FroPatI – From Pattern to Information - Rostock

Die im Internet verfügbare Menge an Texten steigt unaufhörlich. Gesucht sind nun Verfahren, die Nutzern helfen, diese textliche Komplexität zu reduzieren.

Wissenschaftliche Publikationen, Beiträge in sozialen Netzwerken, Artikel in Blogs und andere Internet-Veröffentlichungen liefern ein immer detaillierteres Abbild unserer Zeit. Studierende und Forscher nutzen Online-Bibliotheken für ihre wissenschaftliche Arbeit. In den sozialen Netzwerken diskutieren tausende Nutzer – sie alle „Lesen, Verstehen und Schreiben“.

Der Algorithmus „Textrapic“ simuliert dieses „Lesen, Verstehen und Schreiben“. Er verdichtet zehntausende Textseiten auf wenige Seiten. Argumente aus tausenden Nutzerbeiträgen werden mit „Textrapic“ analysiert und in einer Stimme zusammengefasst.

Die grundlegende Innovation besteht dabei in der Kombination von Text-Mining-Analysen mit Techniken der künstlichen Intelligenz, insbesondere der selbstorganisierenden Karten (SOMs). Der Anwender kann dadurch die semantische Struktur von Dokumentenbeständen erkennen und sich so leichter an Bedeutungs- und Aussagezusammenhänge der Textsammlung annähern.

Das Textrapic-Verfahren wird in diesem YouTube-Film anschaulich erläutert: http://www.youtube.com/watch?v=6-NYbJefxLw

Ziele

Die Anwendung des Algorithmus wird in allen Bereichen angestrebt, in denen eine große Anzahl an unstrukturierten Quellen inhaltlich verarbeitet bzw. untersucht werden muss. Der Einsatz ist u. a. in Bibliotheken, im Journalismus, in den Medien, in der Markt- und Sozialforschung, bei digitalen Nachrichten sowie für Wissenschaftler an Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sinnvoll.

Das Innovationsforum behandelt als Zielprodukt eine Maschine die

  • Texte klassifiziert,
  • Augenblick und Erinnerung verbindet (Social Media und Archive),
  • kurze und lange Texte integriert (Tweets und eBooks),
  • Bilder generiert,
  • entscheidungskompetent vorgeht und
  • selbstständig Text erzeugt.

Wissen

Vorträge zur Funktionstüchtigkeit des Algorithmus im Zwischenbau Rostock (Aufzeichnungen nach dem 21./22. November abrufbar unter: http://fropati.textrapic.eu/).

  • Stefan Pforte – GraWis.Org
    Der virtuelle Reporter: Ein Algorithmus identifiziert Stimmungen und erkennt Ereignisse
  • Dr. Mirko Wegner – Universität Bern
    Perspektiven von Self-Organizing-Maps für die Forschung an impliziten Motiven
  • Florian Koller – Humboldt-Universität zu Berlin
    Know The User! Even Better! Die Nutzung von SOMs zur Analyse von qualitativen Daten bei der Anforderungsanalyse für eine Schnittstelle in einem sozialen Netzwerk

Das Verfahren wurde im Rahmen des Ideenwettbewerbs 2011 – „Die besten Ideen im Forschungsraum Rostock“ prämiert und in der Kategorie „Forschende“ auf den 1. Platz gewählt.

Die Region

Mecklenburg-Vorpommern ist dank seiner zentralen Lage zwischen den Metropolregionen Berlin, Hamburg, Kopenhagen und Stettin ein gut vernetzter Wissenschaftsstandort. Die Durchführung von Graduiertenkollegs zu Themen wie „Mobile Kommunikation“ und „Modellierung für regenerative Systeme“ an der Universität Rostock untermauert die wichtige Stellung der Informations- und Kommunikationstechnologien in der Forschung in dieser Region.

Kontakt

Institut für grafische Wissensorganisation
Stefan Pforte
Dierkower Damm 38e
18146 Rostock
Tel.: 0381 2034804
E-Mail: stefan.pforte[at]grawis.org
Internet: http://grawis.org/


Berichterstattung aus dem "Blickpunkt" finden Sie hier.

Innovationsforum am 21. und 22. November 2013 in Rostock.
Eine Fördermaßnahme des BMBF in Zusammenarbeit mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern.