GERA - Generische Empathisch-Reflexive Assistenz - Erfurt

Die WK-Potenzial-Initiative

Anspruchsvolle mediale Systeme erreichen immer größere Kreise von Benutzern, was ihre Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft erhöht, aber gleichzeitig den Benutzerkreis diversifiziert.

Menschen werden unzureichend unterstützt, wenn moderne Systeme nur weitere Werkzeuge darstellen, eingereiht in die schon jetzt unüberschaubare Flut von Software-Werkzeugen. Der Anteil der in komplexen Systemen genutzten Funktionalitäten wird eher kleiner, der Wirkungsgrad wird geringer, Potenzial für die Wirtschaft liegt brach, Wirkungspotenziale für Bildung, Erziehung, Vorsorge und Unterhaltung bleiben ungenutzt.

Ein Wandel steht auf der Tagesordnung, der die Flut neuer Werkzeuge zum Erliegen bringt und stattdessen zu hilfreichen digitalen Assistenten führt. Assistenten passen sich an Einsatzbedingungen und Benutzerbedürfnisse an.

Die entscheidende Funktionalität, die einen digitalen Assistenten auszeichnet, ist Adaptivität. Adaptivität beruht auf der Fähigkeit des Systems, aus den verfügbaren Interaktionsdaten zu erlernen, woran es sich anpassen soll. Adaptive Systeme lernen induktiv. Lernen aus unvollständiger Information ist unausweichlich mit Risiken behaftet, denn im Lernprozess kann die vorliegende Information zwischenzeitlich zu schwach sein, um definitiv zu verstehen, was gelernt werden kann und soll. Digitale Systeme müssen ihren eigenen Wissensstand kritisch reflektieren, um nicht Benutzer mit irreführendem Verhalten zu verunsichern.

Mit der Fähigkeit zur Reflexion - zur Selbsteinschätzung - gehen solche Systeme über alles hinaus, was intelligente Assistenzsysteme in der heutigen Praxis zu leisten vermögen. Aufbauend auf der Fähigkeit zur Reflexion kann ein digitaler Assistent sein Leistungsangebot noch feinfühliger - geradezu empathisch - an die Bedürfnisse von Benutzern anpassen.
 

Die Ziele

Adaptivität im Allgemeinen, und solche, die durch Reflexion und Empathie verfeinert wird, im Besonderen, ist konzeptuell und algorithmisch sehr tiefliegend. Unternehmen, welche die Technologie einsetzen wollen, brauchen methodische und Werkzeug-Unterstützung.

Es wird eine Plattform entwickelt, die Anwender unterstützt, im Verhalten innovativer digitaler Systeme Adaptivität, Reflexion und Empathie zu spezifizieren und zu implementieren. Der generische Charakter der Plattform unterstützt die Einführung innovativer Assistenz in nahezu allen Bereichen, von Edutainment Media bis zur Software in Fertigungsunternehmen.
 

Die Projekte

  • EILE - Empathie im Lernprozess
    Das Fraunhofer IDMT fokussiert die Entwicklung von generischen Werkzeugen und erforscht insbesondere die Grundlagen für empathisches Systemverhalten.
  • IABS - Intelligente Assistenz in Business-Systemen
    ADISY Consulting realisiert Anwendungen für Fertigungsunternehmen und passt die Verhaltensweise der Assistenzsysteme reflexiv den Bedürfnissen unterschiedlicher Benutzer an.
  • AREM - Adaptive und Reflexive Edutainment Media
    SoliMedia productions realisiert unterhaltsame Lernsoftware für Kinder, die feinfühlig adaptiv die besonderen Bedürfnisse unterschiedlicher Kinder berücksichtigt.

Die Partner

Kontakt

Professor Dr. Klaus Peter Jantke
Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT
Erich-Kästner-Str. 1a
99094 Erfurt
Tel.: 0361 653122-1112
Email: klaus.peter.jantke[at]idmt.fraunhofer.de


Laufzeit: 01.03.2012-28.02.2014