Gute Aussichten für kreative Forscher

Zwei Nachwuchsgruppenleiter des Dresdner ZIK „B CUBE“ haben die Chance auf eine W2-Professur. Die Technische Universität Dresden hat dies bereits bestätigt und zeigt damit eine hohe Wertschätzung der wissenschaftlichen Arbeit von Dr. Michael Schlierf und Dr. Yxin Zhang. Schlierf ist erst vor kurzem zum „TUD Young Investigator“ ernannt worden.  

Das „TUD Young Investigator“-Programm hat die Universität ins Leben gerufen, um die Position exzellenter Nachwuchswissenschaftler zu stärken, ihren Status klarer zu definieren und sie besser in eine Fakultät einzubinden. Mit dem zeitlich begrenzten Titel kann sich Michael Schlierf nun aktiv an der Lehre beteiligen sowie Promotionsarbeiten begutachten und prüfen. Im Anschluss hat er, nach einer Evaluierung, Aussicht auf eine W2-Professur. Genau wie sein Kollege, Nachwuchsgruppenleiter Dr. Yixin Zhang, bei dem diese Prozedur gerade läuft. Es ist ein klares Signal der Universität, das den jungen Wissenschaftlern gute Perspektiven bietet und die Forschung des Dresdner ZIK B CUBE auf ein noch festeres Fundament stellt.

Moleküle unter Beobachtung

Wie interessant die Arbeit der B CUBE-Wissenschaftler ist, zeigt auch die steigende Zahl der Veröffentlichungen – letztes Jahr waren es 15, weitere acht Artikel sind noch im Begutachtungsprozess. Außerdem wurden 2014 vier Patente angemeldet, wie Prof. Dr. Stefan Diez, Koordinator des ZIK, jetzt auf dem jährlichen Statusseminar bekannt gab.

Dr. Michael Schlierf und sein Team (v.l.n.r. Andreas Hartmann, Georg Krainer, Michael Schlierf) bei der Auswertung der FRET-Daten am konfokalen Mikroskop. (Foto: B CUBE Dresden)

 
Dr. Michael Schlierf und sein Team
v.l.n.r. Andreas Hartmann, Georg Krainer, Michael Schlierf bei der Auswertung der FRET-Daten am konfokalen Mikroskop.
Foto: B CUBE Dresden  
So hat das Team von Dr. Schlierf beispielsweise ein spezielles konfokales Mikroskop aufgebaut, mit dem einzelne Moleküle beobachtet werden können. Das Gerät basiert auf dem Prinzip des so genannten Förster-Resonanzenergietransfers (FRET), mit dem die Struktur von Biomolekülen zeitaufgelöst beobachtet werden kann. Unter anderem untersuchen sie auf diese Weise, welche Überlebensmaßnahmen Bakterien ergreifen und wie Antibiotika-Resistenzen übertragen werden können. Außerdem haben die Wissenschaftler um Michael Schlierf eine Software entwickelt, mit der die Faltung einzelner Proteine auf zeitlicher und räumlicher Ebene ausgewertet werden kann. Die Ergebnisse sind von immenser Bedeutung, denn wenn die Proteinfaltung schief läuft, besteht die Gefahr, dass Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson entstehen.
 

Wirkstoffe im Fokus

Um eine wirksamere Therapie von Krankheiten geht es Dr. Yixin Zhang und seiner Arbeitsgruppe. Sie entwickeln DNA-basierte Substanzbibliotheken, mit denen die Suche nach neuen medizinischen Wirkstoffen im Hochdurchsatzverfahren erleichtert werden kann.

Dr. Yixin Zhang und eine Mitarbeiterin bei der Testung von Wirkstoffen im Hochdurchsatzverfahren. (Foto: B CUBE Dresden)
 
Dr. Yixin Zhang und eine Mitarbeiterin bei der Testung von Wirkstoffen im Hochdurchsatzverfahren.
Foto: B CUBE Dresden  
Mit ihrem Verfahren ist es möglich, eine nahezu unbegrenzte Zahl von Molekülsorten gleichzeitig zu testen. Moleküle, die an ein Ziel binden, sind potenzielle Wirkstoffe und werden durch ihr DNA-Kennzeichen identifiziert. Yixin Zhang will das große Anwendungspotential dieser Methode nutzen und sie vermarkten. Er ist in Kontakt mit Unternehmen, die bereits konkretes Interesse signalisiert haben.

Neben der effizienten Wirkstoffsuche beschäftigen sich Zhang und seine Mitarbeiter auch mit dem Design von Wirkstoffen, damit beispielsweise immunsupprimierende Therapien oder Krebsmedikamente in Zukunft wirksamer und sicherer werden.

Nähere Informationen zum ZIK B CUBE finden Sie hier.