In Search of Excellence!

Exzellenz zieht Exzellenz an! Sechs neue Zentren für Spitzenforschung bieten Nachwuchswissenschaftlern im internationalen Vergleich herausragende Rahmenbedingungen an. Die Suche nach dem wissenschaftlichen Nachwuchs läuft auf Hochtouren.

„In Search of Excellence!“ - unter dieser fordernden Überschrift suchen sechs ostdeutsche Universitäten mit großen Anzeigen in Zeitungen und Fachzeitschriften seit Ende Mai hoch qualifizierte Nachwuchskräfte. Sie werden in „Zentren für Innovationskompetenz“ (ZIK) auf verschiedenen zukunftsträchtigen Forschungsfeldern neue Technologien und Verfahren entwickeln, die den Standort (Ost-)Deutschland weiter stärken sollen.

„Die erste Resonanz auf die Anzeigen ist schon recht viel versprechend“, meint Herwig Döllefeld vom ZIK Ilmenau. Man sei sehr froh darüber, mit dem neuen „Zentrum für Mikro- und Nano-Technologien“ jungen Talenten Arbeitsbedingungen bieten zu können, die manchen dazu brächten, doch in Deutschland zu bleiben. „Im Wettbewerb mit dem Ausland sind wir ein deutlich attraktiverer Forschungsstandort geworden“, so Döllefeld.

Je zwei Nachwuchsgruppen mit bis zu sieben Wissenschaftlern entstehen derzeit an den Universitäten Rostock, Greifswald, Dresden, Leipzig, Jena und Ilmenau. Die Gruppen werden fünf Jahre lang mit jeweils vier bis zehn Millionen Euro gefördert. „Im Wettbewerb um die besten Köpfe müssen die Zentren optimal ausgestattet sein“, weiß Hans-Peter Hiepe, Referatsleiter beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), „sowohl bei der Organisation und Vernetzung, bei der Finanzierung, aber auch in den Rahmenbedingungen.“

Die Voraussetzungen schafft das ZIK-Förderkonzept, und sein Name ist Programm: „Zentren für Innovationskompetenz: Exzellenz schaffen - Talente sichern“. Die ZIKs sollen international besetzte, leistungsstarke Forschungszentren für den wissenschaftlichen Nachwuchs werden, die sich schon in der Grundlagenforschung an zukünftigen Hochtechnologiemärkten orientieren. „Damit schaffen die ZIKs die Basis für erfolgreiche, wettbewerbsfähige Innovationen, die mittel- bis langfristig ökonomisch verwertet werden“, sagt Christoph Matschie, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF.

So mancher Programm-Teilnehmer kann´s kaum noch abwarten: „Nun starten wir allmählich in die Praxis“, meint Prof. Michael Hecker vom ZIK Greifswald. Er hat ein ehrgeiziges Ziel: „Ab Ende des Jahres sollen unsere beiden gerade entstehenden Genomforschungs-Nachwuchs-Gruppen ihre ersten Experimente durchführen.“ Hecker hofft, dass diese Projekte ähnlich erfolgreich werden wie das Bioinformatik-Software-Unternehmen „decodon“, das im Jahr 2000 aus seiner Arbeitsgruppe am Institut für Mikrobiologie der Uni Greifswald heraus gegründet wurde: „Decodon hat mittlerweile 15 Mitarbeiter und sein zweites Software-Programm auf den Markt gebracht.“ Daran sollten geplante ZIK-Ausgründungen anknüpfen können, erwartet Michael Hecker.

Das ZIK-Programm läuft bereits seit Sommer 2002. In einem ersten Schritt wurden zwölf universitäre Forschungs-Teams und -Einrichtungen vom BMBF zusammen mit den jeweiligen Landesregierungen ausgewählt. In der zweiten Phase entwickelten diese Initiativen bis November 2003 die Strategiekonzepte für ihre künftigen Innovations-Zentren. Betreut wurden sie dabei von der Unternehmensberatung Roland Berger.

„Die Zentren mussten sich mit ihrem Forschungsfeld eindeutig positionieren, in der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft, aber auch im ökonomischen Wettbewerb“, erinnert sich Staatssekretär Matschie. Für die Forschung und die Verwertung ihrer Ergebnisse entwickelten die ZIKs eine langfristige Strategie. Dazu arbeiten die einzelnen Zentren eng mit externen Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen - „nicht zuletzt aufgrund ihrer Finanzierungskonzepte, in denen neben öffentlichen Fördermitteln privates Kapital eine wesentliche Rolle spielt“, so Matschie.

Seit März 2004 läuft nun die letzte Phase: die Umsetzung. Eine unabhängige Expertenjury bewertete die zwölf eingereichten Konzepte. Es wurden sechs Zentren ausgewählt, die vom BMBF weitere finanzielle Förderung erhalten - insgesamt bis 2009 rund 50 Millionen Euro. Das Management des Programms hat das Ministerium dem „Projektträger Jülich“ am Forschungszentrum Jülich übertragen. Dort werden auch 36 weitere Initiativen des Innovationsprogramms „Unternehmen Region“ betreut - die nicht weniger exzellent arbeiten wollen wie die ZIKs...