Fünf Jahre erfolgreiche Implantatforschung bei REMEDIS in Rostock

Auf ihrer Bilanzkonferenz zum Abschluss der Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung konnte die Spitzenforschung-und-Innovation-Initiative REMEDIS beachtliche Erfolge präsentieren.  

27 Partnerinstitutionen aus Wissenschaft und Industrie arbeiten gemeinsam an der Entwicklung neuer Stents und Mikroimplantate, um eine höhere Lebensqualität des Patienten zu erreichen. Dazu gehören Stents für das Herz-Kreislauf-System, Glaukomstents und Intraokularlinsen für das Auge sowie Tubenstents für das Ohr.

Die Forscher der Universitäten Rostock, Greifswald, Hannover, Aachen und Groningen verbinden Grundlagen- mit anwendungsorientierter Forschung unter Einbindung von Klinikern und Industriepartnenr wie Biotronik/Cortronik und Bayer. Die erfolgreiche Koordination dieser Forschungszusammenarbeit lag in den Händen von Professorin Katrin Sternberg und Professor Klaus-Peter Schmitz, ausgehend vom Institut für Biomedizinische Technik der Universität Rostock – „das erste ingenieurwissenschaftliche Institut Deutschlands“, wie der jetzige REMEDIS-Sprecher Professor Rudolf Gutthoff berichtet.

Die Remedis-Crew kann nach fünf Jahren Implantatforschung beachtliche Erfolge präsentieren.
Die Remedis-Crew kann nach fünf Jahren Implantatforschung beachtliche Erfolge präsentieren.

REMEDIS startete 2009 mit der Idee, „intelligente Stents zu entwickeln, womit insbesondere Stents im Fokus standen, die sich nach einiger Zeit in den Gefäßen wieder auflösen, wenn sie nicht mehr benötigt werden“, erinnert der Rektor der Universität Rostock, Prof. Wolfgang Schareck, der als Gefäßchirurg ebenfalls Partner von REMEDIS ist. Und diese Idee ist umgesetzt worden, bei den mit Medikamenten beladenen beziehungsweise biologisch abbaubaren Stents haben die REMEDIS- Forscher innovative Erkenntnisse gewonnen.

Forschungserfolge

Entscheidende Entwicklungen wurden bei abbaubaren Wirkstoffbeschichtungen für Stents gemacht, die einen erneuten Verschluss des betroffenen Gefäßes verhindern sollen. „Diese Ergebnisse“, so Professor Gutthoff, „flossen in die Entwicklung des ‚Orsiro’-Stent ein“, den der REMEDIS-Verbundpartner BIOTRONIK inzwischen herstellt und erfolgreich weltweit vermarktet.

Stentforschung in den Laboren bei REMEDIS
Stentforschung in den Laboren bei REMEDIS

Auf dem Gebiet der abbaubaren Stents konnte ein Entwicklungsstand erreicht werden, der es ermöglicht, den Stent erfolgreich im Großtiermodell zu testen, wie Projektleiter PD Dr. Nils Grabow auf der Bilanzkonferenz berichtet. Auch die Arbeiten an einem Mikrostent für Patienten mit Grünem Star werden in Tierversuchen getestet.

Professor Thomas Lenarz von der Hochschule Hannover berichtet von seinen Forschungsarbeiten zur Anwendung kardiovaskulärer Stents im Ohr zur Wiederherstellung der Tubenfunktion. Es zeigten sich keine Abstossungsreaktionen und der Stent ermöglichte eine erhaltende Tubenfunktion. Für Lenarz war dies ein Beweis für die Innovationskraft des Verbundes, der die grundlegende Entwicklung neuer Therapiekonzepte ermöglicht.

Nachhaltigkeit von REMEDIS

Der Standort Rostock hat sich auch durch den Forschungsverbund REMEDIS zu einem Zentrum der biomedizinischen Forschung entwickelt. In Anerkennung dieser Leistungen der beteiligten Partner überreichte das Land einen Förderbescheid mit einer einjährigen Laufzeit in Höhe von einer halben Million Euro.

Zahlreiche Partner der Implantatforschung von REMEDIS wollen ihre Forschungsstrukturen erhalten und ausbauen. Sie und weitere Institute und Unternehmen gehen mit der Zwanzig20-Initiative RESPONSE in die nächste Runde der Partnerschaft für Innovation.


Weitere Informationen zur Spitzenforschung-und-Innovation-Initiative REMEDIS finden Sie hier. Zum Zwanzig20-Projektkonsortium RESPONSE stellen wir Ihnen hier weitere Informationen zur Verfügung.