Tradition im Bereich des Bergbaus und der Ressourcensicherung geprägt. Etliche Branchen und Unternehmen aus dem Energie- und Rohstoffbereich haben sich in den letzten Jahren hier etabliert. Insbesondere hat sich die Region Mitteldeutschland zu einem europaweit einmaligen Solarcluster entwickelt. Allein 35 Unternehmen, neun Forschungseinrichtungen, fünf Universitäten und fünf Hochschulen sind im Bereich der Photovoltaik tätig.

Mit den hier vorhandenen Kompetenzen und einer weit verzweigten Industrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette Schwarzglas ist die Region prädestiniert zur strategischen Umsetzung der Basisinnovation in die Anwendungsbereiche der Solarindustrie, aber auch der Bauindustrie. Dadurch kann das Profil der Region auch im internationalen Kontext weiter geschärft werden. Neben einzelnen Branchen und den jeweiligen Unternehmen profitiert davon auch die gesamte Region Mitteldeutschland.

Kontakt

engage AG
Martin Fischer
Tel.: 0341 33111-63
Fax: 0341 33111-64
E-Mail: ma.fischer[at]engage-ventures.com



Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Freistaat Sachsen.