Kein Weg zu weit - Der Wachstumskern “Soundline” präsentiert sich in Paris

Der Wachstumskern Soundline will das Erzgebirge in den nächsten 10 Jahren zur ersten Adresse für Sound-Design in Europa machen. Und dazu braucht man nicht nur ein Top-Team, Kreativität und Know-how, sondern man muss so früh wie möglich seine Kunden und den Markt kennen. Für Soundline heißt das: auf nach Paris, denn der Weg zu Europas Spitze führt über die französische Metropole an der Seine.

Der Erfolg hat meist viele Väter, aber Fleiß, Beharrlichkeit und Ausdauer gehören mit Sicherheit dazu, wenn ein Unternehmen erfolgreich sein will. Die Protagonisten des Wachstumskerns Soundline ließen sich jedenfalls von den 1000 Kilometern und der langen Busfahrt nicht abschrecken, die zwischen ihrem Standort Annaberg-Buchholz im Erzgebirge und der französischen Hauptstadt liegen.

Gemeinsam wollen sie das Erzgebirge in den nächsten 10 Jahren zur ersten Adresse für Sound-Design in Europa machen. Und dazu braucht man nicht nur ein Top-Team, Kreativität und Know-how, sondern man muss so früh wie möglich seine Kunden und den Markt kennen. Für Soundline heißt das: auf nach Paris, denn der Weg zu Europas Spitze führt über die französische Metropole an der Seine. Hier haben die großen Unternehmen ihre Zentralen, die für Soundline strategische Partner und wichtige Kunden werden können, wie zum Beispiel Nestlé, Chanel, Renault und Danone.

Der Klang kann über den Kauf entscheiden



Thema des deutsch-französischen Workshops war die „Harmonie der Sinne“ - die Rolle von Klang und Duft für das Marketing von Produkten und neueste Entwicklungen beim Sound-Design. Zur Einführung stellte Friedrich E. Blutner, Sprecher des Wachstumskerns und Geschäftsführer von „Synotec Psychoinformatik“ fest, dass Duft und Sound im Orchester der Sinne eine besondere Rolle spielen. Nase und Ohr gehören entwicklungsgeschichtlich zu den ältesten Sinnesorganen und sind eng an emotionale Prozesse gebunden: „Geräusche und Düfte sind bis zurück in die Kindheit erinnerbar.“

Generell sei Sound-Design derzeit in der Nahrungsmittel-Industrie ein großes Thema, so Blutner weiter - wie im Automobilbau seit etlichen Jahren. Dort wurden mittlerweile drei wichtige Geräusche ausgemacht: Tür, Motor und Blinker: „Da 70 Prozent der uns umgebenden Geräusche technischer Natur sind, die in der Regel als unangenehm empfunden werden, ist die systematische akustische Gestaltung, mit Herz- und Kopf-Note, für viele Produkte mit Kauf entscheidend“, meinte Blutner abschließend.

Wechselbeziehung zwischen Hören und Riechen

Es gibt eine enge Wechselbeziehung zwischen Hör- und Geruchs-Sinn, erklärte anschließend der Parfümeur Karl-Heinz Bork, der seit einigen Jahren mit verschiedenen Partnern des Soundline-Projekts „multisensuelle Konzepte“ entwickelt: „Sound macht Duft und damit den Geschmack attraktiver - und umgekehrt.“ Diese Erkenntnis habe zum neuen Feld der “Flavour Scents“ geführt, wo Geschmack über Duft wiedergegeben wird. Dass auch ein Geräusch das Geschmackserleben dominieren kann, zeigt sich am Beispiel der Knackwurst, wo das Geschmacksempfinden zur Hälfte durch das Geräusch beim Hineinbeißen beeinflusst wird.

Es folgten Vorträge von Michael Haverkamp, Sound-Designer bei Ford, über den Zusammenhang von Geräusch und Bild und von Karen Muller aus der Nestlé-Forschungsabteilung über die Kombination von neuen und bekannten Geschmacks-Aspekten in Milchprodukten. Nach der Mittagspause, die zum regen Informations- und Gedankenaustausch genutzt wurde, beschäftigte man sich zunächst mit dem Geruchssinn. Die Teilnehmer sollten aus zwei Duftkompositionen diejenige auswählen, die ihrer Meinung nach am besten zu einer wertvollen Geige passt. Die von dem Parfümeur Bork entwickelte Duft-Creation wurde dann auf einer neuen Geige, die am Computer „sound-designt“ wurde, appliziert - eine Welt-Premiere!

Meisterlicher Geigenklang - auf der Suche nach dem vollkommenen Ton

Seit mehr als zwanzig Jahren betreibt Blutner Klangforschung, in deren Mittelpunkt die Herstellung einer Geige aus neuem Material steht. Sie soll in ihrer Klangqualität den Vergleich mit einer Stradivari oder Guarneri nicht scheuen: „Am Ende steht jedoch ein vollkommener Ton, keine Kopie“, so Blutner. Dass man diesem Ziel schon sehr nahe gekommen ist, demonstrierte in beeindruckender Weise der Geiger und Sound-Designer Friedemann Uhlig, der an den umfangreichen Tests des Instruments maßgeblich beteiligt war.


Für die Fachleute besonders beeindruckend war danach der Vortrag von Celine Astruc über Komfort und Sinnlichkeit im Fahrzeug. Schließlich führten Studenten der Medien-Fakultät der Universität Weimar vor, wie Klänge in einem Computer-generierten „Klangraum“ über Farben, Formen und Oberflächen gesteuert werden können. Professor Peter Luckner von der Hochschule für Kunst und Design in Halle gab einen Einblick in seine Arbeiten zum Thema „multisensuelles Design - das Zusammenspiel von Klang - Duft - Farbe - Formen und Materialien“.

Gut gerüstet für die Zukunft

In seinen Schlussworten dankte Blutner dem Veranstalter Thierry Lageat von Eurosyn und stellte fest, dass Sound und Duft als Gestaltungsmittel für die Produktkommunikation mit Sicherheit große Perspektiven haben und die Harmonisierung der Sinne bei der Entwicklung von Produkten als eindeutiger Trend im Markt erkennbar ist.

Für Soundline war der Workshop in Paris ein großer Erfolg. „Wir konnten hier unsere Kompetenz darstellen, uns mit französischen Experten austauschen und neue Kontakte zu wichtigen potenziellen Partnern knüpfen und werden diese zukünftig ausbauen“ so Blutner. Beide Seiten denken bereits über eine Nachfolgeveranstaltung eventuell in Berlin im Jahr 2005 nach. Soundline blickt nach dem Workshop mit großem Optimismus in die Zukunft: „Letztendlich entscheidet der Kunde“, so Blutner, „und den haben wir fest im Blick“.