Die Zukunft fest im Blick

Erneuerbare Energien sind auf dem Vormarsch. Deshalb ist das Innovationsforum ESiPinno mit dem Ziel angetreten, mit einer Kommunikationsplattform die wichtigsten Vertreter der Energiespeicher-Branche zu bündeln, eine Forschungsagenda zu entwerfen und erneuerbare Energien auf so vielen verschiedenen Ebenen der Speichertechnologie wie möglich einzuspeisen.  

Wie wichtig die Forschung im Bereich der Energiespeicher für die Industrie ist, wurde allen Besuchern des Innovationsforums ESiPinno am zweiten Tag während des Vortrags von Mark Richter noch einmal deutlich vor Augen geführt. Dort zeigte der Ingenieur des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik, der auch Mitglied des Kernteams des Innovationsforums ist, wie der Energieverbrauch in Deutschland verteilt ist. 31 Prozent, und damit der größte Teil, werden in der Industrie verbraucht. Allerdings, so Richter in seinem Vortrag weiter, würden nur 3,9 Prozent des industriellen Energieverbrauchs aus erneuerbaren Energien gewonnen. Eine eher kleine Zahl, in Anbetracht dessen, dass die Bundesregierung das Ziel ausgeschrieben hat, bis zum Jahr 2025 40 bis 45 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen zu beziehen. Für viele im Raum vielleicht keine Neuigkeiten, zu einem Raunen führte es dennoch.

Das Innovationsforum ESiPinno fokussiert erstmals die Nutzung von Energiespeichern in lokalen Versorgungsnetzen der industriellen Produktion. (Foto: Andrei Merkulov – Fotolia)
 
Das Innovationsforum ESiPinno fokussiert erstmals die Nutzung von Energiespeichern in lokalen Versorgungsnetzen der industriellen Produktion.
Foto: Andrei Merkulov – Fotolia  

An genau dieser Stelle setzt das Innovationsforum an. Denn nur mit vernünftigen Speichersystemen kann ein solch ambitioniertes Ziel überhaupt erreicht werden. So wird mit dem Innovationsforum zum ersten Mal die Nutzung von Energiespeichern in lokalen Versorgungsnetzen der industriellen Produktion in den Mittelpunkt gestellt. Und weil die Ziele so hoch sind, war der Blick über beide Tage hinweg auch meist gen Zukunft gerichtet, obwohl der Start des Forums nicht direkt darauf schließen ließ. Am ersten Tag wurde nämlich in das smac – das staatliche Museum für Archäologie Chemnitz – eingeladen. Viel weiter zurück in die Zeit, als Neandertaler noch durch Sachsen stapften, kann der Blick eigentlich nicht mehr gehen. Doch dass dies nur als Kontrast zu sehen war, machte der Vortrag von Prof. h.c. Dr.-Ing. Frank Höpner von der Cofely Deutschland GmbH klar, indem er die heutigen und zukünftigen kommerziellen Einsatzmöglichkeiten für Energiespeicher verglich.

Startschuss für weitere Forschung

Das Kernteam des Innovationsforums ESiPinno zusammen mit Barbara Reddig vom Projektträger DLR. (Foto: Alexandra Köhler, VEMASinnovativ)
Das Kernteam des Innovationsforums ESiPinno zusammen mit Barbara Reddig vom Projektträger DLR.
Foto: Alexandra Köhler, VEMASinnovativ
Auch der zweite Tag blieb eine Mischung aus Aus- und Rückblick. So überließen die Mitglieder des Kernteams, Dr.-Ing. Steffen Ihlenfeldt, Mark Richter sowie Dr.-Ing. Thomas Barucki, ihren Gästen wie Prof. Dr.-Ing. Richard Hanke-Rauschenbach von der Gottfried Wilhelm Leipniz Universität Hannover oder Bengt Stahlschmidt von Gildemeister energy solutions/Cellstrom GmbH die Chance weitere Perspektiven der Energiespeichernutzung aufzuzeigen. Der Fokus lag hierbei bei dem Versuch, mit schon bestehenden Systemen die Spitzenlastzeiten in der Industrie weiter zu entlasten und somit mehr Energie zu sparen. Aber auch die Frage, welche Speichersysteme wann am geeignetsten sind, wurde diskutiert.


Die Vertreter des Kernteams selbst blickten noch einmal zurück auf die vergangenen Monate. Speziell die beiden Workshops stellten sie heraus und die Freude darüber, dass so viele bekannte Gesichter sich auch zur Abschlussveranstaltung eingefunden hatten. Doch auch bei ihnen ging der Blick schlussendlich doch wieder Richtung Zukunft, da sie ihre Veranstaltung nur als Startschuss für weitere Forschung in ihrem Bereich sehen. Oder wie es der Leiter des Innovationsforums Prof. Dr.-Ing. Dieter Weidlich mit einem Biathlon-Vergleich beschrieb: „Im Moment sind wir durch die erste Runde und haben das Liegendschießen hinter uns gelassen.“

Weitere Informationen zum Innovationsforum ESiPinno finden Sie hier.