Auxilium – ein intelligentes System zur automatischen Aktivierung von Rettungsketten - Magdeburg

Besonders im Outdoorbereich sollen Körperfunktionen durch intelligente  Auswertung von Vitaldaten und Umgebungsparametern überwacht und im Notfall Rettungsketten automatisch aktiviert werden.  

Auxilium, lateinisch für „Hilfe“, ist immer dort nötig, wo Menschen in Gefahr sind und nicht mehr selbständig Hilfe rufen können. In solchen Fällen kann ein „Elektronischer Rettungsassistent“ auf der Grundlage gemessener Vitalparameter die Notfallsituation erkennen und über Funk eine automatische Aktivierung der Rettung einleiten. Die Innovationsidee erfordert zur Realisierung anspruchsvolle technische und organisatorische Lösungen. Neben einem drahtlosen Ortungs-und Kommunikationssystem stellt vor allem die Sensor- und Informationstechnik zur Messung und Interpretation der Lebensfunktionen eine besondere Herausforderung dar.

Bisher gibt es nur Ansätze, aber keine Komplettlösung, die sich auf dem Markt durchsetzen konnte. Eine wichtige Ursache dafür ist, dass die Messsysteme unbequem sind und die Bewegung einschränken. Als Pilotanwendung ist der Reitsport vorgesehen mit der Perspektive, das System mit geringen Modifikationen auch auf vielen anderen Gebieten einsatzfähig zu machen.

Das Innovationsforum dient dazu, die technische Machbarkeit zu prüfen, Forschungs-und Entwicklungsbedarf abzuleiten und die regionalen Kompetenzen in einem Innovationsfeld zu bündeln, damit im nachfolgenden Innovationsprojekt das komplexe Produkt „Elektronischer Rettungsassistent“ entwickelt, produziert und vermarktet werden kann.
 

Ziele

Schwerpunkte des Innovationsforums „Auxilium“ und zukunftsweisende Ziele sind:

  • Klärung, welche Vital- und Umgebungsparameter unbedingt notwendig sind zur hinreichenden Beurteilung eines kritischen Gesundheitszustandes und zur Einleitung einer Rettungsaktion
  • Stand der Technik bezüglich Sensoren und Messmethoden, Körpernetzwerk und Datenfernübertragung für die Überwachung und für die Rettung im Notfall
  • Diskussion von zukunftsfähigen Szenarien und Lösungen zur Optimierung von intelligenten Rettungsassistenten und Weiterentwicklung zum Trainings- bzw. Therapieassistenten
  • Bündelung von Kompetenzen in der Region und Aufbau eines innovativen Netzwerkes mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Notfallversorgern und Distributoren
  • Einbindung von Mulitiplikatoren wie Krankenkassen, (Finanz-) Dienstleistern und potenziellen Nutzern wie Sportmedizin, Reitervereinigungen, Tourismusvereinigungen, um die wirtschaftliche Umsetzung der Konzepte voranzubringen

Wissen

Das Referat für Forschung der Medizinischen Fakultät Magdeburg hat sich bei der Begleitung von Technologietransferprojekten und Patenanmeldungen Kompetenzen und Kontakte zu transferunterstützenden Dienstleistern und zu medizintechnisch orientierten Unternehmen der Region aufgebaut.

Die „InnoMed e. V. Netzwerk für Neuromedizintechnik“ besitzt jahrelange umfangreiche Erfahrungen beim Aufbau und bei der Moderation von Netzwerken und hat hervorragende Kontakte zur regionalen Wirtschaft. In dem Projekt „ASTER“ hat es bereits Know-how für Innovationsforen und im Bereich Telemedizin erworben.

Die Kollegen des Instituts für Medizin und Technik der Hochschule Anhalt waren bereits an vielen Projekten in den Bereichen Medizin, Medizintechnik und Industrie beteiligt. Sie verfügen über zahlreiche Kontakte zu KMU in der Region und sind auch mit den Ingenieurwissenschaften der Uni Magdeburg verbunden.

In Vorbereitung des Innovationsforums wurden bereits zwei Workshops zu den Themen „Überwachungsparameter“ und „Sensoren und Hardwareimplementierung“ durchgeführt. Die Kompetenzen der bisher im Projekt involvierten Unternehmen bestehen in: Medizintechnik, Sensortechnik, Intelligente Textilien, Körpernetzwerke, Datenübertragung und Schnittstellen sowie potenzielle Anwendungen.

Die Region

In der Wirtschaftsregion Magdeburg gibt es eine beachtenswerte Anzahl von Unternehmen und Ingenieurbüros, die ihr Produkt-und Dienstleistungsportfolio in den letzten Jahren zunehmend auf die Medizintechnik ausgerichtet haben. Firmen und Forschungseinrichtungen in der Region beschäftigen sich bereits mit Problemen der Notfallversorgung, der Sensortechnik für Vitaldaten und mit funkbasierten Kommunikationssystemen. Auf dieser Grundlage können weitere Forschungs-und Entwicklungsarbeiten gemeinsam mit den wissenschaftlichen Partnern zu einem sehr komplexen Produkt mit breiten Anwendungsmöglichkeiten führen.

Kontakt

InnoMed e. V.
Frau Heike Worel
Ölweide 12
39114 Magdeburg
Tel.: 0391/810 49 25
E-Mail: worel@innomed-magdeburg.de
http://www.auxilium-magdeburg.de/ 


Berichterstattung aus dem "Blickpunkt" finden Sie hier.

Innovationsforum am 30. Januar 2013 in Magdeburg.
Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Land Sachsen-Anhalt.