„Wir können Weltspitze sein“

Mit einem gemeinsamen Kick-off starteten zwei Forschungsprojekte an der Uni Magdeburg in ihre zweite Förderphase: Der Forschungscampus STIMULATE und das InnoProfile-Transfer-Vorhaben INKA entwickeln sich zu Leuchttürmen in der Medizintechnik-Branche.  

„Solution Centre for Image Guided Local Therapies“, kurz: STIMULATE, heißt der Forschungscampus an der Otto-von-Guericke-Unversität (OVGU) Magdeburg. Er macht sich zunehmend einen Namen im medizinischen Metier. Schon in seiner einjährigen Vorphase konnte das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt wissenschaftliche Erfolge erzielen: Zwei Professoren wurden berufen, der Studiengang Medizintechnik eingerichtet.

Matthias Graf von Kielmansegg vom Bundesforschungsministerium im Gespräch mit Martin Skaley, dem Direktor des Magdeburger Instituts für Neuroradiologie, sowie mit INKA-Projektleiter Axel Boese. (Foto: PRpetuum GmbH)
 
Matthias Graf von Kielmansegg vom Bundesforschungsministerium im Gespräch mit Martin Skaley, dem Direktor des Magdeburger Instituts für Neuroradiologie, sowie mit INKA-Projektleiter Axel Boese.
Foto: PRpetuum GmbH  

Das Wachstumsklima unter dem Dach der Experimentellen Fabrik der OVGU ist offensichtlich ideal. RektorJens Strackeljan und STIMULATE-Leiter Georg Rose verkündeten auf dem Kick-off-Meeting ihre mittelfristige Suche nach einem größeren Domizil. Zwar säße ein Teil der Kollegen im Gebäudekomplex gegenüber nur einen Steinwurf entfernt, aber die inspirierende Zusammenarbeit Tür an Tür sei nur schwer durch Kommunikationstechnik zu ersetzen.

Ein echter Glücksfall ...

„Die Medizintechnik ist eine Branche, in der wir Weltspitze sein können“, betonte Sachsen-Anhalts Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Hartmut Möllring und benannte STIMULATE als Schlüsselprojekt und „echten Glücksfall“ für den Ausbau des Magazintechnik-Standortes Sachsen-Anhalt. Die Medizin- und Gesundheitstechnik ist ein Leitmarkt des Landes, das bis 2019 für Projekte des Forschungscampus fünf Millionen Euro und für gemeinsame Forschungsvorhaben von Medizintechnikfirmen mit der Wissenschaft nochmals fünf Millionen Euro bereitstellt.

Im Forschungscampus STIMULATE werden bildgestützte minimalinvasive Medizintechnikprodukte und -verfahren entwickelt, die bei altersbedingten Erkrankungen wie Krebs, Schlaganfall, Demenz oder Herzinfarkt zum Einsatz kommen. Er wird von den ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten und der medizinischen Fakultät der OVGU, von der Siemens AG Healthcare und vom STIMULATE-Verein getragen. Letzterer hat derzeit 20 Mitglieder aus der Wirtschaft und der außeruniversitären Forschung, beispielsweise die Primed Halberstadt Medizintechnik GmbH, die metraTec GmbH aus Magdeburg, das Leibniz-Institut für Neurobiologie und das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) Magdeburg.

... auf dem Humus von Unternehmen Region gewachsen

Medizin- und Lebenswissenschaften seien auch ein Schwerpunkfeld des Bundesforschungsministeriums, sagte dessen Vertreter Matthias Graf von Kielmansegg. Er lobte die interdisziplinäre Zusammenarbeit bei STIMULATE als etwas Besonderes und Neuartiges. Der Abteilungsleiter für Strategien und Grundsatzfragen stellte anerkennend fest, dass dieser Forschungscampus auf dem Humus von Unternehmen Region gewachsen sei.

Primed-Geschäftsführer Harry Leibitzki (r.) mit seinem Mitarbeiter Jörg Bode, dem Vorstandsvorsitzenden des STIMULATE-Vereins. (Foto: PRpetuum GmbH)
Primed-Geschäftsführer Harry Leibitzki (rechts) mit seinem Mitarbeiter Jörg Bode, dem Vorstandsvorsitzenden des STIMULATE-Vereins.
Foto: PRpetuum GmbH
Eine dieser Unternehmen Region-Forschungsinitiativen ist INKA, die sich mit intelligenten Kathetertechnologien für eine verbesserte medizinische Bildgebung zur Diagnose und Therapie beschäftigt. Die InnoProfile-Transfer-Initiative wird von Michael Friebe geleitet, dessen Professur von Unternehmen aus der Region gestiftet wurde. Mit seinem Angiographie-Labor ist INKA die stützende Säule für STIMULATE.
 

Doch der Blick richtet sich auch auf neue Partner: So will etwa Jörg Bode von der Primed GmbH neben internationalen Kooperationspartnern auch weitere kleine und mittelständische Unternehmen aus der Region gewinnen . „Primed ist zwar ein Unternehmen mit eigener Entwicklungsabteilung“, sagt Bode, zugleich Vorstandsvorsitzender des STIMULATE-Vereins, „aber als Partner von STIMULATE können wir auch strategische Zukunftsforschung betreiben.“ Denn in zehn Jahren, so ist das gemeinsam erklärte Ziel, soll sich STIMULATE zum Deutschen Zentrum für bildgestützte Medizin entwickelt haben.

Weitere Informationen zur InnoProfile-Transfer-Stiftungsprofessur „INKA – Intelligente Katheter – Kathetertechnologien“ finden Sie hier.