Biopolymere und biobasierte Kunststoffe – nachhaltige Materialien der Zukunft - Berlin

Einweggeschirr, Spielzeuge oder Autoteile: In immer mehr Bereichen werden Produkte aus Biokunststoffen gefertigt. Das stellt die Akteure vor besondere Herausforderungen bei der Rohstoffbereitstellung, bei neuen Verarbeitungsverfahren und innovativen Systemlösungen.

Die wachsende Weltbevölkerung, die Verknappung fossiler Rohstoffe sowie steigende Umwelt- und Klimaprobleme machen ein Umdenken weg von unserer rohölbasierten Wirtschaft immer dringlicher. Der Biomasse wird dabei große Bedeutung beigemessen. Die Hightech-Strategie 2020 verfolgt das Ziel, die Nutzung der Biomasse als Alternative zu fossilen Rohstoffen zu einem Schwerpunkt wirtschaftlicher Aktivitäten in Deutschland zu machen. Dabei stehen effiziente Wertschöpfungsketten, neue High-Value-Produkte, die Mehrfach-bzw. Koppelnutzung von Biomasse und der Vorrang der stofflichen vor der energetischen Nutzung im Vordergrund.

Das Innovationsforum rückt daher die stoffliche Nutzung von Biomasse in Form von Biopolymeren und biobasierten Kunststoffen in den Fokus. Der Markt für Biokunststoffe bietet großes Innovationspotenzial: Lag die weltweite Kapazität für Biokunststoffe 2007 noch bei 200.000 Tonnen, waren es 2011 bereits eine Million und werden es 2015 1,7 Millionen Tonnen sein. Das ist eine große Chance für Entwickler und Kunststoffverarbeiter aus Wissenschaft und Wirtschaft, stellt die Akteure aber gleichzeitig vor besondere Herausforderungen.

Ziele

Durch die Kooperation der vier Hauptprojektpartner BioTOP (als Koordinator), Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP in Potsdam, BASF Schwarzheide und Kunststoff-Verbund Brandenburg Berlin KuVBB werden durch das Innovationsforum starke Impulse zur Entwicklung neuer Produkte und Verfahren für Biopolymere und biobasierte Kunststoffe erwartet. Im Rahmen von Workshops werden technologische und ökonomische Ansätze zur Entwicklung neuer Materialien, zu effizienten Verarbeitungsverfahren und zur Erschließung neuer Anwendungsfelder diskutiert.

Das strategische Ziel des Innovationsforums besteht in der Initialisierung eines Nukleus für eine intensive wissensbasierte wirtschaftliche Entwicklung der Lausitz auf dem Gebiet der Entwicklung und Herstellung von Halbzeugen und Endprodukten auf der Basis von Biopolymeren und biobasierten Kunststoffen. Mittelfristig wird über den nachhaltigen Aufbau eines regionalen Netzwerkes die Errichtung eines „Innovationszentrums Bioplastics Lausitz” am Standort Schwarzheide angestrebt. Die damit verbundene wissenschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung am Standort Lausitz wird dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu erhöhen, Existenzgründungen zu forcieren, Ansiedlungen zu befördern und nachhaltig die Fachkräftesicherung zu verbessern.

Wissen

Das innovative Gebiet der Biopolymere ist in der Region Berlin-Brandenburg vergleichsweise stark vertreten. So ist die Lausitz durch eine dynamisch wachsende, überwiegend mittelständisch geprägte Kunststoffindustrie gekennzeichnet.

Am Standort Schwarzheide stellt die BASF innovative technische Thermoplaste und seit 2006 auch biologisch abbaubare Kunststoffe (Ecoflex®) her. Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP verfügt über eine in der Region einzigartige Expertise zur Entwicklung nachhaltiger Materialien und Verfahren auf der Grundlage von synthetischen und biobasierten Polymeren. In Guben wurde eine Pilotanlage zur Herstellung des Biopolymers PLA (Polymilchsäure) von der Firma Uhde Inventa-Fischer errichtet. Mit der Hochschule Lausitz in Senftenberg, der BTU in Cottbus, der TH Wildau, der TU Berlin, dem Forschungsinstitut biopos, dem Zentrum für Biomaterialentwicklung des HZG und dem Leibniz-Institut für Agrartechnik ATB verfügt die Region über weitere kompetente Forschungspartner im Bereich Biopolymere.

Die Region

Die umfangreiche Forschungslandschaft und die ausgeprägte Kunststoffindustrie in der Lausitz, verknüpft mit den Aktivitäten des Kunststoff-Verbundes Brandenburg Berlin KuVBB, bieten beste Voraussetzungen zur Etablierung eines stabilen Netzwerkes entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

So ist Schwarzheide ein optimaler Standort für die Errichtung eines Innovationszentrums Bioplastics Lausitz mit zahlreichen kunststoffverarbeitenden Firmen, mit einer kompetenten Logistikinfrastruktur und mit dem geplanten Anwendungszentrum als Außenstelle des Fraunhofer-Institutes IAP in Schwarzheide.

Kontakt

TSB Innovationsagentur Berlin GmbH
BioTOP Berlin-Brandenburg
Léna Prochnow
Fasanenstraße 85; 10623 Berlin
Tel.: 030 318 622 16
Fax: 030 318 622 22
E-Mail: prochnow[at]biotop.de
Internet: www.biotop.de


Berichterstattung aus dem "Blickpunkt" finden Sie hier.


Innovationsforum am 28. Februar und 01. März 2013 in Berlin.
Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit den Ländern Berlin und Brandenburg.