BACT - BioAnilinCleanTec - Berlin

Die WK-Potenzial-Initiative

Die Ausgangsstoffe für die Herstellung von Anilinen sowie deren Abbauprodukte werden sowohl an verschiedenen ehemaligen und aktuellen Industriestandorten in Berlin und anderen Bundesländern auch nach Jahrzehnten der Betriebseinstellung als extrem toxische Kontaminationen festgestellt. Neben der Gefährdung ist die Entwicklung von Infrastrukturprojekten ein wichtiger Grund, diese Stoffe zu beseitigen.

Die On-Site Reinigung von belastetem Grundwasser mit biologischen Reinigungsstufen hat sich für bestimmte Stoffgruppen, wie BTEX, PAK, Phenole und MKW bewährt und wird durch erfahrene Sanierungsfirmen praktisch umgesetzt. Der Kenntnisstand für Anilinderivate, Chlorbenzol und Nitrobenzol ist nicht im gleichen Umfang gegeben, was sich allein aus der Quantität der Fälle ergibt. Sind in Berlin derzeit ca. 30 konventionelle Anlagen in Betrieb, ist davon auszugehen, dass ca. 20% der Anwendungsfälle über jene Kontaminationen verfügen, welche Gegenstand des Verbundkonzeptes „BACT – BioAnilinCleanTec“ sind.

Unzureichende Kenntnisse und Erfahrungen zur Reaktionsdynamik sind der Grund, dass bisher bei der Anlagenauslegung mit hohen Sicherheitsaufschlägen betreffs Verweilzeiten und somit Reaktionsvolumina gearbeitet wird. Art (Festbett, Wirbelschicht, zirkulierende Wirbelschicht, …) und Anzahl der Reaktoren sind jedoch wichtige Kostenfaktoren für die Investition und die Betriebskosten.

Die Initiative vereint die Forschungsabsichten von 4 Partnern aus dem Berliner Raum (BEUTH Hochschule für Technik Berlin, ARGUS Umweltbiotechnologie GmbH, HARBAUER GmbH und HORN & MÜLLER Ingenieurgesellschaft mbH). Die vier Partner haben sich das Ziel gesetzt, notwendige Forschungsarbeiten für die schnelle und kostengünstige Schadstoffbeseitigungstechnologie gemeinsam zu leisten.

Die Ziele

Die Entwicklung von Wertschöpfungsketten zur effektiven Beseitigung von Boden- und Grundwasserkontamination mittels mikrobiologischer Prozesse ist die gemeinsame Aufgabe. Die Überführung von neuesten Forschungsergebnissen aus der Biotechnologie ist hierbei der Schlüssel zum Erfolg. Es werden sowohl für die Planung als auch für die Durchführung von Sanierungsmaßnahmen Verfahren entwickelt, welche wegen ihrer Kosteneffizienz und kurzen Sanierungsdauer hohe Erfolgsaussichten in der Anwendung besitzen.

Die neuen Technologien des biologischen Abbaus von der On Site Technologie mittels Anlagentechnik in In-Situ Techniken zu überführen ist erfolgsversprechend. Insbesondere die Nutzung des natürlichen Schadstoffabbaus (Natural Attenuation, NA) oder die Unterstützung des natürlichen Abbaus (Enhanced Natural Attenuation, ENA) bieten Potenzial für weitere Anwendungen.

Die Projekte

  • Grundlagenforschung zur Modellierung der Reaktionskinetik
  • Ausführung von mikrobiologischen Vorversuchen und Tests mittels High‑Throughput‑Screening (HTS) zur Identifizierung von Mikroorgansimen und deren Abbauraten
  • Labor- und Technikumsversuche in Batch- und kontinuierlichen Verfahren und an Bodensäulen
  • Konzipierung von biologischen Reinigungsstufen
  • Entwicklung von Reaktordesigns zur Umsetzung der Erkenntnisse aus der Labor-, Technikums- und Pilotphase
  • Pilotversuche im Feld an einer bestehenden Anlage
  • Ingenieurtechnische Betreuung des Gesamtprojekts
    • Scale Up
    • Entwicklung von Werkzeugen für die Planung und den Anlagenbau
    • 3D-Visualisierung und -Druck
    • Feldversuch für die Überführung der On-Site Technologie zur In-Situ Anwendung

Die Partner

Kontakt

Dr. Andreas Horn
HORN & MÜLLER Ingenieurgesellschaft mbH
Arkonastraße 45-49
13189 Berlin
Tel.: 030  4700-800
Fax.: 030 4700-8080
E-Mail: info[at]horn-und-mueller.de

Berichterstattung aus dem "Blickpunkt" finden Sie hier.